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Das weiße Band
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Regie
Michael Haneke
Drehbuch
Michael Haneke
Produzenten
Stefan Arndt, Veit Heiduschka, Michael Katz, Margaret Ménégoz, Andrea Occhipinti
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 144 min Land Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, 2009 Kinostart 15.10.2009 DVD-Start 05.03.2010 Blu-ray-Start 05.03.2010 Verleih X -Verleih |
Story
Kurz bevor der Erste Weltkrieg ausbricht, geschehen in einem kleinen Dorf in Norddeutschland seltsame Verbrechen. Der einstige Lehrer der Gemeinde berichtet davon, wie alles begann. Zuerst erleidet der örtliche Arzt einen schlimmen Reitunfall und muss ins Krankenhaus, danach stirbt eine Bauersfrau im Sägewerk. Anschließend werden der Sohn des Barons und der der Hebamme brutal misshandelt. Niemand weiß, wer diese Taten beging und warum...
Schauspieler
Christian Friedel, Leonie Benesch, Ulrich Tukur, Ursina Lardi, Fion Mutert, Michael Kranz, Burghart Klaußner, Steffi Kühnert, Maria-Victoria Dragus, Leonard Proxauf, Levin Henning, Johanna Busse, Thibault Sérié, Josef Bierbichler, Gabriela Maria Schmeide, Janina FautzEnno Trebs, Theo Trebs, Rainer Bock, Susanne Lothar, Roxane Duran, Miljan Chatelain, Eddy Grahl, Branko Samarovski, Klaus Manchen, Birgit Minichmayr, Sebastian Hülk, Kai Malina, Kristina Kneppek
Filmkritik von Thomas Ays
Was für ein herausragendes Stück Film uns Regisseur und Drehbuchautor Michael Haneke mit "Das weiße Band" beschert, wird bereits während des Films nur allzu deutlich. Mehr als zehn Jahre soll der Film sich in der Entwicklung befunden haben, und mehr als 7000 Kinder sollen für die unterschiedlichen Rollen gecastet worden sein. Haneke überließ nichts dem Zufall, was nur als sehr lohnend zu bezeichnen ist.
Noch bevor die Nazis über die Welt hereinbrachen und Kummer und Leid über die Menschheit legten, waren die schlimmsten unter ihnen, die, die Gewalt und Züchtigung bis hin zu bestialischen Morden begingen, selbst Kinder. Vor dem Ersten Weltkrieg prägte sich der Erziehungsstil der Gemeinschaft in die unschuldigen Seelen dieser Kinder. Wenn der Pfarrer des Dorfes Züchtigung als reinigendes Mittel versteht, wenn 14jährige Töchter von ihrem Vater missbraucht werden und Prügel und Brutalität an der Tagesordnung stehen, was soll dann aus diesen Kindern einmal werden? Gewalt erzeugt Gegengewalt und die grausamen Taten, die diesen Kindern angetan wurden, werden sich irgendwann in ebensolchen Taten niederschlagen.
Es ist ein Meisterwerk, das Michael Haneke für die große Leinwand schrieb und inszenierte. Dass es dies wurde, ist auch eindrucksvollen Schauspielern zu verdanken, die mit Authentizität und Wirkung ihre Rollen spielen. Christian Friedel als Lehrer ist sympathisch authentisch, Ulrich Tukur in seiner kleinen Rolle als Baron glaubhaft und Burghart Klaußner als Pfarrer eine Offenbarung. Dieser Schauspieler legt eine Überzeugungskraft an den Tag, dass es einem die Schuhe auszieht. Auch Rainer Bock als Doktor ist eine Wucht in seiner eiskalten Darstellung. Die jungen Schauspieler verstehen es ebenso, in ihren Rollen zu wirken. Roxane Duran als Arzt-Tochter Anna beispielsweise kann nur als Schauspielhoffnung bezeichnet werden und Leonard Proxauf als Martin und Maria-Victoria Dragus als Klara, die Kindern des Pfarrers, sind ebenfalls eine sichere Bank in diesem deutschen Drama.
Michael Haneke erschuf inszenatorisch, optisch und inhaltlich einen unglaublich dichten und einwandfreien Film der ganz besonderen Art. Mit unglaublich authentischen Schauspielern ausgestattet, wird hier die grausame Brutalität einer ganzen Generation sichtbar. Eindeutig ein deutsches Meisterwerk.
Wissenswertes
Neben dem gewonnenen Golden Globe als bester ausländischer Film und zwei OSCAR-Nominierungen erhielt "Das weiße Band" außerdem acht Deutsche Filmpreise (u.a. beste Kamera und bester Spielfilm) und weitere drei Nominierungen. Außerdem gewann der Film die "Goldenen Palme" beim Filmfestival von Cannes.
Auszeichnungen
Gewonnene Golden Globes
Bester ausländischer Film
OSCAR-Nominierungen
Bester ausländischer Film, Beste Kamera
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