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Morgen das Leben
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Regie
Alexander Riedel
Drehbuch
Bettina Timm, Alexander Riedel
Produzent
Bettina Timm
Genre Drama FSK 0 Filmlänge 91 min Land Deutschland Kinostart 02.06.2011 DVD-Start 02.12.2011 Verleih Movienet Film |
Story
Judith, Ulrike und Jochen kennen sich nicht, doch sie haben Vieles gemeinsam: alle drei fristen sie in München ein unzufriedenes Leben und wollen aus dem ewigen Alltagstrott ausbrechen. Judith träumt von ihrem früheren Leben, als sie noch Stewardess war. Heute ist sie alleinerziehende Mutter und verdient sich ihren Lebensunterhalt mit Marktforschung am Telefon und Heimarbeit. Heimlich wählt sie ab und an die Nummer der Flirthotline, um zumindest ein paar Minuten am Tag in eine andere Haut schlüpfen zu können. Ulrike wurde gerade von ihrem Freund verlassen und hat ihren alten Schreibtischjob gekündigt. Die Suche nach der Erfüllung ihres Lebens führt sie zu einer Ausbildung als Masseurin, wo sie endlich in Kontakt mit anderen Menschen kommt. Jochen hat sich bislang mehr schlecht als recht mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten und will sein Glück nun als Versicherungsvertreter versuchen. Wird es den dreien gelingen, sich in ihrem bisherigen Leben neu zu orientieren?
Schauspieler
Judith Al Bakri, Ulrike Arnold, Jochen Strodthoff, Gottfried Michl, Kathrin Höhne, Nanouk-Jonathan Strodthoff
Filmkritik von Kathrin Lang
Regisseur Alexander Riedel ist eigentlich Dokumentarfilmer. Sein Spielfilmdebüt „Morgen das Leben“ siedelt er direkt an der Grenze zwischen Fakt und Fiktion an und erzählt eben dort eine lebensnahe Geschichte über drei Menschen Ende 30, Anfang 40, die in der Großstadt München aus ihrem unzufriedenen Trott des Lebens auszubrechen versuchen. Dieser Aufgabe wendet sich Riedel mit verblüffender Sensibilität zu. Unaufgeregt, dafür mit großer Sorgsamkeit, begleitet er die drei Figuren durch ihren Alltag. Obwohl die statische Kamera und der Verzicht auf musikalische Hinterlegung dem Erzählfluss an Tempo nehmen, wirkt „Morgen das Leben“ an kaum einer Stelle zäh. Die drei Handlungsstränge wechseln sich genau im richtigen Rhythmus ab und ergeben trotz der nur minimalen Überschneidung ein in sich stimmiges Gesamtbild. Alexander Riedel erschafft die Zusammenhänge auch ohne die offensichtlichen Berührungen, in dem er seine Bilder sorgsam komponiert und aufeinander abstimmt. In seinem visuellen Ton wird der Film damit zu einem Ganzen, das an keiner Stelle in seine Einzelteile zerfällt. Zu jeder Zeit bleibt offensichtlich, dass die drei Lebensschicksale zusammengehören und erst in ihrem Zusammenspiel die Essenz des Films ergeben.
Dass „Morgen das Leben“ auf Festivals gefeiert wurde, bleibt weiter kaum verwunderlich. Alexander Riedel ist ein fein ausgearbeitetes Sozialdrama gelungen, das authentisch wirkt und durch leise Töne besticht.
Ulrike Arnold und Jochen Strodthoff wurden auf dem Münchner Filmfest mit Preisen ausgezeichnet. Außerdem wurde "Morgen das Leben" mit dem "Förderpreis Deutscher Film" ausgezeichnet.
