Duell in der Nacht (TV)

Duell in der Nacht

Regie Matti Geschonneck  Drehbuch Daniel Nocke  Produzenten Reinhold Elschot, Andrea Rullmann 
Genre Krimi  Filmlänge 90 min
Land Deutschland, 2007  DVD-Start 04.10.2008  Verleih ZDF

Story

Ein ehemaliger Polizist ist ermordet worden und der engagierte Oberkommissar Jonas Birke, der gerade bei der Frankfurter Mordkommission seinen Dienst angetreten hat, soll diesen Fall zusammen mit seiner Kollegin Adler lösen. Wenn es nach ihrem Chef Lehm geht, noch in dieser Nacht, denn am nächsten Morgen möchte er der Presse den Täter präsentieren. Der steht für Lehm übrigens längst fest: Exsträfling Ernst hatte gedroht, das Opfer aus Rache zu töten. Lehm erwartet von Birke eigentlich nur noch, dass er Wolfram Ernst im Verhör überführt. Doch für Jonas Birke ist ein Verdächtiger erst dann schuldig, wenn ihm die Tat zweifelsfrei nachgewiesen werden kann. Der ermordete Polizist Mettich stand kurz davor, gegen Korruption auszusagen – und das hätte mehrere Personen aus Wirtschaft und Polizei ihre Karrieren gekostet. Zudem gibt Ernst an, für den Tatzeitpunkt ein Alibi zu haben, angeblich hatte er ein Tête-à-Tête mit Isabel Wellingsen, der Gattin des einflussreichen Immobilienkönigs Ludwig Wellingsen.

Zur gleichen Zeit findet in einem Frankfurter Nobelhotel ein Bankett statt – Gastgeber ist Ludwig Wellingsen und zu seinen Gästen zählt auch Birkes Vorgesetzter Lehm. So unglaubwürdig Ernsts Alibi auch klingen mag, beschließt Oberkommissar Birke dennoch, dieser Spur nachzugehen und Isabel Wellingsen zu verhören. Im Verlauf dieser Nacht kommt es im Hotel zu einem Kräftemessen zwischen Jonas Birke und Isabel Wellingsen, bei dem nichts so ist, wie es zunächst den Anschein hat…

Schauspieler

Duell in der Nacht (TV) Iris Berben, Jürgen Vogel, Ina Weisse, Uwe Kockisch, Peter Lerchbaumer, Thomas Thieme, Alexander Hörbe, Hans-Jörg Assmann, Ulrich Cyran, Jürgen Haug

Filmkritik von Stefanie Rufle

Steffi vergibt 5 von 5 Ms Duell in der Nacht (TV) Was bei diesem packenden Fernsehkrimi von Anfang an ins Auge sticht ist, dass Regisseur Matti Geschonneck sich beinahe ausschließlich auf seine herausragenden Darsteller verlässt. Seine Rechnung geht auf, denn Jürgen Vogel als ehrgeiziger Oberkommissar Birke und Iris Berben als verwöhnte Millionärsgattin Isabel Wellingsen liefern sich in diesem Kammerspiel ein atemberaubendes Duell. Wie Katz’ und Maus umkreisen die beiden einander, jeder im festen Glauben, selber die Katze zu sein. Geschonneck konzentriert sich beinahe ausschließlich auf das packende Verhör in einem Hotelzimmer, bei dem auch eine kühl agierende Ina Weisse als undurchsichtige Kollegin eine tragende Rolle übernimmt. Action-Elemente oder wilde Verfolgungsjagden sucht man hier vergebens und dass „Duell in der Nacht“ trotz dieser Konzentration auf die Verhörsituation in ein und demselben Raum derart packend geraten ist, kann man nur als Meisterleistung bezeichnen. Das Drehbuch von Daniel Nocke bietet ein gut durchdachtes Verwirrspiel voll überraschender Wendungen und die Bildgestaltung erinnert oftmals an die amerikanischen Großstadtkrimis, was ein reizvoller Kontrast zur kammerspielartigen Verhörsituation ist.
„Duell in der Nacht“ punktet mit großartigen Schauspielern, die aber immer mehr hinter der überraschenden Wendung zurückbleiben, die diese Geschichte allmählich nimmt. Nichts ist, wie es scheint, in diesem Krimi, auch nicht seine Figuren. Mehr und mehr entpuppt sich „Duell in der Nacht“ als Gesellschaftssatire und gewinnt dadurch unerwartete Tiefe hinzu.



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