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Der Liebhaber
The Lover
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Regie
Jean-Jacques Annaud
Drehbuch
Jean-Jacques Annaud, Gérard Brach
Produzent
Claude Berri
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 115 min Land Frankreich, Großbritannien, Vietnam Kinostart 26.03.1992 DVD-Start 30.06.1993 Blu-ray-Start 28.10.2011 Verleih Tobis |
Story
Wir befinden uns in der französischen Kolonie Indochina, dem heutigen Vietnam, Anfang der 1930er Jahre. Es wird die Geschichte einer unmöglichen Amour fou zwischen einer französischen Fünfzehnjährigen und einem 17 Jahre älteren Chinesen erzählt. Sie besucht ein französisches Mädchengymnasium in Saigon und wohnt in einem staatlichen Pensionat der Stadt. Auf der Fähre über den Mekong begegnet sie dem vornehmen Chinesen, der sie anspricht. Sofort spürt sie, dass er ihr hoffnungslos verfallen ist und steigt in seine schwarze Limousine, die sie von nun an jeden Tag von Gymnasium zum Pensionat fährt. Als der Chinese sie dann bittet, mit ihm in sein vornehmes Appartement im Chinesen-Viertel zu kommen, willigt sie sofort ein. Was nun beginnt ist alles andere als eine Liebesgeschichte, denn obwohl der Chinese dem Mädchen immer wieder versichert, wie sehr er sie liebe, ist es bei ihr doch die reine sexuelle Begierde, die sie immer wieder zu ihm treibt. Sie weiß, dass es für sie beide niemals eine Zukunft gäbe und genießt doch die Fassungslosigkeit ihrer Familie, als die von ihrer Affäre erfährt. Eineinhalb Jahre lang besucht das Mädchen den Chinesen, dann beschließt sie, sich von ihm zu trennen. Kurz darauf erfährt sie, dass ihr Liebhaber eine Chinesin geheiratet hat, so, wie es die beiden Familien schon vor Jahren miteinander vereinbart hatten…
Schauspieler
Jane March, Tony Leung Ka Fai, Frédérique Meininger, Arnaud Giovaninetti, Melvil Poupaud, Lisa Faulkner, Xiem Mang, Philippe Le Dem, Ann Schaufuss, Quach Van An, Tania Torrens, Raymonde Heudeline, Yvonne Wingerter, Do Minh Vien, Hélène Patarot
Filmkritik von Stefanie Rufle
Der von Jean-Jacques Annaud und Gérard Brach adaptierte Film „Der Liebhaber“ lebt von Anfang an von seinen opulenten Bildern, die manchmal beinahe wie Gemälde anmuten. Es scheint fast so, als wäre jede einzelne Einstellung perfekt durchdacht und ausgeleuchtet. Kameramann Robert Fraisse beweist hier eine unglaublich Liebe zum Detail und komponiert einen wahrhaft bildgewaltigen Film. Vor allem Jane March als laszive Kindfrau mit knallrot geschminkten Lippen bleibt einem wie ein Foto auf die Netzhaut gebrannt. Sie spiegelt die zugleich unschuldige und doch so durchtriebene Natürlichkeit der Jugend so perfekt wider, dass man ihr in jeder Sekunde die Fünfzehnjährige abnimmt, die es liebt, das Leben der anderen zu manipulieren. Zugleich geht von ihr aber auch eine tiefe Traurigkeit aus, spürt man nur zu deutlich, wie schwer es ihr fällt, ihren Liebhaber am Ende zu verlassen. Auch Tony Leung Ka Fai, der den hoffnungslos verlorenen chinesischen Liebhaber darstellt, trägt entscheidend zur exotischen und erotischen Atmosphäre dieses Films bei. Was dieser Adaption allerdings anzulasten ist, ist die stark überbetonte erotische Komponente, die dem Buch nicht ganz gerecht wird. Sei es nun deswegen oder weil sie angeblich mit der Besetzung von Tony Leung K Fai nicht einverstanden war – in jedem Falle distanzierte sich Marguerite Duras von der Verfilmung ihres Romans. Nichtsdestotrotz ist „Der Liebhaber“ ein bewegender Film, der perfekt die Stimmung einer ersten rauschhaften Verliebtheit einfängt.
Wissenswertes
„Der Liebhaber“ basiert auf dem gleichnamigen Roman der französischen Autorin Marguerite Duras, der aus Erinnerungsfragmenten der Autorin während der Zeit ihres Erwachsenwerdens besteht. Sie selbst nannte diese Erzählung „das leichteste Buch, das ich je geschrieben habe“.
Um das richtige Mädchen zu finden, suchten sieben Castingregisseure unter 7000 Mädchen die Hauptdarstellerin. Als Jean-Jacques Annaud dann Jane March sah, wusste er sofort, dass sie „sein Mädchen“ war – angeblich ähnelt sie einem Foto der damals gleichaltrigen Marguerite Duras verblüffend.
Auszeichnungen
OSCAR-Nominierungen
Beste Kamera
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