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Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen
Johnny Guitar
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Regie
Nicholas Ray
Drehbuch
Philip Yordan
Produzent
Herbert J. Yates
Genre Western FSK 12 Filmlänge 105 min Land USA Kinostart 21.08.1954 DVD-Start 04.04.2003 Verleih Kinowelt |
Story
Der ehemalige Revolverheld Johnny Logan folgt einer Einladung seiner früheren Geliebten Vienna in einen unwirtlichen Landstrich Arizonas. Logan, der sich jetzt Johnny Guitar nennt, soll die Gäste in Viennas Spielsalon mit Gitarrenklängen begeistern. Vienna ist eine beeindruckende Frau, die sich mit dem Bau des Casinos das große Geschäft erhofft, sobald die geplante Eisenbahnlinie ihr Domizil erreicht. Allerdings hat sie sich mit ihrem Vorhaben die ortsansässigen Rancher zum Feind gemacht. Vor allem die ebenso einflussreiche wie krankhaft eifersüchtige Emma hat sich auf ihre Rivalin eingeschossen. Unerbittlich verfolgt die von blankem Hass angetriebene Frau ihr Ziel, Vienna zu vernichten. Eine offene Konfrontation der beiden leidenschaftlichen Frauen scheint unvermeidlich...
Schauspieler
Joan Crawford, Sterling Hayden, Mercedes McCambridge, Ernest Borgnine, Ward Bond, John Carradine, Scott Brady, Ben Cooper, Royal Dano, Frank Ferguson
Filmkritik von Achim Lay
Cowboys, Pferde, Schießereien. Die typischen Attribute des Genres fehlen nicht. Dennoch hat Nicholas Ray einen Film abgeliefert, dessen Gemeinsamkeiten sich mit herkömmlichen Pferdeopern in Grenzen halten. Ray bietet vielmehr einen eigenwilligen Western mit melodramatischen Zügen und Charakteren, die von brennender Leidenschaft angetrieben werden. Im Zentrum stehen zwei Frauen, die den Männern an Willenskraft und Ausstrahlung weit überlegen sind. Nichts und niemand kann sie von ihren Zielen abbringen. Sie kennen keine Angst und verteidigen ihre Haut notfalls mit Waffengewalt. Der Mann, der als vermeintlicher Held die Leinwand betritt, entpuppt sich hingegen als ehemaliger Revolverheld, der seine Pistolen gegen eine Gitarre eingetauscht hat. Verkehrte Geschlechterwelt, eine von ungewöhnlich grellen Farben beherrschte Optik und Kulissen, die nur aus unwegsamer Landschaft und abgelegenen Häusern bestehen. Ray formte mit einem äußerst knappen Budget ein kleines Meisterwerk der großen Gefühle. Ähnlich wie in seinem Klassiker "...denn sie wissen nicht was sie tun", der ein Jahr später entstand, versprüht der Film einen Hauch trauriger Melancholie. Selten wurden Verzweiflung und Leidenschaft im Gewand eines Westerns derart authentisch auf die Leinwand gezaubert. Von der grandiosen Titelmelodie tief bewegt, die als Leitmotiv für unerfüllte Liebe und verkommene Moral dient, fühlt man sich in einen Strudel großer Emotionen hineingezogen.
Hut ab, Mr. Ray!
