Lost Highway

Filmplakat Lost Highway
Regie David Lynch  Drehbuch David Lynch, Barry Gifford  Produzenten Deepak Nayar, Tom Sternberg, Mary Sweeney 
Genre Mystery-Thriller  FSK 16  Filmlänge 135 min
Land Frankreich, USA  Kinostart 10.04.1997  DVD-Start 03.07.2000  Blu-ray-Start 05.05.2011  Verleih Concorde Film

Story

Der Jazzmusiker Fred Madison lebt zusammen mit seiner bildschönen Frau Renée in einem feudalen Haus. Eines Morgens finden sie vor der Haustür ein Video, das die Vorderansicht ihres Hauses zeigt – und das soll nicht die letzte Videokassette bleiben. Die Videos beginnen immer gleich, werden aber mit jedem Mal länger und zeigen am Ende Fred und Renée, wie sie in ihrem Bett liegen und schlafen. Auf einer Party begegnet Fred einem mehr als unheimlichen Fremden, der ihn dazu auffordert, bei sich zu Hause anzurufen, weil er sich gerade im Moment in Freds Haus befände. Als Fred sich schließlich darauf einlässt, nimmt bei ihm zu Hause genau der Mann ab, der Fred auf der Party gegenüber steht. Als ein letztes Video vor Freds Haustür liegt, schaut er es sich alleine an – und sieht, wie er über seiner blutüberströmten Frau kauert. Panisch macht Fred sich auf die Suche nach Renée und findet sie sterbend in ihrem Bett vor.

Fred wird verhaftet und zum Tode verurteilt. Im Gefängnis finden die Wärter, als sie ihren morgendlichen Rundgang machen, in Freds Zelle einen fremden Mann vor. Es ist der junge Automechaniker Pete Dayton, der einen mehr als verwirrten Eindruck macht. Von Fred hingegen fehlt jede Spur. Unheimlicherweise sieht Petes Frau Alice Renée verblüffend ähnlich…

Schauspieler

Lost Highway Bill Pullman, Patricia Arquette, Robert Blake, Robert Loggia, Balthazar Getty, Natasha Gregson Wagner, Jack Nance, Gary Busey, Lucy Butler, Michael Massee

Filmkritik von Stefanie Rufle

Steffi vergibt 5 von 5 Ms Lost Highway David Lynch genießt unter den zeitgenössischen Regisseuren den Ruf, der unbestrittene Kenner menschlicher Albträume zu sein. Virtuos spielt er mit den Ängsten seiner Zuschauer und schleicht sich lautlos in deren Unterbewusstsein. Mit ein Grund, warum es so schwer ist, den Inhalt eines Lynch-Films wiederzugeben, denn er löst beim Zuschauer eine Flut von dunklen Emotionen aus. So auch bei „Lost Highway“, einem der ganz großen Meisterwerke des Regisseurs, das eine Fülle von Interpretationsmöglichkeiten zulässt. Schon nach wenigen Filmminuten wird einem klar, dass man diesen Film nicht linear deuten kann, denn das, was wir sehen, ist nicht das, was tatsächlich geschieht. Es handelt sich hier um ein verstörendes Spiel mit Wahn und Realität und zugleich eine Mischung aus Film-Noir, Mystery und Road Movie. Dabei ist, wie Kenner das von David Lynch gewohnt sind, weder Handlung noch Bedeutung wirklich zu entschlüsseln, was aber nicht wirklich ausschlaggebend ist. Die düstere Atmosphäre und die surrealen, albtraumhaften Bilder sind derart intensiv, dass „Lost Highway“ von Anfang bis Ende spannend und durchdringend ist.

Neben der technisch perfekten Inszenierung beweist Lynch einmal mehr, dass es ihm grandios gelingt, seine Darsteller mit sicherer Hand zu leiten. Bill Pullman gibt den verzweifelten Fred absolut überzeugend und Patricia Arquettes Leistung in ihrer Doppelrolle ist grandios. Auch Balthazar Getty bietet als junger Automechaniker Pete eine schauspielerische Glanzleistung ab. Lynchs Spiel mit Licht und Schatten und seine atmosphärischen Kameraeinstellungen führen zu einer dichten Vernetzung der einzelnen Szenen, was im Gesamtbild einfach nur großartig wirkt.
„Lost Highway“ ist ein bildgewaltiges Gesamtkunstwerk, an dem sich allerdings die Geister scheiden werden. Ein eindrückliches Beispiel dafür, was es bedeutet, in die Welt von David Lynch einzutauchen…

Wissenswertes

Lost Highway Das Sound-Design von „Lost Highway“ stammt, wie auch bei einigen anderen Filmen Lynchs, von ihm selbst.



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