Mütter und Töchter

Mother and Child

Filmplakat Mütter und Töchter
Regie Rodrigo Garcia  Drehbuch Rodrigo Garcia  Produzenten Julie Lynn, Lisa Maria Falcone 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 126 min
Land USA  Kinostart 28.04.2011  DVD-Start 16.09.2011  Blu-ray-Start 16.09.2011  Verleih Universum Film

Story

Physiotherapeutin Karen ist mittlerweile in die Jahre bekommen, leidet jedoch noch immer darunter, dass sie das Baby, das sie mit 14 Jahren auf die Welt gebracht hat, abgeben musste. Ihre Mutter hat damals das Zepter in die Hand genommen und das kleine Mädchen zur Adoption freigegeben. Jeden Tag schreibt Karen seither Briefe an ihre Tochter in ein Tagebuch. Obwohl sie ihr Kind niemals gesehen hat, nicht einmal weiß ob, wo und wie es lebt, trägt sie es immer ganz nah an ihrem Herzen.
Elizabeth ist mittlerweile 37 Jahre alt, eine erfolgreiche und überaus ambitionierte Anwältin, die sich in einer männerdominierten Berufswelt nach oben arbeitet. Erinnerungen an ihre unglückliche Kindheit, das fehlende Wissen darüber wer sie ist und wo sie herkommt, vergräbt sie unter ihrer Arbeitswut und Sex, den sie abwechselnd mit ihrem neuen Chef Paul oder dem angehenden Vater in der Nachbarswohnung hat.

Lucy wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind. Leider können sie und ihr Mann kein eigenes Baby zeugen. Sie entscheiden sich daher für eine Adoption. Der langwierige Prozess stellt die eigentlich gefestigte Beziehung der beiden jedoch auf eine harte Probe.

Schauspieler

Mütter und Töchter Naomi Watts, Annette Bening, Kerry Washington, Jimmy Smits, Samuel L. Jackson, S. Epatha Merkerson, Cherry Jones, Elpidia Carrillo, Shareeka Epps, David Morse, Eileen Ryan, Amy Brenneman, David Ramsey

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 5 von 5 Ms Mütter und Töchter Das besondere Verhältnis von Eltern zu ihren Kindern bot in den vergangenen Jahren schon vielen Drehbuchautoren einen guten Nährboden für ihre Filme. Verzwickte Familienkonstellationen funktionieren auch ohne die großen Dramen gut auf der Leinwand, da sich jeder auf die eine oder andere Weise mit der erzählten Geschichte identifizieren kann. Die lustigen Momente, die sich innerhalb einer Familie zutragen, sind da ebenso leicht und schnell nachvollziehbar wie die Tragischen. So oder so sind die Familienbanden immer stark emotional aufgeladen, da es sich dabei um die wohl stärkste Bindung von Menschen untereinander handelt. Regisseur und Drehbuchautor Rodrigo Garcia widmet sich in „Mütter und Töchter“ nun zwar einer ganz speziellen Konstellation im Familiengefüge, erzählt entlang dreier Lebensschicksale jedoch eine Geschichte, die ihre ganze emotionale Wucht aus der Empathiefähigkeit eines jeden von uns schöpft.

Drei Frauen, drei Leben, ein Schicksal – die Geschichte, die uns Rodrigo Garcia erzählt, hat es wahrlich in sich. Der Kunstgriff scheint dabei darin zu liegen, dass sich „Mütter und Töchter“ zu Beginn viel Zeit nimmt, um die Figuren einzuführen. Ganz allmählich wird der Zuschauer für das jeweilige Schicksal der drei Frauen sensibilisiert. Immer mehr dringt man dabei in die Psyche der Frauen ein, beginnt sie zu verstehen, ihren Schmerz ebenso wie ihre Verzweiflung am eigenen Leib zu spüren. „Mütter und Töchter“ baut dieses emotionale Spiel mit dem Betrachter immer weiter aus und führt es letztlich langsam, aber doch beständig auf einen Punkt zu, an dem es unsäglich zu schmerzen droht. Und tatsächlich geht das Drama an seinem Wendepunkt unheimlich nahe. Traurigkeit macht sich ebenso breit wie Mitgefühl und Fassungslosigkeit, gleichzeitig keimt aber doch auch Hoffnung und Freude auf. Immer wieder spielt das Drama mit den beiden gegensätzlichen Gefühlen. Zwischen den Zeilen ist „Mütter und Töchter“ niemals nur schwarzmalerisches Drama, sondern immer auch eine positiv berührende Geschichte über das Wichtigste, das man im Leben besitzen kann: Eine Familie, ein Partner oder Kinder, die durch ihre reine Anwesenheit Liebe und Geborgenheit spenden.

Mit Naomi Watts, Annette Bening und Kerry Washington ist „Mütter und Töchter“ zudem fabelhaft besetzt. Die drei Frauen ergänzen sich toll in ihrer Verschiedenheit. Jede von ihnen zeigt eine andere Facette des Mutter- und gleichzeitig Tochterseins, wodurch sich das Drama zu einem vielseitigen Film entfacht, der nicht nur einen sturen Blick auf die spezielle Familienkonstellation wirft, sondern sehr unterschiedliche Varianten aufzeigt.

„Mütter und Töchter“ ist ein tolles Drama, das noch lange nach dem Abspann nachhallt.

Wissenswertes

Mütter und Töchter Ausführender Produzent ist Alejandro González Iñárritu - Regisseur von "Babel" und Produzent von "Biutiful".



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