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We Want Sex
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Regie
Nigel Cole
Drehbuch
Billy Ivory
Produzenten
Elizabeth Karlsen, Stephen Woolley
Genre Drama FSK 6 Filmlänge 113 min Land Großbritannien Kinostart 13.01.2011 DVD-Start 16.06.2011 Blu-ray-Start 16.06.2011 Verleih Tobis Film |
Story
Rita O'Grady und ihre Freundinnen schuften Tag für Tag bei widrigsten Arbeitsbedingungen in dem großen Ford-Werk in Dagenham bei London. Mit nichts am Leib als der Unterwäsche, denn für mehr Kleidung ist es zu warm, nähen sie die Bezüge für Autositze und die Innenverkleidung der schmucken Karossen. Wir schreiben das Jahr 1968. Die Emanzipationswelle ist noch nicht in der Arbeiterklasse angekommen und so erhalten die Frauen nur einen Bruchteil der Bezahlung ihrer Männer. Doch das lassen sie sich nicht mehr gefallen. Als Ford sie als ungelernte Kräfte einstufen will, um weiter Geld zu sparen, haben die Mädels endgültig die Nase voll. Was die Konzernleitung nie für möglich hielt passiert: Die gesamten 187 Näherinnen treten in den Streik. Zunächst erfahren Rita und ihre Mitstreiterinnen noch viel Zuspruch, doch je länger die Auseinandersetzung andauert, desto höhere Wellen schlägt ihre Forderung nach „equal pay“. Die Konzernleitung fährt große Geschütze auf, denn sollte Rita, die inzwischen zum Gesicht der Frauenforderungen geworden ist, siegen, stünden Ford empfindliche Einbußen bevor. Auch daheim hängt so mancher Haussegen schief. Denn Frauen, die streiken, waschen keine Wäsche, kochen kein Essen und kümmern sich auch nicht um ihre Männer und Kinder. Als das Ford-Werk streikbedingt schließen muss und damit auch die Männer ohne Arbeit dastehen eskaliert der Konflikt…
Schauspieler
Sally Hawkins, Andrea Riseborough, Jaime Winstone, Lorraine Stanley, Nicola Duffett, Geraldine James, Miranda Richardson, Rosamund Pike, Bob Hoskins, Rupert Graves, Daniel Mays, Richard Schiff, Matt King, Roger Lloyd-Pack
Filmkritik von Melanie Frommholz
Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit. Eigentlich eine logische und faire Forderung, doch 1968 war man noch weit entfernt davon, dies auch umzusetzen. „We Want Sex“ setzt jenen Frauen ein filmisches Denkmal, die auf die Barrikaden gingen und für eine gleiche Bezahlung der Frauen in den Ford-Werken in England in den Streik traten. Die lösten damit eine Welle von Entwicklungen aus, die 1970 in dem sogenannten „equal-pay-act“ mündeten, der Frauen ein Recht auf gleiche Bezahlung zusicherte. Regisseur Nigel Cole, der bereits 2003 die wahre Geschichte der „Kalender Girls“ charmant in Szene setzte, hat es erneut geschafft, eine wichtige Geschichte gelungen für die die große Leinwand zu adaptieren. Er zeigt uns Heldinnen, die einfache Frauen sind mit all den großen und kleinen Problemen einer arbeitenden Hausfrau und Mutter. Er tut dies nicht anklagend oder Effekt heischend, sondern bettet die Geschichte ein in das damalige Frauenbild der Gesellschaft. Die Frau hatte immer noch die Rolle der gutaussehenden, perfekt kochenden aber bitte nicht selbst denkenden Zierde des Mannes.
In der Rolle der couragierten Rita erleben wir eine gewohnt souverän spielende Sally Hawkins, die in ihrer Darstellung die richtige Balance zwischen verletzlich und stark findet. Auch die übrigen Power-Frauen sind gut getroffen. Als Arbeitsministerin Barbara Castle wird Miranda Richardson zum besten Mann im Kabinett des englischen Premierministers.
„We Want Sex“ ist ein charmant erzähltes Stück Zeitgeschichte geworden, das uns in Erinnerung ruft, dass man für seine Rechte auch ab und an etwas riskieren muss. Nigel Cole schafft es zwar nicht ganz, den Zuschauer so mitzureißen, wie noch mit seinen „Kalender Girls“, dennoch berührt sein Film aufgrund der authentischen Figuren und der ausgewogenen Mischung aus heiteren und ernsten Tönen.
Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit. 