Over There - Kommando Irak (TV-Serie) - Staffel 1

Over There - Season 1

Filmplakat Over There - Kommando Irak (TV-Serie) - Staffel 1
Regie Nelson McCormick, Jesse Bochco, Mikael Salomon, Chris Gerolmo, D.J. Caruso, Kim Manners, Greg Yaitanes, Dean White, Kramer Morgenthau  Drehbuch Joel Fields, Chris Gerolmo, Peter Egan, Salvatore Stabile  Produzenten Jeffrey Downer, Dayna Bochco, Jesse Bochco 
Genre TV-Serie (Drama)  FSK 16  Filmlänge 540 min
Land USA, 2005  DVD-Start 27.08.2010  Verleih 20th Century Fox

Story

Sg. Chris ‚Scream“ Silas bekommt eine Einheit von Neulingen zugeteilt, die er ab sofort ausbilden und in Kampfeinsätze führen muss. Schon nach kurzer Zeit wird ein Mitglied seines Teams schwer verwundet und muss in die Staaten zurückgeflogen werden. Dort muss sich Pfc. Bo Ryder, der ein Bein verloren hat, erstmal damit abfinden, dass er nicht mehr in den aktiven Dienst zurückkehren kann, was seine Ehe stark belastet. Auch sonst macht die Trennung von zu Hause vielen Soldaten zu schaffen. Silas versteht es aber, seine Truppe zusammen zu halten und lernt diese mit der Zeit sehr zu schätzen…

Schauspieler

Over There - Kommando Irak (TV-Serie) - Staffel 1 Erik Palladino, Luke Macfarlane, Josh Henderson, Keith Robinson, Sticky Fingaz, Lizette Carrion, Nicki Aycox, Sprague Grayden, Brigid Brannagh, Lombardo Boyar, Ana Ortiz

Kritik von Sascha Koch

Sascha vergibt 4 von 5 Ms Over There - Kommando Irak (TV-Serie) - Staffel 1 “The day is coming
Drums are drumming
If you know one say a prayer
There's Mothers crying
Father's sighing
War is in the air
Trains filling up with boys
Who have left behind their favorite toys
They're going over there
Over there
Someone has to die
It's not our job to reason why
Oh, someone has to die”


Der Text dieses Titelsongs spiegelt sehr gut die Stimmung dieses Kriegs-Formats wieder. „Over There“ ist eine Serie, die sich im kleinen Rahmen abspielt und dabei nahe, ohne großen politischen Kontext, an den Soldaten dran ist, die in diesem Krieg kämpfen. Die Serie bietet auf jeden Fall gute Ansätze, wenn es darum geht, den Krieg in seinen Facetten darzustellen. Allerdings scheitern die ersten Episoden an den Erwartungen, wobei vor allem der Pilot befremdlich wirkt. Hier nahm man sich viel zu wenig Zeit, um die Handlung ins Rollen zu bringen. All die Soldaten rennen von zu Hause in die Busse und sind plötzlich im Irak. Hier wäre eine längere Eingewöhnungsphase ratsam gewesen. Auch sind die ersten Folgen noch wacklig in der Umsetzung, wenn es um Gefechtssituationen oder die Charakterbeschreibung geht. Leider bedient hier „Over There“ einigen Klischees, die man eben vermeiden wollte. Auch die Schauspieler wirken noch sehr jung und unerfahren, was auf die Charaktere abfärbt. Insgesamt erscheint dieses Formt zu Beginn eigenartig unreif und ohne letzte Konsequenz.
Nichtsdestotrotz zahlt sich die Eingewöhnungsphase später aber voll aus, da „Over There“ in den folgenden Episoden an Fahrt aufnimmt und an seinen eigenen Ansprüchen wächst.

Ob es an dem hohen Realitätsfaktor dieser Serie lag, dass sie eingestellt wurde, ist wahrscheinlich, aber nicht nachzuweisen. Jedenfalls wird schnell klar, dass „Over There“ ein ganz besonderes Format ist. „Over There“ zeigt uns die Menschen im Krieg, sowohl auf amerikanischer als auch auf irakischer Seite. Die Soldaten sind keine Helden, noch sind ihre Aufgaben irgendwie künstlich Impuls gebend. Hier werden sie von Folge zu Folge gezeigt, wie sie Routineaufgaben erfüllen und wie diese mal mehr mal weniger nach Plan ablaufen. Ohne Effekthascherei betreiben zu wollen, erzählt man hier schlicht und ergreifend einfach nur die „wahre“ Geschichte der Truppen - Ohne Beschönigungen oder übertriebene Dramen. Einfach echt.
Auch wird klar, dass sich eben viele Amerikaner nicht aus reinem Patriotismus zur Army melden, sondern viel mehr weil die Streitkräfte für sozial schwache, junge Erwachsene eine (manchmal die einzige) Zukunft bedeuten. So sind folglich auch die Figuren in „Over There“ sehr jung. Sie sind im Irak, um Krieg zu führen. Warum? Öl? Massenvernichtungswaffen? Die Charaktere stellen nur selten den politischen Zusammenhang zu ihren Aufgaben her, doch wenn sie es tun, offenbart sich eine besorgniserregende Gleichgültigkeit.
Auf alle Aspekte des Krieges bezogen ist „Over There“ vorbildlich. Egal ob es um kulturelle Konflikte, Verwundungen, Tod, psychische Schäden oder um die irakische Bevölkerung an sich geht – Die Serie gibt sich allergrößte Mühe, bodenständig und wahrheitsgetreu zu unterhalten. Keine Beschönigungen, kein Patriotismus, kein Heldentum, keine Ehre. Einfach nur Krieg.

So ist „Over There“ ein sehr wichtiges Format, dass uns die Wahrheit zeigen möchte und es vielleicht sogar auch tut. So werden Menschen beschrieben, die dort hinüber, Over There, gehen und in den Krieg ziehen und eigentlich nicht wissen, warum sie es tun. Einfache Bauern auf dem Schachbrett der Befehlshaber. Mehr nimmt sich „Over There“ nicht heraus darzustellen. Realistisch, berührend und technisch einwandfrei umgesetzt zeigt uns „Over There“ das unzensierte Gesicht des Krieges. Die Darsteller sind gut, die Storys wirken ausgereift und die Kampfszenen sind einwandfrei. Auch wenn die Serie einen schwachen Start hinlegt, ist dies absolut wichtige und beispielhafte Unterhaltung auf hohem Niveau.

Wissenswertes

Over There - Kommando Irak (TV-Serie) - Staffel 1 Der Titel der Serie stammt von dem Song „Over There“ von George M. Cohan, der von US-Soldaten des Ersten Weltkrieges handelt. In der Serie wird er von Chris Gerolmo gesungen und ist Emmy nominiert. Der Song wird am Ende jeder Episode während der Credits und der letzten Szenen gespielt.

Die Aufnahmen, die im Irak spielen, wurden in der kalifornischen Wüste gedreht.

Die Serie wurde vom Sender FX Network in Co-Produktion mit Premiere 2005 geschaffen und ausgestrahlt. „Over There“ wurde nach 13 Episoden eingestellt.

Episodenguide:
• Grünschnäbel
• Die Straßensperre
• Der Märtyrer
• Stark im Glauben

• Der Journalist
• Strasse des Todes
• Auftrag Ausgeführt
• Hass und Hoffnung

• Kriegsbeute
• Todessehnsucht
• Das Waisenhaus
• Der Attentäter

• Ein Gebet für den Frieden

Auszeichnungen

Over There - Kommando Irak (TV-Serie) - Staffel 1 Emmy Nominierungen:
Beste Titelmusik

Besucherbewertung
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