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Away we go - Auf nach irgendwo
Away We Go
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Regie
Sam Mendes
Drehbuch
Dave Eggers, Vendela Vida
Produzenten
Sam Mendes, Peter Saraf, Edward Saxon, Marc Turtletaub
Genre Komödie FSK 12 Filmlänge 98 min Land USA Kinostart 15.10.2009 DVD-Start 01.04.2010 Verleih Tobis |
Story
Als Verona und Burt erfahren, dass sie bald Nachwuchs bekommen, fühlen sich beide der neuen Situation trotz ihrer über dreißig Lenze nicht wirklich gewachsen. Zum Glück wohnen ja Burts Eltern in der Nähe und können wertvolle Unterstützung leisten. Dachten zumindest Verona und Burt, bis sie von Burts Eltern eröffnet bekommen, dass diese einen Monat vor dem errechneten Geburtstermin für zwei Jahre nach Belgien auswandern. Das Abenteuer „Baby“ ganz alleine durchstehen? Auf gar keinen Fall! Und so machen sich Verona und Burt auf und klappern all ihre in Frage kommenden Freunde und Verwandte ab, um festzustellen wo ein idealer Platz zum Leben wäre. Veronas ehemalige Chefin Lily erweist sich dabei als ebenso durchgeknallt und ungeeignet wie Burts Fast-Cousine, die sich auf einen merkwürdigen Esoteriktrip befindet. Doch dann fahren Verona und Burt zu ihren ehemaligen Kommilitonen und plötzlich erscheint Kanada der ideale Ort für die Zukunft…
Schauspieler
John Krasinski, Maya Rudolph, Carmen Ejogo, Catherine O'Hara, Jeff Daniels, Allison Janney, Maggie Gyllenhaal, Josh Hamilton, Jim Gaffigan, Samantha Pryor, Bailey Harkins, Chris Messina
Filmkritik von Melanie Frommholz
Sam Mendes steht für besonderes Kino – mal beklemmend wie in „American Beauty“, mal berührend wie in „Zeiten des Aufruhrs“, mal aufrüttelnd wie in „Jarhead – Willkommen im Dreck“. In jedem Fall erzählt der Brite immer eine großartige Geschichte auf die ihm eigene, so eindringliche Art. Der Filmemacher hat einen besonderen Blick für den Moment und er versteht es diesen mittels der Kamera auf Zelluloid zu bannen. Wenn wir diesen Moment dann im Kino erleben dürfen, bringt er unser Inneres zum Klingen. Spätestens dann kann man sich der Geschichte nicht mehr entziehen, lebt völlig in ihr auf und verfolgt das Schicksal der Figuren gefesselt.
„Away we go – Auf nach irgendwo“ ist in diesem Sinne bestes Mendes-Kino. Sollte man diesen Streifen in einem Wort beschreiben, dann wäre es „wundervoll“. Wundervoll berührend, wundervoll abgedreht, wundervoll skurril, wundervoll tiefgründig. Sam Mendes erzählt mit seinem Roadmovie auf so unspektakulär einfache und doch so besondere Art und Weise von der Suche von zwei Mittdreißigern nach einem echten zu Hause für ihre kleine Familie, dass man sich sofort mit den beiden verbunden fühlt. Bei dem stimmigen und authentischen Spiel von John Krasinski und Maya Rudolph ist das auch nicht schwer. Die beiden Hauptdarsteller passen als Burt und Verona wie der sprichwörtliche Deckel auf den Topf. Man lacht lauthals, man weint, man schüttelt den Kopf mit ihnen.
Aber auch dank des übrigen genial besetzten Cast gelingt es Sam Mendes mit „Away we go“ auf der gesamten Klaviatur der Gefühle zu spielen und dabei immer den richtigen Ton zu treffen. Auf ihrer Suche reist das Durchschnittspaar nicht nur durch halb Nordamerika, sondern erlebt auch die unterschiedlichsten Beziehungs- und Lebensentwürfe. In punkto Komik ist als besonderes Highlight hier sicherlich Maggie Gyllenhaal als estorerische College-Professorin mit Buggy-Phobie zu nennen. Von ihr bis zu den kanadischen Studienfreunden Tom und Munch, mit ihren fünf Adoptivkindern und dem immer noch unerfüllten Wunsch nach einem eigenen Baby, ist es nicht nur nach Meilen ein weiter Weg. Der Film schafft diesen Spagat zwischen urkomisch und tieftraurig dennoch ohne in theatralische Untiefen abzustürzen.
"Away we go – Auf nach irgendwo“ – Tragisch, komisch und eben einfach wundervoll.
