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Die süße Haut
La peau douce
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Regie
François Truffaut
Drehbuch
Jean-Louis Richard, François Truffaut
Produzenten
Antonio da Cunha Telles, François Truffaut
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 113 min Land Frankreich Kinostart 16.01.1964 DVD-Start 20.10.2004 Verleih Concorde Film |
Story
Der Literaturhistoriker Pierre Lachenay ist Mitte 40 und lebt in geordneten Verhältnissen. Auf einem Flug nach Lissabon erliegt er den Reizen der zwanzig Jahre jüngeren Stewardess Nicole. Das ungleiche Paar lernt sich näher kennen und verbringt ein paar schöne Stunden in der portugiesischen Metropole. Zurück in Paris kann der biedere Geschäftsmann die hübsche Frau nicht vergessen. Er vernachlässigt seine Frau Franca und Töchterchen Sabine. Pierre hat nur noch Augen für Nicole und richtet seinen Terminplan komplett nach den Flugzeiten seiner Geliebten. Doch gesellschaftliche Zwänge stehen Pierres Plänen im Weg. Als er seine Frau verlässt, um mit Nicole ein neues Leben zu beginnen, erlebt er eine böse Überraschung...
Schauspieler
Jean Desailly, Françoise Dorleac, Nelly Benedetti, Daniel Ceccaldi, Laurence Badie, Philippe Dumat, Paule Emanuele, Maurice Garrel, Sabine Haudepin, Dominique Lacarrière
Filmkritik von Achim Lay
François Truffaut brachte nach seinen großen Erfolgen "Sie küssten und sie schlugen ihn" sowie "Jules und Jim" 1964 einen Film in die Kinos, der beim Publikum nicht so euphorisch gefeiert wurde. Es gelang ihm nicht, die Zuschauer mit der eher herkömmlichen Geschichte eines Geschäftsmannes in der "Midlife Crisis" zu begeistern. Den Vertretern der "Nouvelle Vague" schien der Film wiederum zu angepasst.
Auch die Jury bei den Filmfestspielen in Cannes versagte dem französischen Beitrag die Anerkennung. Zu Unrecht!
"Die süße Haut" ist ein ebenso einfühlsames wie unsentimentales Porträt eines "Biedermannes" in der Mitte seines Lebens, der mit untauglichen Mitteln aus dem Alltagstrott auszubrechen versucht und kläglich an seinen Illusionen scheitert.
Gewiss vermag Jean Desailly in der Rolle des Pierre nicht gänzlich zu überzeugen. Seinem Gesichtsausdruck kann man nur bedingt den Gewissenskonflikt entlocken, in dem er sich unzweifelhaft befindet. Daher stehen emotional die beiden Frauen in Pierres Leben im Blickpunkt. Françoise Dorleac ist von betörender Schönheit. Sie versprüht einen Zauber, dass man den Kinosessel verlassen und in die Leinwand eintauchen möchte, um ihr nahe zu sein. Ihr hinreißender Charme kann nicht über eine gewisse Unsicherheit hinwegtäuschen. Nicole fehlt es an Wärme und Geborgenheit. Dass dies nicht ausreicht, um ein gemeinsames Leben mit einem zwanzig Jahre älteren Mann zu beginnen, erkennt dieser nicht. Truffauts innovative Idee, Pierres Ehefrau Franca mit Nelly Benedetti ebenso stilvoll wie sinnlich zu besetzen, war ein brillanter Schachzug des Regisseurs. Somit macht er es dem Publikum schwerer, Pierres Verhalten nachzuvollziehen.
Die wunderbar einfühlsame Musik von Georges Delerue und die brillante Kameraführung von Raoul Coutard, der vor allem die Gefühlswelt der beiden weiblichen Stars in zahlreichen Nahaufnahmen eindrucksvoll widerspiegelt, machen Truffauts Film zu einem intensiven Filmerlebnis über Macht und Ohnmacht der Liebe. Verspielt und elegant ebnet sich Truffauts Regie einen Weg durch die Herzen der Beteiligten.
Wissenswertes
Françoise Dorleac war die ältere Schwester der großen Catherine Deneuve! Ebenso schön und charmant wie Catherine, verstarb sie auf tragische Weise am 26. Juni 1967, als sie in ihrem Sportwagen in der Nähe von Nizza nach einem Verkehrsunfall verbrannte!
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