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Der Fremde im Zug
Strangers on a Train
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Regie
Alfred Hitchcock
Drehbuch
Raymond Chandler, Czenzi Ormonde
Produzent
Alfred Hitchcock
Genre Psycho-Thriller FSK 12 Filmlänge 101 min Land USA Kinostart 01.02.1952 DVD-Start 12.11.2004 Verleih Warner Bros. Pictures |
Story
Während einer Zugfahrt wird Tennisprofi Guy Haines von einem Fremden angesprochen. Nichts ungewöhnliches, ist Guy doch ein gefeierter Star, dessen Gesicht durch sämtliche Gazetten geht. Doch Bruno Antony, wie sich der Mann vorstellt, scheint mehr über Guys Privatleben zu wissen, als dem lieb ist. Denn Guys Verbindung mit Anne, der Tochter von Senator Morton, steht ein gewichtiger Grund im Weg: seine Nochehefrau Miriam, die keineswegs vorhat, in die Scheidung mit dem gefeierten Tennisprofi einzuwilligen. Der seltsame Bruno, der beteuert, wie sehr er seinen Vater hasse, schlägt Guy einen unglaublichen Handel vor. Guy und er sollen über Kreuz morden: Während Bruno Miriam umbringen will, um den Weg für die Ehe mit Anne zu ebnen, soll Guy im Gegenzug Brunos verhassten Vater töten. Da die Opfer ihren jeweiligen Mördern völlig fremd wären, gäbe es für die Polizei später keine nachvollziehbaren Motive. Empört lehnt Guy Brunos Vorschlag, den er nicht ganz ernst nimmt, ab und hat beim Verlassen des Zuges diesen seltsamen Zeitgenossen schon wieder vergessen.
Doch Bruno setzt seinen Plan umgehend in die Tat um und tötet Guys scheidungsunwillige Ehefrau. Als er kurz darauf die seiner Meinung nach vereinbarte Gegenleistung einfordert, fällt Guy aus allen Wolken. Er steckt nun in der Zwickmühle, hat er doch für die Tatzeit kein Alibi, allerdings ein triftiges Tatmotiv…
Schauspieler
Farley Granger, Robert Walker, Ruth Roman, Leo G. Carroll, Patricia Hitchcock, Kasey Rogers, Marion Lorne, Jonathan Hale, Howard St. John, John Brown, Norma Varden, Robert Gist
Filmkritik von Stefanie Rufle
Die Romanvorlage zu „Der Fremde im Zug“ stammt aus der Feder der großartigen Autorin Patricia Highsmith. Dass dieser Thriller dann von Alfred Hitchcock inszeniert wurde, kann eigentlich nur die Grundlage für einen großen Erfolg sein. Und tatsächlich besticht „Der Fremde im Zug“ durch eine besonders perfide Note, die sowohl Highsmiths als auch Hitchcocks Arbeiten auszeichnet. Hier wird eine wohl dosierte Note Suspense mit der Frage gemischt, ob schon der Gedanke an einen Mord der erste Schritt zur Tat ist. Vor allem Farley Granger als naiver Tennisstar und Robert Walker als psychisch instabiler Bruno Antony überzeugen in ihrem Zusammenspiel restlos. Sie zeigen, wie schmal der Grat zwischen heimlich gehegten Gedanken und der Tat, die nicht mehr rückgängig zu machen ist, sein kann. Vor allem mit der Wahl der Darstellerin für Guys Ehefrau Miriam zeigt Hitchcock einmal mehr, wie gut es ihm gelingt, seine Zuschauer zu manipulieren. Kasey Rogers wirkt derart unsympathisch und berechnend, dass man sich selbst beim Gedanken ertappt, dass der Mord an ihr eigentlich nur gerecht ist.
Mehr und mehr wird man hineingezogen in das ausweglos erscheinende Dilemma des Protagonisten und fragt sich, was dem noch anderes bleibt, als seinen Teil der Rechnung zu begleichen. Hitchcock treibt die Geschichte derart auf die Spitze, dass man manchmal glaubt, die Spannung nicht mehr länger ertragen zu können. Auch wenn die deutsche Synchronisation leider völlig veraltet ist, erweist sich „Der Fremde in Zug“ als ein weiteres Meisterstück des „Master of Suspense“. Der Kampf auf dem sich immer schneller drehenden Karussell am Ende des Films kann durch die rasende Geschwindigkeit des Gefährts und die hohe Bildfrequenz auch heute noch restlos überzeugen.
„Der Fremde im Zug“ ist ein gekonnt ausgedachter und spannend inszenierter Thriller, der sich ohne weiteres in die späteren Meisterwerke Alfred Hitchcocks einreihen kann.
Wissenswertes
Der Film lief in Deutschland zeitweise unter dem Namen "Verschwörung im Nordexpress".
Hitchcock besetzte die Rolle der Barbara Morton mit seiner Tochter Patricia.
Robert Walker, der den charismatischen Bruno Anthony spielt, verstarb nur wenige Monate nach Ende der Dreharbeiten.
Auszeichnungen
OSCAR-Nominierungen
Beste Kamera (Schwarz/Weiß)
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