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Gangster in Key Largo
Key Largo
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Regie
John Huston
Drehbuch
Richard Brooks, John Huston
Produzent
Jerry Wald
Genre Film Noir FSK 16 Filmlänge 97 min Land USA Kinostart 06.04.1950 DVD-Start 28.06.2000 Verleih Warner Bros. Pictures Germany |
Story
Kriegsheimkehrer Frank McCloud macht auf der Durchreise nach Key West halt auf der Insel Key Largo. Er besucht den Vater und die Witwe eines im 2. Weltkrieg unter seinem Kommando gefallenen Soldaten. James und Nora Temple leiten das "Largo Hotel". Die einzigen Gäste sind eine Ansammlung finsterer Gestalten, die McCloud keinen freundlichen Empfang bereiten. Es handelt sich um den Gangsterboss Johnny Rocco, dessen alkoholkranke Ex-Geliebte Gaye und vier seiner Männer. Die Bande wartet auf einen Gangster aus Miami, mit dem sie ein Geschäft abwickeln und anschließend nach Kuba verschwinden will. Bald bilden sich die ersten Konflikte unter der ungleichen Gesellschaft. Als ein Hurrikan heraufzieht und die Insel überschwemmt, droht die Situation zu eskalieren. Frank McCloud muß sich auf seine alten Tugenden besinnen und den Kampf mit den Gangstern aufnehmen...
Schauspieler
Humphrey Bogart, Lauren Bacall, Edward G. Robinson, Claire Trevor, Lionel Barrymore, Thomas Gomez, John Rodney, Harry Lewis, Marc Lawrence, Monte Blue
Filmkritik von Achim Lay
John Huston adaptierte Maxwell Andersons Theaterstück "Key Largo" für die große Leinwand und drehte mit Humphrey Bogart, den er selbst mit "Der Malteserfalke" zum Superstar machte, einen Film Noir um Moral und Heldentum. Bogart mimt hier einmal nicht den coolen, zynischen Antihelden. Vielmehr ist er ein echter (Kriegs-)held. Desillusioniert durch die Sinnlosigkeit des Krieges und die korrupte Gesellschaft der Nachkriegszeit, stellt er seine alten Moralvorstellungen in Frage. Als ihm der Vater und vor allem die Witwe seines gefallenen Kriegskameraden das Gefühl vermitteln gebraucht zu werden, findet er zu den alten Werten zurück und riskiert sein Leben im Kampf mit den korrupten, unmenschlichen Gangstern.
Bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt, weiß vor allem das Psychoduell zwischen dem Kriegshelden und dem Gangsterboss zu überzeugen. Beide Männer sind auf der Suche nach ihrem Platz in der Gesellschaft. McCloud ist auf der Suche nach Halt und einer Aufgabe, für die es sich zu leben lohnt. Rocco hingegen trauert den alten Zeiten nach, als er in Chicago so mächtig war, dass selbst Politiker nach seiner Pfeife tanzten.
Da der Großteil der Handlung in der Hotelhalle des "Largo Hotels" spielt, erinnert die Inszenierung mehr an ein Bühnenstück. Die darstellerischen Leistungen stehen im Mittelpunkt des Geschehens, wobei neben Bogart und Robinson vor allem die mit einem OSCAR belohnte Claire Trevor brilliert. Bogarts Ehefrau Lauren Bacall bleibt hingegen ein wenig farblos.
"Gangster in Key Largo", der bei seinem Kinostart in Deutschland den unpassenden Titel "Hafen des Lasters" trug, gehört nicht zu den besten Filmen Hustons. Max Steiner hat schon bessere Musikscores gemixt und der Showdown weiß nicht vollständig zu überzeugen. Dennoch ist der Film atmosphärisch dicht inszeniert und wird von intelligenten Dialogen getragen. Wer auf Bogey steht, kommt um diesen Film nicht herum.

