Gefährten

War Horse

Filmplakat Gefährten
Regie Steven Spielberg  Drehbuch Lee Hall, Richard Curtis  Produzenten Kathleen Kennedy, Steven Spielberg 
Genre Kriegs-Drama  FSK 12  Filmlänge 147 min
Land USA  Kinostart 16.02.2012  DVD-Start 30.08.2012  Blu-ray-Start 30.08.2012  Verleih Walt Disney Pictures

Story

Schon als der junge Albert Narracott das Fohlen sieht, weiß er, dass dieser Hengst zu ihm gehört. Und tatsächlich will es das Schicksal so. Bei einer Pferdeauktion im ländlichen Devon ersteigert Alberts Vater Ted das Pferd für eine horrende Summe, weil er seinem Verpächter die Stirn bieten will. Der rassige Jährling taugt mit Nichten für die schwere Ackerarbeit vor einem Pflug, doch Albert ist so begeistert, als sein Vater mit dem Tier auf den Hof kommt, dass er verspricht den Hengst auszubilden. Er tauft ihn Joey und die beiden werden die dicksten Freunde. Doch dann wirft der Erste Weltkrieg seinen Schatten auch nach England. Ted Narracott muss Joey verkaufen, um die Pacht zu bezahlen und den Hof zu halten. Ein junger Offizier kauft ihn und der Hengst wird zum britischen Militärpferd. Für ihn beginnt damit eine abenteuerliche und gefahrvolle Reise, während Albert daheim mit seinen Gedanken immer bei seinem vierbeinigen Freund ist. Schließlich meldet er sich freiwillig als Soldat, um auf den Schlachtfeldern der Weltmächte nach ihm zu suchen…

Schauspieler

Gefährten Jeremy Irvine, Peter Mullan, Emily Watson, Niels Arestrup, David Thewlis, Tom Hiddleston, Benedict Cumberbatch, Celine Buckens, Toby Kebbell, Patrick Kennedy, Leonard Carow, David Kross, Matt Milne, Robert Emms, Eddie Marsan

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 3 von 5 Ms Gefährten Sie hießen „Fury“, „Black Beauty“, „Seabiscuit" oder schlicht der „schwarze Hengst“ und sie alle vermittelten uns das Credo, dass auf ihrem Rücken das Glück dieser Erde zu finden ist. Unter der Regie von Hollywoods Altmeister Steven Spielberg kommt nun „Joey“ zu dieser Riege der Filmpferde hinzu. Joeys Geschichte stammt aus der Feder des Autoren Michael Morpurgo , die hier von Lee Hall und Richard Curtis für das Drehbuch adaptiert wurde. Es ist eine schöne und nostalgische Geschichte von einer besonderen Freundschaft, die den Hengst in sein Zentrum stellt und ihn zum Hoffnungsträger für ganz unterschiedliche Menschen werden lässt, deren Weg er in der grausamen Zeit des Krieges kreuzt. Reichlich Gelegenheit also, für ergreifende Momente und berührende Szenen. Und der Film hat diese Momente, in denen man berührt und vorbehaltlos bei den Figuren ist. Doch es sind letztlich zu wenige, als dass daraus insgesamt ein wirklich inspirierender und kraftvoller Film geworden wäre, der über ein durchschnittliches Niveau hinausragt. „Gefährten“ ist ein Film, den man von Beginn an lieben möchte und es doch nicht rückhaltlos kann. Dafür ist die Story zu einfach und zu schlicht und angesichts der Schrecken des Ersten Weltkrieges mit seinen ersten Massenvernichtungswaffen auch ein Stück weit zu naiv gehalten. Eine Entwicklung, die sich bei der Figurenzeichnung fortsetzt. Die Romanvorlage richtet sich an ein jugendliches Lesepublikum. Für sie mögen die einfachen Dialoge richtig sein, ein erwachsenes Publikum stört sich an oft simplen Sätzen und Handlungsverläufen. Zudem sind die Episoden, die Joey auf seiner Reise erlebt trotz einer opulenten Filmlänge von fast 150 Minuten gefühlt immer zu kurz, um den Figuren genügend Raum zu geben, um echte Tiefe zu entwickeln. Eine Lücke, die auch die guten Schauspieler nicht schließen können.

Steven Spielberg inszeniert „Gefährten“ routiniert und mit dem zur Story passenden altmodischem Charme, großen Bildern und opulenter Ausstattung. Reichlich Kitsch und Pathos inklusive. Spielberg steht zu diesem Ansatz und bleibt ihm konsequent bis zum Schluss treu. Der Regisseur weiß, wie man Emotionen ins rechte Licht rückt und es gelingt ihm auch diesmal diese beim Zuschauer zu wecken. Der Film hat ergreifende Szenen, die das Herz rühren, aber oft auch so offensichtlich darauf abzielen, dass es zuweilen plump wirkt. Wenn der Film im flammenden Abendrot zu Ende geht, hat man Bilder von „Vom Winde verweht“ aus dem Jahre 1939 vor Augen. Zu jener Zeit hätte die Inszenierung den Nerv der Zeit wohl getroffen. Heute ist „Gefährten“ eine sympathische und nette Geschichte mit märchenhaften Zügen, bei der der Funke des Besonderen jedoch zu schwach lodert und die in ihrer Inszenierung leicht angestaubt wirkt. Ein Film, der bei den Golden Globes und sogar den OSCARs für würdig befunden wurde ins Rennen für die Auszeichnung um den besten Film zu gehen, sollte da schon deutlich mehr bieten.

Wissenswertes

Gefährten Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Jugendbuch von Michael Morpurgo.

Auszeichnungen

Gefährten
Golden Globe-Nominierungen

Bester Film - Drama, Beste Musik

OSCAR-Nominierungen

Bester Film, Beste Ausstattung, Beste Kamera, Beste Musik, Bester Ton-Mix, Bester Ton-Schnitt



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Kommentare

costello schreibt am 24.02.12, 15:30
der film ist überdurschnittliches samstagabendprogramm. die "leiden" des tieres sind auf etwa 2 minuen im nachtmodus begrenzt, also auch für tierfreund (wie mich) durchaus auszuhalten. am ende wird die handlung doch sehr kitschig, (manche zufälligen zufälle gibt es nicht). ich war doch über große strecken des filmes gefesselt. durchaus anzusehen.
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