Drei

Filmplakat Drei
Regie Tom Tykwer  Drehbuch Tom Tykwer  Produzent Stefan Arndt 
Genre Tragik-Komödie  FSK 12  Filmlänge 119 min
Land Deutschland  Kinostart 23.12.2010  DVD-Start 27.05.2011  Blu-ray-Start 27.05.2011  Verleih X-Verleih

Story

Hanna und Simon sind seit über 20 Jahren ein Paar. Obwohl die beiden nicht immer nur Sonnenzeiten erlebt haben, ihren Berliner Alltag mehr neben- als miteinander meistern, gehören sie doch zusammen. Als Hanna, Kulturmoderatorin, eines Tages jedoch den Stammzellenforscher Adam kennenlernt, packt sie die Abenteuerlust. Adam ist geheimnisvoll, charmant, ein aufregender Mann mit vielen Gesichtern. Während ihr Simon, Kunsttechniker, wegen Hodenkrebs unter dem Messer liegt, lässt sie sich auf eine Affäre mit Adam ein. Kurze Zeit später lernt auch Simon den anziehenden Adam in einem Badeschiff an der Spree kennen – ohne jedoch von Hannas Affäre zu wissen. Dass sich Hanna und Simon abwechselnd in Adams Bett wälzen, erfahren die beiden erst, als Hanna unverhofft schwanger wird.

Schauspieler

Drei Sophie Rois, Sebastian Schipper, Devid Striesow, Annedore Kleist, Angela Winkler, Alexander Hörbe, Winnie Böwe, Hans-Uwe Bauer

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 3 von 5 Ms Drei Nachdem sich Tom Tykwer in den vergangenen Jahren zu großen Teilen auf internationalem Boden bewegt hat, kehrt er mit seinem neuen Spielfilm „Drei“ nun zurück nach Deutschland und siedelt seine Dreiecksgeschichte mitten im Herzen, in Berlin an. Wo einst die in viel Lokalkolorit gefärbte „Lola“ für 100.000 DM um ihr Leben rannte, bewegen sich nun Hanna, Simon und Adam. Mehr Ruhe ist nach all den Jahren jedoch nicht in Tykwers Hauptstadt eingekehrt. Erneut arbeitet der Erfolgsregisseur mit vielen außergewöhnlichen Stilelementen und verbindet seine eigentlich einfach gestrickte Dreiecksgeschichte mit einigen weiteren Erzählebenen. Leider ist Tykwer dabei jedoch überambitioniert und überfrachtet sein zunächst spannendes Grundgerüst maßlos. Vor allem zu Beginn ist „Drei“ mit zwar gut gemeinten, aber überzogenen Ansätzen beladen: Nachdem der Zuschauer einen rasanten Querschnitt durch den Medienbetrieb erlebt – vom Kino, ins Theater, vor den Fernseher hetzt – folgt anschließend eine ethische Gen-Debatte, ein Einblick in den Kunstbetrieb und ein Abriss des ganz normalen Berliner Lebens, das sich irgendwo zwischen Currywurstbude an den S-Bahn-Gleisen, Kneipenkultur und Fußballfieber in hübschen Grünanlagen am Prenzlauer Berg bewegt. Dabei arbeitet Tom Tykwer mit etlichen Splitscreens, sich überlappenden oder plötzlich endenden Tonspuren und einigen von der Erzählung losgelösten Szeneneinschüben, die stellenweise wie traumhafte Erscheinungen anmuten. Nur allmählich lässt Tykwer Ruhe einkehren, schiebt illusionsbrechende Splitscreens und anderen Spielereien beiseite. Obwohl herzlich Willkommen, verliert der Erzählfluss dadurch im zweiten Teil nahezu gänzlich an Fahrt. Dort angekommen ist Tykwer bereits zu weit gegangen, hat die Grenzen einer realistischen Erzählung schon lange durchbrochen. Wo jetzt noch Empathie erzeugt werden soll, bleibt nur ein Zuschauer, der sich seiner Kinosituation bereits stark bewusst ist und der sich der Lernwandillusion rundum die aufregende ménage à trois nicht mehr hingeben kann. Am Leben gehalten wird „Drei“ schließlich nur noch von seinen drei Hauptdarstellern, die mit ausdrucks- und willensstarker Mimik durchweg zu überzeugen wissen.

Letztlich bleibt von „Drei“ ein wirrer Eindruck zurück. Welche Geschichte uns Tom Tykwer mit seinem neuen Werk wie und warum erzählen wollte, bleibt eine offene Frage. Obwohl er der Ästhetik seines Films viel Aufmerksamkeit schenkt, findet er mit seiner Bildsprache nicht zum Kern, sondern umschifft diesen mit großen Gesten und vielen Schnörkeln.

Wissenswertes

Drei Tom Tykwers "Drei" lief im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Venedig.



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