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Carlos - Der Schakal

Carlos

Filmplakat Carlos - Der Schakal
Regie Olivier Assayas  Drehbuch Olivier Assayas, Dan Franck  Produzenten Daniel Leconte, Jens Meurer 
Genre Biopic  FSK 16  Filmlänge 187 min
Land Frankreich, Deutschland, 2010  Kinostart 04.11.2010  DVD-Start 27.05.2011  Verleih NFP

Story

Sein Name ist Ilich Ramírez Sánchez, doch die Welt kennt ihn als Carlos. Carlos der Schakal. Berühmt. Berüchtigt. Ein Phantom und ein Phänomen. 1975 ver­antwortet er den Anschlag auf das OPEC-Hauptquartier in Wien, in den Jahren darauf agiert er als kaltblütiger Mörder und effizienter Manager organisierter Gewalt - und macht den Terror zum Business. Er wird zum meistgesuchten Terroristen der Welt, doch Fotos gibt es kaum von ihm. Auf den Fahndungs­plakaten ist er nur der Mann mit der Sonnenbrille. Immer wieder schafft er es unter­zu­tauchen, verprasst sein auf Schweizer Konten angehäuftes Vermögen in Luxus­hotels, macht sich Frauen hörig und nutzt sie für seine Zwecke aus, und lässt seine Kontakte zu den Geheim­­diensten in Ost und West spielen. Mit den Jahren verlassen ihn jedoch sein sicheres Ge­spür und seine Energie - und schließlich auch seine treuen Partner und Unter­stützer, die ihn nun als blutbesudeltes Relikt des Kalten Krieges möglichst unauffällig los­werden wollen. (opt)

Schauspieler

Carlos - Der Schakal Édgar Ramírez, Alexander Scheer, Alejandro Arroyo, Ahmad Kaabour, Talal El-Jordi, Juana Acosta, Nora von Waldstätten, Christoph Bach, Rodney El Haddad, Julia Hummer, Antoine Balabane, Rami Farah, Aljoscha Stadelmann, Zeid Hamdan, Fadi Yanni Turk, Katharina Schüttler, Badih Abou Chakra, Basim Kahar

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 4 von 5 Ms Carlos - Der Schakal Der Terrorismus der 1970er und -80er Jahre wurde in den vergangen Jahren immer wieder thematisch aufgegriffen und auch via Film schon einige Male behandelt. Meistens drehten sich diese Auseinandersetzungen – zumindest aus deutscher Perspektive betrachtet - jedoch rundum die Rote Armee Fraktion und deren Anhänger. Regisseur und Mitdrehbuchautor Olivier Assayas überrascht daher insofern, als dass er mit Ilich Ramírez Sánchez eine Figur ins Spiel bringt, die in den Medien bislang noch wenig Aufmerksamkeit fand. Ilich Ramírez Sánchez, der annähernd 20 Jahre unter dem Codenamen Carlos als weltweit gefährlichster Terrorist galt, ist trotz seines langen und unerbittlichen Terrorismus´ bis heute ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Olivier Assayas und seine Crew hatten demnach alle Hände voll zu tun, um das Leben und den Lebensweg von 'Carlos' zu durchleuchten und das Phantom mittels des Biopics „Carlos – Der Schakal“ für eine breite Öffentlichkeit durchsichtig zu machen. Dabei herausgekommen ist ein unfassbar ausgedehntes und weitgreifendes Epos, das jedes noch so kleine Detail im Leben des Ilich Ramírez Sánchez unter die Lupe nimmt.

Die Originalversion von „Carlos – Der Schakal“ wurde in drei Teilen für das französische Fernsehen gedreht und weißt eine Spiellänge von, summa summarum, fünfeinhalb Stunden auf. Eben jene Version wurde 2010 bereits beim Filmfesitval von Cannes gezeigt und ist auch hierzulande in einigen Kinos zu sehen. Wem allein bei dem Gedanken an über fünf Stunden im Kinosessel schon ganz schwindelig wird, dem ist die Möglichkeit gegeben auf die gekürzte Fassung zurückzugreifen. Doch selbst jene weist eine Spiellänge von stolzen 187 Filmminuten auf. Auch wenn solche Zahlen einen kurzfristigen Schockzustand des Publikums geradezu provozieren, so haben sie doch immerhin ihren Sinn: Den Machern ist es, dank einer umfassenden Recherche und viel kreativem Spielraum, tatsächlich gelungen, das Leben, das Streben und das knapp zwanzigjährige Handeln des Terroristen greifbar zu machen.

„Carlos – Der Schakal“ liefert eine detailgetreue Abhandlung des internationalen Terrors der Linksextremen in den 1970er und -80er Jahre. Um diese - lokal sowie zeitlich - enorme große Spanne in einem Film zusammenzufassen, liefert der Terrorist Ilich Ramírez Sánchez genau die richtige Vita. In dem ungreifbar großen Terrornetzwerk hatte er beinahe an allen Stellen seine Finger im Spiel. Die filmische Reise durch zwei Jahrzehnte des Terrors führt von England über Frankreich nach Deutschland, um schließlich im Osten weitergeführt zu werden. Wer sich mit der Historie sowie der Politik dieser Zeitspanne nicht auskennt, dem wird nicht nur angesichts der langen Laufzeit, sondern auch angesichts der Dichte an Informationen schon bald der Kopf schwirren. Vor etwaigen inhaltlichen Lücken muss sich dennoch niemand fürchten: Sukzessive setzt sich das Puzzle zusammen, um am Schluss ein stimmiges und imposantes Bild zu ergeben. Trotz teils leichtfüßiger und dem Zuschauer entgegenkommender Erzählweise, ist „Carlos – Der Schakal“ aber sicherlich keine leichte Kost für Zwischendurch. Dafür aber etwas viel Wertvolleres: ein informatives und immer wieder brisant unterhaltendes Stück globale (Lebens-)Geschichte, das in einer internationalen Co-Produktion eindrucksvoll in Szene gesetzt wurde.

Wissenswertes

Carlos - Der Schakal Die Originallänge des Biopics "Carlos - Der Schakal" beträgt fünfeinhalb Stunden und wurde ursprünglich für das französische Fernsehen gedreht.

Für den größten Teil der Recherche zeichnet sich Stephen Smith verantwortlich.



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