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Harry außer sich
Deconstructing Harry
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Regie
Woody Allen
Drehbuch
Woody Allen
Produzent
Jean Doumanian
Genre Komödie FSK 12 Filmlänge 96 min Land USA Kinostart 21.05.1998 DVD-Start 15.10.1999 Verleih Arthaus |
Story
Schriftsteller Harry Block leidet an einer üblen Schreibblockade. Ein Problem, dass dem Autor bislang völlig fremd war. Zu allem Übel steht auch noch eine seiner Ex-Geliebten vor der Tür und beschwert sich mit vorgehaltener Waffe, dass er ihre Geschichte fast eins zu eins in seinem letzten Buch, nur vage kaschiert, verwendet hat. Harry ist über diesen Vorwurf empört, kommt aber dann doch ins Grübeln. Dient sein Leben tatsächlich so offensichtlich als Material für seine Bücher? Eine anstehende Reise zu seiner alten Uni, wo er für sein Werk geehrt werden soll, bringt nicht nur Erinnerungen an seine verflossenen Beziehungen, sondern auch diverse Begegnungen mit seinen Romanfiguren.
Schauspieler
Woody Allen, Elisabeth Shue, Kirstie Alley, Demi Moore, Billy Crystal, Judy Davis, Mariel Hemingway, Robin Williams, Tobey Maguire, Julia Louis-Dreyfus, Stanley Tucci, Hazelle Goodman, Eric Lloyd, Julie Kavner
Filmkritik von Melanie Frommholz
Wo Woody Allen drauf steht, ist eigentlich immer Woody Allen drin! Auch seine 30. Regiearbeit „Harry außer sich“ bildet da keine Ausnahme und so können sich Fans des Filmemachers wieder auf einen jener speziellen, dialoglastigen Streifen freuen, die eben nur Allen so wundervoll kreiert. Es geht um die Höhen und Tiefen der Liebe, Beziehungen, Neurosen und natürlich das alles vor der Kulisse Manhattans. Woody Allens „Harry“ nimmt kein Blatt vor den Mund, und so haben wir auch die fast unausweichliche Auseinandersetzung mit dem Judentum, Naziwitze und Gespräche über Penisse mit im Repertoire. Der Vorwurf Allen würde immer die gleiche Geschichte erneut erzählen greift jedoch zu kurz. „Harry außer sich“ mag zwar Woody Allens bevorzugtes Themengebiet behandeln, ist aber mit Nichten ein müder Aufguss alter Filme. Die Geschichte ist witzig, peppig, voller Situationskomik und bezieht ihren Schwung aus der episodenhaften Erzählweise. Woody Allen konnte zudem wieder einen bunten Strauß von Gaststars für sein Projekt gewinnen und so sehen wir neben ihm selbst in der Hauptrolle zum Beispiel eine Kirstie Alley als Psychiaterin, eine Demi Moore als deren Roman-ich, Billy Crystal, Robin Williams, Tobey Maguire und wer genau aufpasst kann auch Paul Giamatti in einem Mimiauftritt entdecken.
Fast jedes Jahr einen Film und noch kein bisschen müde: Woody Allens „Harry außer sich“ ist bestes Arthaus-Kino und eben wieder ein echter „Allen“. Nicht verpassen!
