Nine

Filmplakat Nine
Regie Rob Marshall  Drehbuch Michael Tolkin, Anthony Minghella  Produzenten John DeLuca, Rob Marshall, Harvey Weinstein 
Genre Musical  FSK Filmlänge 109 min
Land USA  Kinostart 25.02.2010  DVD-Start 27.08.2010  Blu-ray-Start 27.08.2010  Verleih Senator Film

Story

Der weltberühmte italienische Filmregisseur Guido Contini schwimmt auf der Welle des Erfolges und doch ist nicht alles Gold was glänzt. Gerade als er einen neuen Film produzieren soll, wird er von einer schweren Midlifecrisis überrannt, die ihm eine Schaffenskrise par excellence beschert. Viel zu spät erst gesteht er sich und seinem Filmteam ein, dass es vorerst keinen neuen Contini-Film geben wird. Zuvor jedoch verstrickt er sich in ein Netz aus Affären, Streitereien und Leidenschaft mit den Frauen in seinem Leben.

Schauspieler

Nine Daniel Day-Lewis, Penélope Cruz, Marion Cotillard, Nicole Kidman, Kate Hudson, Sophia Loren, Judi Dench, Stacy Ferguson, Elio Germano, Martina Stella, Enzo Squillino Jr.

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 2 von 5 Ms Nine Nicht immer sind die Entscheidungen der Golden Globe sowie OSCAR-Jury klar nachvollziehbar. So auch im Fall des Musicals „Nine“, das, warum auch immer, ganze fünf Globe- sowie vier OSCAR-Nominierungen sein Eigen nennen darf. Dass „Nine“ bei den Verleihungen der Golden Globes bereits leer ausgegangen ist, erscheint an der ganzen Sache noch die am wenigsten überraschende Tatsache zu sein.

Es liegt wohl in der Natur eines Filmes, der der Untergattung Musical entspringt, dass Gesangseinlagen zum stilistischen Repertoire des Geschichtenerzählens dazugehören. Gut funktionieren kann das vor allem dann, wenn die parallel zu den Gesangseinlagen erzählte Geschichte, mit den musikalischen Performances verknüpft ist und damit zu einem Mehrwert des Filmes führt. Diese doch sehr offensichtliche und keinesfalls umkehrbare Bedingung, scheint bei den Machern von „Nine“ allerdings nicht angekommen zu sein. Ohne erkennbaren Grund fangen die Figuren an zu singen, um dabei zumeist ihr Leid zu beklagen. Nicht immer ist klar, weshalb die gesprochenen Worte nicht ausgereicht haben, um zu sagen, was gesagt werden muss. Die permanente Verdopplung der Aussagen lässt jede weitere Diskussion über Sinn oder Unsinn, Gelingen oder Misslingen dieses Filmes im Grunde hinfällig werden. Dennoch soll hier der Versuch unternommen werden, auch die ein oder andere positive Seite von „Nine“ aufzuspüren.

Wirklich einfach gestaltet sich die Suche nach positiven Aspekten in „Nine“ jedoch nicht. Das Offensichtlichste mag noch sein, dass dem Stoff, auf dem dieser Film basiert, eine lange und erfolgreiche Periode des immer wieder neu Verfilmens und Aufführens vorangeht: Der in Italien produzierte Film „8 ½“ legte 1963 den Grundstein für die nachfolgende Historie des Stoffes. Damals mit dem OSCAR für den ‚Besten ausländischen Film‘ bedacht, wurde „8 ½“ einer der am meisten analysierten sowie einflussreichsten Filme aller Zeiten. In den kommenden Jahren und Jahrzehnten folgten eine Broadwayinszenierung und etliche Filme, die von dem italienischen Filmklassiker beeinflusst waren. Vielleicht liegt auch genau in dieser bereits vielfältigen Verarbeitung des Stoffes, der Hund des aktuellen Beitrags begraben. Bei dem Versuch originell zu sein und sich damit von den anderen Filmen und Inszenierungen abzugrenzen, verkommt „Nine“ zu einer langweiligen Abhandlung eines Regisseurs in einer Schaffenskrise, der zudem noch von einem unsympathisch wirkenden Daniel Day-Lewis in Szene gesetzt werden darf. Positiv fallen jedoch die Frauenfiguren auf. Zwar bleibt nicht für jede Dame genug Zeit, ihr Tiefe und Substanz zu verleihen, doch gelingt es „Nine“ immerhin bei zweien: Sowohl die Spanierin Penelope Cruz, als auch die Französin Marion Cottilard dürfen einen wahrlich ganzvollen Auftritt absolvieren und retten durch ihr betörendes und emotionales Schauspiel den Film vor dem gänzlichen Untergang. Ihre Darstellung verleiht dem Film etwas, das ihm die meiste Zeit über fehlt: Ehrliche Gefühle und Authentizität. Welche Aufgabe Nicole Kidman in dem ganzen Spiel zukommt, bleibt hingegen bis zum Schluss vollkommen unklar und kann daher leichthin als überflüssig deklariert werden - außer man ist vielleicht der Annahme, ihr schönes Aussehen würde für einen Filmauftritt genügen.

Nicole Kidman, Kate Hudson, Penélope Cruz, Marion Cotillard, Sophia Loren und Judi Dench: “Nine” hatte jede weibliche und zur Verfügung stehende Power, die Hollywood zu bieten hat, für sich gewonnen. Letztlich tauchen die namhaften und großen Gesichter hier offensichtlich jedoch nur auf, um schnell wieder zu verschwinden. Viel Potential sinnlos verspielt!

Wissenswertes

Nine "Nine" wurde von dem in Italien produzierten Film „8 ½“ inspiriert und fährt gleich sechs OSCAR-Preisträger auf: Daniel Day-Lewis, Penelope Cruz, Nicole Kidman, Sofia Loren, Judi Dench und Marion Cotillard.

Auszeichnungen

Golden Globe-Nominierungen

Bester Film - Musical / Comedy, Beste Schauspielerin - Musical / Comedy (Marion Cotillard), Bester Schauspieler - Musical / Comedy (Daniel Day-Lewis), Beste Nebendarstellerin (Penelope Cruz), Bester Song ("Cinema Italiano")

OSCAR-Nominierungen

Beste Nebendarstellerin (Penelope Cruz), Beste Ausstattung, Beste Kostüme, Bester Titelsong ("Take it all")



Besucherbewertung
3.7 / 5  (6 votes)

Kommentare

+ Kommentar schreiben
Deine Daten
(wird nicht veröffentlicht)
Dein Kommentar*

*Pflichtfeld
Der Kommentar wird von uns vor dem Freischalten geprüft.