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Katzelmacher
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Regie
Rainer Werner Fassbinder
Drehbuch
Rainer Werner Fassbinder
Produzent
Rainer Werner Fassbinder
Genre Drama FSK 18 Filmlänge 88 min Land BRD Kinostart 08.10.1969 DVD-Start 25.04.2002 Verleih Filmverlag der Autoren |
Story
Ein Vorort von München, Ende der 1960er Jahre: Eine Gruppe junger Leute fristen ihren tristen Alltag. Ihre Beziehungen zueinander sind unterschiedlich und nicht immer klar definiert. Paul ist mit Helga liiert, Marie mit Erich und Peter mit Elisabeth. Außerdem ist da noch der homosexuelle Klaus, der ein Verhältnis mit Paul hat und Rosy, die für Geld mit jedem schläft, der sich ihr anbietet. Ihr Traum ist es Schauspielerin zu werden, doch muss sie dafür zunächst finanziell abgesichert sein. Als dann auch noch Jorgos, ein griechischer Gastarbeiter dazu stößt, droht die Situation zu eskalieren.
Schauspieler
Rainer Werner Fassbinder, Hanna Schygulla, Lilith Ungerer, Rudolf Waldemar Brem, Elga Sorbas, Doris Mattes, Irm Hermann, Harry Baer
Filmkritik von Kathrin Lang
Es war eine Zeit des Umbruchs im deutschen Film, als Rainer Werner Fassbinder 1969 den Spielfilm „Katzelmacher“ produzierte. Zusammen mit einigen seiner Kollegen gründete Fassbinder in den 60er Jahren den Filmverleih der Autoren, der sich klar gegen die Konventionen des Hollywoodkinos richtete. Ein mehr subjektiver Blick sollte gefördert werden, der seinen Zuschauer auf einer ganz anderen ästhetischen Ebene anspricht. Die Abwendung vom gängigen Illusionskino und die Vereinigung von Kunst und Film, sorgten schon damals für zwei getrennte Lager. Während „Katzelmacher“ kommerziell kaum Erfolg feierte, wurde Fassbinder für seine Arbeit in den Feuilletons hoch gelobt und von der Jury des Deutschen Filmpreises mit einigen Auszeichnungen bedacht. Noch heute, Jahrzehnte später, wirkt die Ästhetik, die von „Katzelmacher“ ausgeht, befremdlich. Dialogarmut, lange Kameraeinstellungen und minimale Bewegung im Bild erfordern einen geduldigen Zuschauer, der sich auf eine weitestgehend rein visuelle Kinoerfahrung einstellen muss. Eine Story ist zwar irgendwo zwischen Alltagsritualen, Momentaufnahmen und sozialen Mechanismen durchaus vorhanden, wirkt jedoch alles andere als fesselnd oder gar spannend. Dreh- und Angelpunkt ist wohl viel mehr die Ausstellung der Gemachtheit des Filmes. So führt sich die Sprache selbst vor, indem sie auf Dialekte oder gar neue Satzkreationen zurückgreift, und die statische Kamera sorgt für durchweg theatralische Atmosphäre. Rainer Werner Fassbinders „Katzelmacher“ ist durchweg von einer enormen Stilisierung geprägt und bietet keinerlei Identifikationsmöglichkeiten für den Betrachter.
Das Drama basiert auf Rainer Werner Fassbinders eigenem Bühnenstück "Katzelmacher" aus dem Jahr 1968.