My son, my son, what have ye done

Filmplakat My son, my son, what have ye done
Regie Werner Herzog  Drehbuch Herbert Golder, Werner Herzog  Produzent Eric Bassett 
Genre Drama  FSK 16  Filmlänge 87 min
Land USA, Deutschland,2009  DVD-Start 18.11.2010  Verleih Kinowelt

Story

Ein Tag wie jeder andere. Detective Hank Havenhurst lässt seinen Kollegen Vargas gerade an seinen Erlebnissen mit der örtlichen Verkehrspolizei teilhaben, als sie die Meldung einer Geiselnahme erreicht. In einer der nobleren Vororte von San Diego hat ein Mann sich in seinem Haus mit zwei Geiseln verschanzt. Havenhurst erfährt kurz nach seinem Eintreffen, dass der Täter, Brad McCullum, vor der Geiselnahme seine Mutter mit einem Schwert im Haus einer Nachbarin erstochen hat. Wenig später meldet sich Brads Verlobte, Ingrid, und der Theaterregisseur Lee Meyers am Tatort. Beide sind von Brad angerufen worden mit der Bitte so schnell wie möglich zu kommen. Von ihnen erfährt Hank Havenhurst von der merkwürdigen Mutter-Sohn-Beziehung, die von einer krankhaften Abhängigkeit geprägt war und wie sich der junge Mann in der Zeit seit einer Perureise verändert hat.

Schauspieler

My son, my son, what have ye done Michael Shannon, Chloë Sevigny, Willem Dafoe, Brad Dourif, Michael Pena, Loretta Devine, Udo Kier, Grace Zabriskie

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 3 von 5 Ms My son, my son, what have ye done Spätestens seit seiner Zusammenarbeit mit Klaus Kinski für „Fitzcarraldo“ hat der deutsche Filmemacher Werner Herzog jenseits des Mainstream-Kinos Kultstatus erlangt. Seine Filme sind selten sich selbst erklärende, leicht verdauliche Kost, sondern fordern den Zuschauer in mancherlei Hinsicht. Wenn dann auch noch David Lynch als ausführender Produzent im Hintergrund agiert, kann man sich von der Vorstellung eines „einfachen“ Films verabschieden. Das Drehbuchteam Herbert Golder und Werner Herzog wurden von einem wahren Mordfall zu der Geschichte für „My son, my son what have ye done?” inspiriert und trafen sich in der Vorbereitungsphase auch mit dem echten Mörder – wie im Film ein gescheiteter Schauspieler. Vordergründig erzählt Herzogs Film die Geschichte eines Mordes und einer Geiselnahme, aber eigentlich spürt der Film dem Wahnsinn des Täters nach. Scheinbar angeregt durch die Arbeit an dem klassischen griechischen Theaterstück zu Orestes, dem Muttermörder, und der eigenen Wirklichkeit verschiebt sich die Wahrnehmung der Hauptfigur Brad McCullum zunehmend. Werner Herzog inszeniert diese Veränderung der Psyche in Rückblenden, die von der ihm eigenen besonderen Bildersprache dominiert werden. Ungewöhnliche Perspektiven und eine eigenwillige musikalische Untermalung erzeugen eine bizarre Atmosphäre. Genrefans und solche, die die Arbeit von Herzog und Lynch verehren, werden daher sicherlich von „My son, my son what have ye done?“ nicht enttäuscht sein.

Für all jene, die nicht erst in den Features einer DVD stöbern wollen, um den Film zu verstehen, wird sich die Botschaft von „My son, my son what have ye done?“ jedoch nur beschränkt erschließen und den Film damit zur Geduldsprobe machen. Zu viel bleibt im Dunkeln und das „Warum“ und „Wieso“ verliert sich häufig in Andeutungen. Hinzu kommt eine Inszenierung, die wenig auf Spannungskurven gibt. Anspruch und Unterhaltung müssen sich heutzutage nicht mehr ausschließen. Umso schöner wäre es gewesen wenn „My son, my son what have ye done?“ hier eine klarere Brücke zwischen Realität und Wahnsinn geschlagen hätte.



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Kommentare

Malone schreibt am 10.01.11, 13:45
Endlich mal ein Kommentar, der einen Herzog-Film nicht nur deswegen lobt, weil er von Herzog ist. Das Ganze hat es auch schon in unterhaltsam gegeben, und dieser Film ist gänzlich überflüssig.
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