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Yojimbo- Der Leibwächter
Yojimbo
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Regie
Akira Kurosawa
Drehbuch
Akira Kurosawa, Ryuzo Kikushima
Produzent
Akira Kurosawa
Genre Action FSK 16 Filmlänge 110 min Land Japan Kinostart 21.05.1982 DVD-Start 17.10.2005 Verleih Pegasus |
Story
Einsam zieht der zynische Samurai Sanjuro durch die japanische Provinz. In einem kleinen Städtchen wittert er seine Chance auf eine Anstellung, als er von zwei rivalisierenden Banden hört, die sich gegenseitig ausrotten wollen. Bald kommt ihm die Idee, die beiden Clans gegeneinander auszuspielen. Zunächst für Geld, später aus ideellen Aspekten verdingt er sich als Leibwächter. Vom Verhalten der Banditen angewidert, fühlt er sich berufen, den Mißständen ein Ende zu bereiten. Es kommt zu einem regelrechten Massaker...
Schauspieler
Toshiro Mifune, Tatsuya Nakadai, Yoko Tsukasa, Isuzu Yamada, Daisuke Kato, Takashi Shimura, Seizaburo Kawazu, Hiroshi Tachikawa, Eijiro Tono, Yoko Tsukasa
Filmkritik von Achim Lay
Toshiro Mifune, der in vielen Filmen Kurosawas die Hauptrolle spielte, hat es verdient, an dieser Stelle einmal explizit erwähnt zu werden. Er glänzt einmal mehr in der Rolle des zynischen Einzelgängers, der im Verlauf der Handlung sein Gewissen entdeckt und für Ordnung und Gerechtigkeit eintritt. Die rücksichtslosen, unmoralischen Bandenmitglieder bringen mit ihren unmenschlichen Taten sein ethisches Bewußtsein zum Vorschein.
Wie bei allen Samuraifilmen des Meisterregisseurs Akira Kurosawa stehen nicht die Kampfszenen im Mittelpunkt des Geschehens. Es sind vielmehr die menschlichen Werte, die Kurosawa interessieren. Feigheit, Machtstreben und gewissenlose Ausbeutung der Schwachen stellt er hier an den Pranger. Kurosawa räumt, personifiziert durch den Samurai Sanjuro, mit diesen Mißständen einer kranken Gesellschaft auf. Deutlich zeigt er seine Haltung zur Verrohung der Sitten, wie auch dem agressiven Gebahren der Machthungrigen. Der Ort der Handlung ist willkürlich und stellvertretend für die weite Welt zu verstehen.
Eine besondere Rolle kommt dem Banditen zu, der, als einziger im Besitz einer Schußwaffe, als Sinnbild für Skrupellosigkeit und Brutalität steht. Nicht mal in seinen letzten Atemzügen ist er gewillt, seine schwarze Seele zu reinigen.
Kurosawa zeigt in Verbindung mit seinem Kameramann einmal mehr seine technische Versiertheit. Als Meister der Tiefenschärfe, vor allem in den Totalen, die so angeordnet sind, dass mehrere Handlungen von Bedeutung in einer einzigen Einstellung stattfinden. Aber auch als brillanter Arrangeur, wenn es darum geht, die gesamte Leinwand möglichst komplett und vorteilhaft auszufüllen.
Yojimbo mag nicht die erzählerische Qualität seiner Meisterwerke "Rashomon" und "Die sieben Samurai" haben. Einige Längen sind nicht von der Hand zu weisen und die Darsteller neigen hier und da zum Overacting. Dennoch ist Kurosawa eine Kritik an den Zuständen in unserer Gesellschaft gelungen, die bis heute nichts an Aktualität eingebüßt hat.
Der Film, 1961 gedreht und im gleichen Jahr bei den Filmfestspielen in Venedig aufgeführt, kam erst im Mai 1982 erstmals in die deutschen Kinos!