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Harry Brown
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Regie
Daniel Barber
Drehbuch
Gary Young
Produzenten
Keith Bell, Kris Thykier, Matthew Vaughn
Genre Krimi FSK 16 Filmlänge 98 min Land Großbritannien DVD-Start 21.10.2010 Verleih |
Story
Harry Brown ist erst seit kurzem Witwer, als sein bester Freund von einer Gang brutal erschlagen wird. In dem Viertel, in dem Harry lebt, sind Drogen und Kriminalität an der Tagesordnung. Sein Kumpel Leonard war von den aufsässigen Jugendlichen schon längere Zeit schikaniert worden. Als der ehemalige Royal Marine erkennt, dass die Polizei hilflos ist, angesichts der mafiösen Strukturen im Viertel, greift er selbst zur Waffe und beginnt einen erbarmungslosen Rachefeldzug. Bald ist es mit dem selbstsicheren Auftreten der Gang-Mitglieder vorbei…
Schauspieler
Michael Caine, Emily Mortimer, Charlie Creed-Miles, David Bradley, Iain Glen, Sean Harris, Ben Drew, Jack O'Connell, Jamie Downey
Filmkritik von Melanie Frommholz
“Es ist kein brutaler Film. Es ist ein Film über Brutalität. Das ist ein gewaltiger Unterschied.“(Michael Caine über „Harry Brown“)
„Die britische Antwort auf Gran Torino“ – Mit dieser Zeile wird der Streifen „Harry Brown“ beworben. Gemeinsam haben diese beiden Filme vieles. Wo bei „Gran Torino“ Clint Eastwood im Alleingang mit der Kriminalität ins Gericht zeiht, ist es hier ein brillanter Michael Caine, der den eiskalten Rächer gibt. In beiden Filmen geht es um Drogen, Gewalt und soziale Missstände. Dennoch gelingt es „Harry Brown“, seine Botschaft bei weitem eindringlicher zu vermitteln. Die ungeschminkte Realität des Brennpunktviertels in Englang erschreckt, schockiert und rüttelt auf. In einer ausgefeilten Optik gibt er dem grauen Alltag ein Gesicht. Der Film ist eine Warnung, ein Weckruf an alle, die lieber die Augen verschließen, um nicht sehen zu müssen, wie Chancenlosigkeit, zerrüttete Familien und Drogen zu einer Welle der Gewalt werden, die irgendwann nicht mehr nur auf ein Viertel beschränkt ist. Natürlich stellt der Film die provokante Frage nach den Grenzen des Rechstaates. Ist die Polizei erstmal ohnmächtig und hilflos, wird die Selbstjustiz scheinbar leicht ein probates Mittel. Mit gefährlichen Auswirkungen, wenn man die Folgen zu Ende überdenkt. „Harry Brown“ will diesen Gedanken nicht zu Ende denken. Eingebettet in eine spannende Krimi-Handlung, zeigt uns Regisseur Daniel Barber einen alten Marine, der seine Sanftmut ablegt und die Ermordung seines Freundes rächt. Wenn man denn eine konkrete Botschaft des Films benennen will, dann die, über das Gesehene zu reden. Die Augen aufzumachen. Letztlich legt „Harry Brown“ den Finger in eine offene Wunde der Gesellschaft, die nicht nur England allein quält.
