Aktuell im Kino
Demnächst im Kino
- 16.2.
- Der Ruf der Wale
- 16.2.
- Extrem laut und unglaublich...
- 16.2.
- Gefährten
- 16.2.
- Yoko
- 23.2.
- Ghost Rider: Spirit of Ven...
- 23.2.
- Glück
- 23.2.
- In the Land of Blood and...
- 23.2.
- Safe House
- 23.2.
- Young Adult
- Zu den Kinostarts
Moviesection.de unterstützt PETA
Brighton Rock
|
Regie
Rowan Joffe
Drehbuch
Rowan Joffe
Produzent
Paul Webster
Genre Drama FSK 16 Filmlänge 111 min Land Großbritannien Kinostart 21.04.2011 DVD-Start 08.09.2011 Verleih Kinowelt |
Story
Der beschauliche englische Badeort Brighton lockt in den 1960ern Jung und Alt ans Meer zur Sommerfrische, für das seichte Vergnügen und ein paar Pferdewetten. Doch hinter der sonnigen Urlaubsfassade brodelt es in der Unterwelt, ist der Kampf um Schutzgelder und die Vorherrschaft in der Stadt in vollem Gange. Als Bandenchef Kite von den Männern der verfeindeten Colleoni-Bande ermordet wird, sieht der junge skrupellose Kleinganove Pinkie seine Chance gekommen, seinen Mentor zu beerben. Als erstes schafft er Kites vermeintlichen Mörder Fred aus dem Weg. Eine Tat mit unabsehbaren Folgen, denn Colleoni ist nicht gewillt sich das Geschäft in Brighton wieder aus der Hand nehmen zu lassen. Als die unbedarfte Kellnerin Rose zufällig an belastende Beweise kommt, lässt Pinkie sich mit ihr ein, um zu erfahren, wie viel sie weiß. Schon bald dreht sich die Spirale aus Liebe und Gewalt unaufhörlich und als in Brighton die Jugend Englands aufgeteilt in die „Mods“ mit ihren Motorrollern und Parkas und die „Rockers“ mit ihren Motorrädern und Lederjacken auf der Straße aufeinanderprallen, spitzt sich auch für Pinkie die Lage bedrohlich zu. Den Roses Chefin Ida Arnold, eine Freundin von Fred, ist ihm dicht auf den Fersen und kurz davor in zu entlarven.
Schauspieler
Sam Riley, Andrea Riseborough, Helen Mirren, John Hurt, Andy Serkis, Sean Harris, Nonso Anozie, Steven Robertson, Steve Evets
Filmkritik von Melanie Frommholz
Schriftsteller und Drehbuchautor Graham Greene hat uns bereits etliche packende und spannende Geschichten für die große Leinwand geliefert. „Jagd im Nebel“, „Das Ende einer Affäre“, „Der stille Amerikaner“ oder „Der dritte Man“ sind nur vier davon. Mit „Brighton Rock“ kommt nun nach Langem erneut eine Greene-Adaption in unsere Kinos. Das Drehbuch, das auf seinem Roman „Am Abgrund des Lebens“ basiert und das erstmals 1947 unter dem Titel „Finstere Gassen“ verfilmt wurde, hatte es dem englischen Filmemacher und Drehbuchautoren Rowan Joffe wohl angetan, denn er erkor es nicht nur für sein Kinodebüt aus, sondern schrieb auch gleich das Drehbuch. Kennt man Graham Greenes Roman, ist man zunächst irritiert, ist Joffe doch gerade zu Beginn mit der Vorlage recht frei verfahren und hat, eindeutig der Zeit geschuldet, den Auftakt des düsteren Ganovenreigens verkürzt, anders arrangiert und gerade den Hintergrund der Figur der Ida Arnold anders angelegt. Zielstrebig stößt er zum Kern, zur dunklen Essenz von Greenes Romanvorlage vor: der zornigen und skrupellosen Figur des Kleinganoven Pinkie Brown und dessen zerstörerischen Liebesbeziehung zu der naiven Kellnerin Rose. Joffes Rechnung geht auf. Wo Graham Greene sprachliche Bilder findet, fängt die Kamera in „Brighton Rock“ die bedrohliche Grundstimmung und die düstere Atmosphäre hinter der scheinbar harmlosen Urlaubskulisse ein und unterstützt so die kraftvolle Inszenierung, von der man bald gefangen ist. Rowan Joffe taucht ab in die düsteren Untiefen der Seele seiner Figuren und spürt den dortigen Dämonen nach. Gebannt verfolgt man die sich immer schneller drehende Spirale der gewaltgeprägten Ereignisse und die verstörende Entwicklung der Beziehung zwischen Pinkie und Rose. Getragen wird die Handlung dabei von den Darstellern. Sam Riley fängt die Widersprüchlichkeit Pinkies genauso ein wie seine unbändige, brodelnde Wut und sein selbstzerstörerisches Geltungsbedürfnis. Als sein Gegenpart agiert die junge Andrea Riseborough nicht weniger überzeugend. Sie ist diese naive Rose, die sich in ihre Liebe zum Bösen verrennt mit Haut und Haaren. Komplettiert wird die ausnahmslos gute Besetzung in den Hauptrollen von Helen Mirren, die leider in dieser Adaption als Ida Arnold wenig Storyanteile hat, was schade ist, ist ihre Figur doch in der Romanvorlage eine tragende und interessante Säule. Dennoch macht Mirren aus den Minuten, die ihr gegeben sind, wie immer ausdruckstark das Beste.
Graham Greene zeichnete in „Am Abgrund des Lebens“ faszinierend vielschichtige Figuren, und spürt zusammen mit ihnen der dunklen Seite der Emotionen, dem Bösen in uns nach. Trotz Veränderungen der Geschichte gelingt es Rowan Joffe diese bedrohliche Stimmung aus Zorn, Wut, Gewalt und Selbstzerstörung einzufangen und auf die Leinwand zu bringen. „Brighton Rock“ ist damit zwar kein werkgetreues aber dennoch packendes und sehenswertes Dramakino mit Thrill.
„Brighton Rock“ ist die Adaption des Buches "Am Abgrund des Lebens" des britischen Autors Graham Greene. Regisseur Rowan Joffe verlegt den 1938 erschienenen Roman in das Großbritannien der 60er Jahre.
