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Rohtenburg
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Regie
Martin Weisz
Drehbuch
T.S. Faull
Produzenten
Vanessa Coifman, Andreas Schmid, Marco Weber
Genre Horror-Thriller FSK 18 Filmlänge 84 min Land Deutschland, USA Kinostart 18.06.2009 DVD-Start 25.09.2009 Verleih Senator Film |
Story
Für ihre Dissertation hat sich die Kriminalpsychologiestudentin Katie ein außergewöhnliches Thema herausgesucht: Sie will sich auf die Spuren von Oliver Hartwin begeben, der bei lebendigem Leib sein freiwilliges Opfer Simon Grobeck verspeist hat. Um dem Fall nahe zu kommen, reist sie zu dem Haus in dem Oliver groß geworden ist und in dem er Jahre später sein grausames Verspeisungsritual durchgeführt hat. Sie liest Zeitungsartikel über den Kannibalen und dringt so nach und nach in die Psyche eines komplett kranken Mannes ein…
Schauspieler
Keri Russell, Thomas Kretschmann, Thomas Huber, Rainer Meissner, Angelika Bartsch, Alexander Martschewski, Nils Dommning, Marcus Lucas, Pascal Andres, Nikolai Kinski, Axel Wedekind
Filmkritik von Kathrin Lang
Schon seit Jahren sorgt der Film „Rohtenburg“ immer wieder für Aufsehen. Da er auf tatsächlichen Ereignissen basiert, wurde der geplante Kinostart am 9. März 2006 vom Oberlandesgericht Frankfurt per einstweilige Verfügung untersagt. Erst drei Jahre später hob der Bundesgerichtshof das Verbot auf, so dass der Film im Juni 2009 auf unseren Leinwänden zu sehen war und es nun sogar bis in unsere Videotheken geschafft hat.
Die Neugier auf die Geschichte, die „Rohtenbug“ zu erzählen hat, ist nach all dem Aufsehen zwar immens groß, doch kann der Film den hohen Ansprüchen leider nicht im Geringsten gerecht werden. Die Rahmenhandlung, innerhalb deren sich die Doktorandin Katie Armstrong (Keri Russel) auf die Spuren des Kannibalen und seines Opfer begibt, wirkt viel zu konstruiert und erscheint ohnehin überflüssig. Zwar bot dieses Inszenierungsmittel dem Regisseur die Möglichkeit die Geschichte in Form von Rückblenden zu erzählen, und somit die Gegenwart mit der Vergangenheit zu verknüpfen, doch erbringt dies dem Film keinerlei Mehrgewinn. Selbst wenn man die Figur der Katie als Betrachterstellvertreter ansieht, so liefert ihr Beitrag zum Fortlauf des Filmes nur wenig Informatives. Ihr Part spiegelt lediglich die Emotionen wieder, die wir gewiss alle irgendwo in uns tragen: Neugier auf die abnormale Psyche kranker Menschen und pures Entsetzten, wenn wir das Gefühl haben diese wenigstens im Ansatz erfasst zu haben. Um dies zu begreifen brauchen wir jedoch keine Figur, die uns die Neugier und das Entsetzen vorspielt, das wir während „Rohtenburg“ (gefälligst) zu empfinden haben. Wer halbwegs ´normal´ bei Verstand ist, dürfte auch ohne Katies dicke Tränen des Entsetzens begreifen, dass das eben gesehene abnormal und krank ist.
Auch der zweite Erzählstrang, innerhalb dem der Kannibale Oliver Hartwin und dessen freiwilliges Opfer Simon Grobeck auf ihrem Weg begleitet werden, vermag nicht zu überzeugen. Viel zu unvermittelt wird man in die Geschichte hineinkatapultiert und findet sich schon bald in den vielen Zeitsprüngen und Ortswechsel verloren. Auch der eigentliche Inhalt, der in diesen Rückblenden übermittelt wird, ist nur wenig informativ. Obwohl man Oliver und Simon ein Stück in ihrer Kindheit begleitet und später teilweise miterleben darf wie ihre kranke Psyche herausbricht, so hat man dennoch nicht das Gefühl die beiden verstanden zu haben. Zwar mag es schwer sein sich innerhalb eines Filmes überhaupt in die Psyche eines kranken Menschen hineinzuversetzen, doch haben andere Filme in der Vergangenheit bewiesen, dass dies durchaus möglich ist. An die Figurenzeichnung wurde klar zu unreflektiert herangegangen. Alles was bleibt ist die Tatsache, dass dieses Vergehen tatsächlich passiert ist. Warum? Das soll man wohl auch nach „Rohtenburg“ nicht gänzlich begreifen. Scheinbarer Höhepunkt des Filmes ist die Verspeisung, die Ekelszenen vorführt und uns erschaudern lässt. Intensiv und eindringlich sind jedoch auch diese Szenen nicht. Wahre Intensität hätte „Rohtenburg“ erreichen können, indem er detailgetreuer an die Charakterzeichnung herangegangen wäre und uns die wirklichen Untiefen des Kannibalen und seines Opfers vorgeführt hätte.
"Rohtenburg" orientiert sich an den tatsächlichen Ereignissen im Fall Armin Meiwes, der im März 2001 auf ähnliche Weise in Rotenburg einen Mann getötet hat. 

