Picco

Filmplakat Picco
Regie Philip Koch  Drehbuch Philip Koch  Produzenten Philipp Worm, Tobias Walker 
Genre Drama  FSK 16  Filmlänge 104 min
Land Deutschland  Kinostart 03.02.2011  DVD-Start 14.10.2011  Blu-ray-Start 14.10.2011  Verleih Movienet

Story

Picco – in der Jugendvollzugsanstalt trägt immer der Neuankömmling diesen Namen. Er ist der Kleine, der Schwächste und das potentielle Opfer der Launen der anderen Insassen. Als Kevin in die JVA eingeliefert wird, muss er diese Regel akzeptieren. Zwischen all der Aggression und Gewalt, die um ihn herum herrscht, findet Kevin schnell heraus, dass es besser ist sich den knallharten Strukturen des Gefängnisalltags anzupassen, anstatt sich ihnen zu wiedersetzen. Denn es gibt nur zwei Möglichkeiten: Mitläufer oder Opfer!

Schauspieler

Picco Constantin von Jascheroff, Martin Kiefer, Joel Basman, Frederick Lau, Leonie Benesch, Rainer Bock, Konstantin Frolov, Jule Gartzke, Edin Hasanovic, Aram Arami

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 5 von 5 Ms Picco 2010 war es vor allem ein deutscher Film, der auf nationalen ebenso wie auf internationalen Filmfestspielen für Aufmerksamkeit sorgte: „Picco“, das Spielfilmdebüt von Philip Koch. Von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden mit dem Prädikat „Besonders Wertvoll“ ausgezeichnet, mit zwei Nominierungen bei dem First Steps Award bedacht, beim Filmfestival Max Ophüls ausgezeichnet und zuletzt auch in Cannes gefeiert und für den Nachwuchspreis nominiert. Wer es bis zum Schluss aushält, der wird bei „Picco“ auch tatsächlich mit Kino konfrontiert, das dem Zuschauer seine Geschichte und deren Botschaft mit eindrucksvoller Wucht entgegen schleudert. „Picco“ zählt wohl nicht nur zu den am meisten gefeierten deutschen Filmen aus dem Jahr 2010, sondern zugleich zu den schonungslosesten und brutalsten.

Als Vorlage für seinen Film dienen Regisseur und Drehbuchautor Philip Koch die Ereignisse, die sich im November 2006 in der JVA Siegburg zugetragen haben: vier junge Männer in einer Zelle, die nicht wissen wohin mit ihren Aggressionen und ihrer Wut gegenüber dem Leben und sich selbst. Am Ende steht ein grauenhaftes Verbrechen, das jegliche menschliche Vorstellungskraft bei weitem übersteigt. Mit „Picco“ zeichnet Philip Koch die wahren Ereignisse und deren grauenhaftes Resultat frei nach. Dabei herausgekommen ist ein atmosphärisch derart dichtes Kammerspiel, dass es ebenso schwer fällt den Fernseher laufenzulassen, wie ihn einfach auszuschalten. Gelähmt und fassungslos gibt man sich er intensiven Erzählung hin und hofft dabei bis zum Schluss, dass das alles nur ein schlimmer Alptraum ist. Doch es kommt, wie es kommt – und das ist grauenvoll und so derart unmenschlich, dass man ab einem gewissen Punkt nur noch schwer begreifen kann von welch menschlicher Brutalität man gerade Zeuge wird.

Dass „Picco“ unbarmherzig genau dort trifft, wo es am meisten schmerzt, liegt an der meisterhaften Inszenierung und an dem vierköpfigen Schauspielensemble, das sich aus den vier deutschen Jungschauspielerin Frederick Lau, Martin Kiefer, Joel Basman und Constantin von Jascheroff zusammensetzt. Außergewöhnliche filmische Stilmittel finden in „Picco“ keinen Platz. Bei der Inszenierung fokussieren sich Philip Koch und seine Kamera ganz und gar auf die Darsteller, deren Handeln und die Dialoge, wodurch die Atmosphäre von „Picco“ bis zur Unerträglichkeit authentisch wirkt.

„Wir geben ihrer Zukunft ein Zuhause: JVA" ist zu Beginn des Films auf einer Wand in der Gefängniszelle zu lesen. Was die Zukunft in diesem Zuhause für die vier jungen Männer bereithält, ist mit Abstand das Schlimmste, das das deutsche Kino 2010 zu bieten hatte – und das am eindrucksvollsten Inszenierte und schauspielerisch Umgesetzte zugleich.

Wissenswertes

Picco "Picco" basiert auf den wahren Ereignissen, die sich 2006 in der JVA Siegburg zugetragen haben.



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