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Winter's Bone
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Regie
Debra Granik
Drehbuch
Debra Granik, Anne Rosellini
Produzenten
Alix Madigan, Anne Rosellini
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 100 min Land USA Kinostart 31.03.2011 DVD-Start 18.10.2011 Verleih Ascot Elite Filmverleih GmbH |
Story
Erzählt wird die Geschichte von der 17jährigen Ree, die in ärmlichen Verhältnissen ihre zwei kleinen Geschwister großziehen und sich um ihre psychisch kranke Mutter kümmern muss. Alles was die Familie hat, ist ein großes Grundstück im südlichen Missouri, auf dem ein Haus steht, das ihnen ein Dach über dem Kopf gewährt. Als jedoch auch dieses überlebenswichtige Element wegzufallen droht, weil der drogenkriminelle Vater das Grundstück samt Haus als Kaution für seine Gefängnisentlassung hinterlegt hat und nun nicht zu seinem angesetzten Gerichtstermin erschienen ist, beginnt Rees unerbittlicher Kampf ums Überleben. Sollte ihr Vater nicht innerhalb von sieben Tagen vor Gericht erscheinen, verliert Ree alles, weshalb es für das noch junge Mädchen nur eine Konsequenz gibt: „Ich werde ihn finden!“
Schauspieler
Jennifer Lawrence, John Hawkes, Kevin Breznahan, Dale Dickey, Garret Dillahunt, Sheryl Lee, Lauren Sweetser, Tate Taylor
Filmkritik von Kathrin Lang
Mit „Winter’s Bone“ erzählt uns die Independentfilmerin Debra Granik die ebenso beeindruckende wie tragische Geschichte der 17jährigen Ree (Jennifer Lawrence), auf deren Schulter die schwere Verantwortung für ihre Mutter sowie für zwei kleine Geschwister lastet. Entlang des steinigen Weges, den Ree im Kommenden auf der Suche nach ihrem Vater unermüdlich geht, inszeniert Debra Granik ihr Drama mit einem Stil, der einen stark authentisch wirkenden Film hervorbringt. Nicht nur, dass „Winter’s Bone“ tatsächlich in einem abgelegenen Dorf im Süden von Missouri gedreht wurde, auch viele der Darsteller fand und besetzte Granik erst direkt vor Ort. Es sind jedoch nicht nur die Laiendarsteller und die natürlichen Schauplätze, die „Winter’s Bone“ eine dokumentarische Ader verleihen, sondern auch der weitgehende Verzicht auf rein filmische Mittel. Debra Granik unterstützt die starke Authentizität ihres Sozialdramas, indem sie Filmmusik nur behutsam einsetzt und auf harte Schnitte, aufdringliche Kamerabewegungen oder gar Perspektivenwechsel innerhalb der Erzählung verzichtet. Zudem gehen die preisgekrönte Filmemacherin und ihre Co-Drehbuchautorin Anne Rosellini sehr wertfrei mit dem Stoff ihres Dramas um. Als neutrale Instanz wagen sie nicht über das einfache Leben der Menschen in der abgelegenen Berglandschaft zu urteilen – es herrschen eigene Gesetze unter der eingeschworenen, aber doch in sich zerrissenen Gemeinschaft. Diese werden von Granik und Rosellini objektiv betrachtet und als Nährboden für die Geschichte eingesetzt. Schnell wird „Winter’s Bone“ durch all dies eine ganz eigenwillige Atmosphäre zuteil, die man im Kino auf diese Weise nur selten erleben kann.
Mittelpunkt von „Winter’s Bone“ bildet jedoch klar die außergewöhnliche Teenagerin Ree, die von der bislang eher unbekannten Darstellerin Jennifer Lawrence auf der Leinwand zum Leben erweckt wird. Eindrucksvoll trifft Lawrence mit ihrem differenzierten Spiel genau den Punk, an dem ihrer Rolle eine tragische Spannung innewohnt: Als Ree bewegt sie sich in der Ambivalenz zwischen einer unerschütterlichen Kämpfernatur und einer doch zerbrechlichen 17jährigen. Obwohl die unerschrockene Kämpferin klar im Vordergrund steht, sind im Drehbuch auch ein paar wenige Momente angelegt, an denen Ree Schwäche zeigen darf. Lawrence erkennt die Möglichkeiten dieser Szenen, greift diese in ihrem Spiel eindrucksvoll auf und verdeutlicht damit nachhaltig das ganze tragische Ausmaß der Geschichte.
Nicht grundlos wurde „Winter’s Bone“ auf dem Sundance Filmfestival 2010 mit dem großen Preis der Jury und dem Waldo Salt Drehbuchpreis ausgezeichnet. Noch weniger überraschend ist die Golden Globe- und OSCAR-Nominierung für Jennifer Lawrence: „Winter’s Bone“ ist ein fein ausgearbeiteter Film, der durch seinen authentischen Charakter und dank einer starken Hauptdarstellerin den Weg aus der stillen Independentecke, hin zu internationaler Aufmerksamkeit findet.
Wissenswertes
"Winter’s Bone" ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Daniel Woodrell. Beim Sundance Festival wurde das Drama mit dem großen Preis der Jury dem Waldo Salt Drehbuchpreis ausgezeichnet.
"Winter's Bone" wurde im englischen Original mit deutschen Untertiteln gesehen und bewertet.
Auszeichnungen
Golden Globe-Nominierungen
Beste Schauspielerin - Drama (Jennifer Lawrence)
OSCAR-Nominierungen
Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Jennifer Lawrence), Bester Nebendarsteller (John Hawkes), Bestes Drehbuch (Adaption)
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