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Eraserhead
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Regie
David Lynch
Drehbuch
David Lynch
Produzent
David Lynch
Genre Horror-Thriller FSK 18 Filmlänge 85 min Land USA Kinostart 07.09.1979 DVD-Start 12.11.2009 Verleih Screen Power |
Story
Henry Spencer ist ein einsamer, unsicherer Mann, der seine Identität zwischen dem unpersönlichen Job in der Fabrik und einem von Tristesse bestimmten Alltag verloren hat. Als er von den Eltern seiner Freundin mit deren Schwangerschaft konfrontiert wird, beginnt für ihn ein Albtraum der grausigen Art. Die erzwungene Ehe bringt ihm keine Erfüllung und das gemeinsame Baby ist eine monströse Kreatur, dessen Organe nur durch straffe Bandagen zusammengehalten werden. Zusehends verliert Henry den Bezug zur Realität. Als seine Frau ihn und das Monsterbaby verlässt, ist es endgültig um seine Psyche geschehen...
Schauspieler
Jack Nance, Charlotte Stewart, Allen Joseph, Jeanne Bates, Judith Roberts, Laurel Near, Jack Fisk, Jean Lange, Jennifer Lynch
Filmkritik von Achim Lay
Das Regiedebut des Kultregisseurs, Mitte der siebziger Jahre nach fünfjähriger Bearbeitung endlich fertig gestellt, enthält bereits alle Charakteristika des später als "Lynchtown" bezeichneten eigenwilligen Kosmos von David Lynch. Er führte hier Regie, schrieb die Vorlage, produzierte und war für den Schnitt verantwortlich. Das Ergebnis ist ein schwer zugänglicher, audiovisuell wie dramaturgisch bahnbrechender Film, den seine Kritiker als Ekel erregend und abstoßend bezeichnen. Zweifellos sind einige Szenen nur schwer zu ertragen. Das monströs deformierte "Baby" oder der Albtraum, der Spencer buchstäblich den Kopf kostet, sind visuelle Abartigkeiten. Aber letzten Endes dienen sie nur der Vertiefung der eigentlichen Aussage. Im Grunde genommen geht es um einen traumatisierten, völlig überforderten Mann, der durch die fortschreitende Industrialisierung, verbunden mit dem Verlust menschlicher Werte, die Fähigkeit verloren hat mit anderen Menschen zu kommunizieren. Vor allem ein gestörtes Verhältnis zu Frauen ist die für Henry folgenschwere Konsequenz seines Traumas.
Der fragmentarischen Handlung entsprechen die optisch düsteren, kontrastreichen Schwarzweißbilder, mit denen Lynch eine Aura des Bösen auf dem Bildschirm entfacht. Entscheidend ist aber nicht, was man sieht, sondern was es bewirkt!
Alles Dargebotene führt zu Verunsicherung, ja zu Hilflosigkeit. Die suggestive Wirkung des Films, herbeigeführt durch eine kalte, gefühllose Ästhetik und eine auf die Dauer schier unerträgliche Akustik, bereiten dem Zuschauer ein Filmerlebnis der traumatischen, aber auch der faszinierenden Art. Die bemitleidenswerte Verfassung des verlorenen, dem Leben nicht mehr gewachsenen Protagonisten mit seinen Albträumen und Wahnvorstellungen, überträgt sich allmählich auf die Psyche des Publikums. Nicht einmal die Verführung des Mannes durch die attraktive Nachbarin bringt Momente der Erleichterung. Ihre sexuelle Annäherung wirkt dominant, ja bedrohlich, wobei man nie sicher sein kann, was nun tatsächlich geschieht und was nur den düsteren Traumvisionen des Henry Spencer zuzuschreiben ist. "Eraserhead" ist experimentelles Kino eines künstlerischen Genies und darf getrost durch seine obsessive, an Intensität nicht zu überbietende Inszenierung als Meilenstein des besonderen, fantastischen Films betrachtet werden. Ein Happy End kann und wird es hier nicht geben. Letztlich kann nur der Tod Erlösung für die geschundene Seele des Henry Spencer bringen. Dort findet er die Geborgenheit, die ihm auf Erden versagt blieb. Wie singt die "Frau im Radiator" so schön? "In heaven everything is fine".
"Eraserhead", der nur wenige Dialogzeilen enthält, ist nur im englischen Original mit deutschen Untertiteln erhältlich.