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Inside a Skinhead - The Believer
The Believer
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Regie
Henry Bean
Drehbuch
Henry Bean
Produzenten
Susan Hoffman, Christopher Roberts
Genre Drama FSK 18 Filmlänge 94 min Land USA DVD-Start 12.06.2009 Verleih Capelight |
Story
Danny Balint ist wütend und sein Hass richtet sich gegen Ausländer im Allgemeinen und Juden im Besonderen: Danny ist überzeugter Nazi und macht aus seinem Antisemitismus auch kein Hehl. Er verprügelt auf offener Straße und pöbelt unverhohlen. Dabei ist der junge Mann jedoch kein dummer Schläger, sondern belesen und hoch intelligent. Und er ist Jude. Als er Curtis Zampf und Carla Moebius kennen lernt und diese ihn aufgrund seiner rhetorischen Fähigkeiten für ihre faschistische Organisation einsetzen wollen, rückt er in den Focus der Aufmerksamkeit. Auch der Journalisten Guy Danielsen wird auf Danny aufmerksam und beginnt unangenehme Fragen zu stellen…
Schauspieler
Ryan Gosling, Summer Phoenix, Theresa Russell, Billy Zane, Garret Dillahunt, Kris Eivers, Jacob Green, A.D. Miles, Joel Garland, Joshua Harto, Glenn Fitzgerald, Chuck Ardezzone, Tommy Nohilly
Filmkritik von Melanie Frommholz
Ein Jude, der zum Nazi wird: Das Regiedebüt des Drehbuchautor Henry Bean ist ein gewagter Tabubruch, der seine Wurzeln in einer wahren Begebenheit hat. 1960 war es Danny Burros, der als Jude eine Gruppe des Ku Klux Klan anführte. Bean transportierte die Geschichte in die heutige Zeit und versah sie mit all den neuen Facetten, die den modernen Faschismus prägen. Antisemitismus und Nazi-Gedankengut verbirgt sich heute hinter den Fassaden von Investmentbanken, in schicken Seminaren und auf gepflegten Dinnerpartys. Die Figur des Danny Balint ist dabei auch Grenzgänger in den braunen Gefilden. Radikaler als die angepassten Wohnzimmerfaschisten, die in politischen Mehrheitsverhältnissen denken, begeistert er durch gezieltes, selbstsicheres Handeln und mit intelligenter Argumentation die Schläger und fasziniert das angepasste Bürgertum. Die FSK 18 ist hier nicht der gezeigten Gewalt geschuldet, die der Filmemacher lediglich als Stimmungsanheizer gut platziert, sondern der Gefährlichkeit der Worte. Zu Recht, wie sich im Verlauf der aufwühlenden Handlung zeigt, in der Danny alias Ryan Gosling viel Raum erhält sein gefährliches Gedankengut zu präsentieren und das man richtig werten muss. Henry Bean setzte dem Schilderungen von Holocaust-Opfern entgegen und treibt viele Situationen in der direkten Auseinandersetzung drastisch auf die Spitze. In dem er auch die Diskussionen der jüdischen Seite aufgreift und einbindet gelingt ihm ein für die kurze Filmdauer erstaunlich differenziertes Bild, das beleuchtet, dass es zu kurz greift auf diesem Sektor ausschließlich auf Schwarz gegen Weiß als Erklärungsmuster zu setzen. Es ist gerade das Vorhandensein von Grautönen, das Henry Bean treffend herausarbeitet. Auf der Suche nach seiner religiösen Identität und seinem Glaube ist Danny Balint auf Rabbiner gestoßen, die an ihrer dogmatischen Auslegung der Lehre festhielten und sich der kritischen Diskussion verschlossen. Der erste Schritt zu Dannys radikaler Abwendung von allem, was sein Leben geprägt hatte.
In der Hauptrolle dieses von Hass erfüllten jungen Mannes glänzt ein damals noch unbekannter Ryan Gosling, der mit unglaublicher Präsenz die Szenerie beherrscht. Aus seinen Augen spricht die eiskalte Abgebrühtheit wie auch der beginnende Zweifel. Gosling trägt die Handlung auch noch dann, als Henry Bean inszenatorisch Schwierigkeiten bekommt den Läuterungsprozess seines Antihelden holperfrei einzuläuten und im weiteren Verlauf mit der gleichen Selbstsicherheit zu erzählen wie die erste Hälfte des Films. Man merkt hier Beans Ringen um eine realistische Darstellung von Dannys Weg ohne ihn dabei zu einem verkappten Opfer zu machen. Die Handlung büßt damit an Intensität ein.
„Inside a Skinhead“ wirbt mit seiner radikalen Geschichte für den Dialog und die engagierte Auseinandersetzung mit dem Thema Antisemitismus auf eindrückliche und differenzierte Weise. Nicht zuletzt wegen der eindringlichen Darstellung von Ryan Gosling und seiner Botschaft vergibt man dem Film die Unsicherheiten des Filmemachers.
Wissenswertes
Beim Sundance Filmfestival gewann der unbequeme Film 2001 den großen Preis der Jury.
Die Geschichte des wahren Danny Burros geschah in den 1960ern. Er war Mitglied des Ku Klux Klan und tötete sich selbst, als bekannt wurde, dass er selbst jüdischen Glaubens war.
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