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Schlafkrankheit
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Regie
Ulrich Köhler
Drehbuch
Ulrich Köhler
Produzenten
Janine Jackowski, Maren Ade, Katrin Schlösser
Genre Drama Filmlänge 91 min Land Deutschland, Frankreich Kinostart 23.06.2011 DVD-Start 27.01.2012 Verleih farbfilm verleih |
Story
Seit guten zwanzig Jahren leben Ebbo und seine Ehefrau Vera in Afrika. Ebbo ist dort Leiter eines Projektes, das die Schlafkrankheit erforschen soll. Während sich Ebbo kaum mehr ein Leben in Deutschland vorstellen kann, wird Vera zunehmend von der Sehnsucht nach ihrem Heimatland gequält. Vor allem als sich herausstellt, dass die gemeinsame 14jährige Tochter Helen nicht länger auf ein Internat geschickt werden kann und für sie auch kein Leben in Afrika in Frage kommt, werden die Rückkehrpläne konkreter.
Drei Jahre später begibt sich Alex Nzila auf die Reise nach Kamerun. Er ist kongolesischer Abstammung, wuchs jedoch in Frankreich auf. Trotz seiner eigentlichen Rückkehr in die Heimat fühlt er sich in Kamerun jedoch fremd. Der Auftrag des jungen Arztes lautet das Schlafkrankheitsprojekt zu überprüfen. Schon bald begegnet er Ebbo, der die Heimreise nach Deutschland nie angetreten hat…
Schauspieler
Pierre Bokma, Jean-Christophe Folly, Jenny Schily, Hippolyte Girardot, Maria Elise Miller, Sava Lolov, Francis Noukiatchom, Ali Mvondo Roland, Isacar Yinkou,
Filmkritik von Kathrin Lang
Mit „Schlafkrankheit“ bringt uns Regisseur Ulrich Köhler seinen nun dritten Spielfilm und seinen ersten Wettbewerbsbeitrag auf der Berlinale in die Kinos. Zum Thema macht Köhler eigene Kindheitserinnerungen an seine Zeit in Afrika, wo seine Eltern in den 1970er Jahren im heutigen Kongo Entwicklungshilfe leisteten. Dabei entwirft er ein sehr facettenreiches Portrait über ein Land, das gebeutelt ist, und ein Portrait von zwei Männern, die sich in der Fremde heimischer fühlen als in der Heimat, aber dennoch niemals da ankommen wo ihre Reise sie eigentlich hinführen sollte.
Um seine Geschichte zu erzählen wählt Köhler eine sehr intensive Filmsprache. Leider gelingt es ihm dennoch nicht, seine Protagonisten dem Zuschauer nahe zu bringen. Vielleicht mag dies an der fehlende Fremdheitserfahrung des Zuschauers liegen, wodurch der Identifikationsprozess gehemmt ist. Vielleicht liegt dies aber auch an Köhlers Mangel an Fokussierung. Viele interessante Themen finden ihren Platz in der Erzählung, doch keines scheint konsequent bis zu Ende gedacht zu werden. Spannende Ansätze sind durchaus vorhanden; wie in etwa das sorgsame Abwiegen der Vor- und Nachteile von Entwicklungshilfe sowie die Aufarbeitung schwerer Familienkonflikte. Auf den Punkt findet „Schlafkrankheit“ jedoch selten – dazu passiert zu viel, der Wechsel zwischen den zwei Erzähl- und Zeitebenen will nicht richtig glücken. Am Schluss bleibt ein unfertiges Bild eines Filmes zurück, der wichtige Themen zwar andenkt, aber nur in wenigen Momenten zum konsequenten Ende führt.
"Schlafkrankheit" lief auf der Berlinale als offizieller Wettbewerbsbeitrag. Ulrich Köhler gewann letztlich den Preis für die beste Regie.
