Aktuell im Kino
Demnächst im Kino
- 31.5.
- Bad Sitter
- 31.5.
- Leb wohl, meine Königin!
- 31.5.
- LOL - Laughing Out Loud
- 31.5.
- Safe - Todsicher
- 31.5.
- Snow White and the Hun...
- 31.5.
- Wie zwischen Himmel u...
- Zu den Kinostarts
Mr. Nobody
|
Regie
Jaco van Dormael
Drehbuch
Jaco van Dormael
Produzent
Philippe Godeau
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 138 min Land Deutschland, Frankreich, Belgien, Kanada Kinostart 08.07.2010 DVD-Start 03.02.2011 Verleih Concorde Film |
Story
Im Jahr 2092 hat die Menschheit den Tod besiegt. Nur noch ein Mensch ist sterblich: Nemo Nobody. Keiner weiß wer er ist, noch woher er kommt, er selbst eingeschlossen. Sein 118. Geburtstag wird medial groß vermarktet, doch noch immer sind die Ärzte seinem Geheimnis kein Stück näher gekommen. Um seine Vergangenheit zu entschlüsseln, hypnotisieren sie den Greis. Nemo schließt die Augen und als er sie wieder öffnet ist er neun Jahre alt und auf einem Bahnhof. Seine Eltern haben sich getrennt und er muss die unmögliche Entscheidung fällen, bei welchem Elternteil er leben will. Geht er mit seiner Mutter, wird er nach Kanada ziehen, ein mürrischer Teenager werden und seine große Liebe Anna treffen. Bleibt er bei seinem Vater wird dieser gelähmt sein und Nemo wird ihn pflegen, sich in Elise verlieben und von ihr abgewiesen werden. Oder hat er doch Jean geheiratet? Eine Leben und unzählige Möglichkeiten. Doch welche ist die wahre?
Schauspieler
Jared Leto, Diane Kruger, Sarah Polley, Toby Regbo, Juno Temple, Linh Dan Pham, Rhys Ifans, Clare Stone, Thomas Byrne, Audrey Giacomini, Laura Brumagne, Allan Corduner, Daniel Mays
Filmkritik von Melanie Frommholz
Dem belgischen Regisseur und Drehbuchautor Jaco Van Dormael ist mit „Mr. Nobody“ eine faszinierende Auseinandersetzung zu den Themen Raum, Zeit und Schicksal gelungen. Seine Hauptfigur Nemo Nobody erlebt in seinen vielen Lebensvarianten die ganze Bandbreite der Emotionen und Van Dormael fängt diese in berauschenden, teils surrealen Bildern ein. Ausgehend von der Theorie, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings in China das Wetter in Europa beeinflussen kann, entlässt er Nemo Nobody aus der Zwickmühle der Entscheidung für einen Elternteil in den Schwebezustand der Nichtentscheidung. Dies hat zur Folge, dass ihm ein Kaleidoskop von Möglichkeiten offenbart wird, wie sein Leben weiter gehen könnte. Doch welches ist die wahre Geschichte? Der Filmemacher lässt den Zuschauer bis zum Ende zappeln und nimmt ihn im Ausgleich mit auf eine wundervolle, philosophisch angehauchte Reise zu den Fragen von Vergänglichkeit und Dimensionen. Einziger Ankerpunkt in diesem Wirrwarr der Möglichkeiten ist die Liebe zwischen Nemo und Anna. Sowohl das junge Darstellerduo Toby Regbo/Juno Temple als auch die erwachsene Ausgabe Jared Leto/Diane Kruger tragen diese andere Geschichte auf wundervolle Art und Weise und transportieren die tiefen Gefühle direkt zum Zuschauer. Man hat mit ihnen Schmetterlinge im Bauch und leidet bei den Trennungen. Neben diesen vieren gibt Sarah Polley als Elise eine starke Darstellung einer an Depressionen erkrankten Mutter.
„Mr. Nobody“ ist keine Geschichte, die ihre Geheimnisse leichtfertig Preis gibt. Doch dank einer geschickt aufgebauten Dramaturgie, guten Schnitten, gekonnten Brüchen und erstklassigen Darstellern wird man bald von Nemo Nobody und seinen so verschiedenartigen Lebensentwürfen verzaubert. Ein Film, für den man sich unbedingt Zeit nehmen sollte!
Regisseur Jaco van Domael hat eine Cameo-Auftritt als arbeitsloser, brasilianischer Arbeiter. 