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J. Edgar
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Regie
Clint Eastwood
Drehbuch
Dustin Lance Black
Produzenten
Clint Eastwood, Brian Grazer, Ron Howard, Robert Lorenz
Genre Biopic FSK 12 Filmlänge 137 min Land USA Kinostart 19.01.2012 DVD-Start 25.05.2012 Blu-ray-Start 25.05.2012 Verleih Warner Bros. Pictures Germany |
Story
48 Jahre lang leitete J. Edgar Hoover das Federal Bureau of Investigation, baute aus einer dilettantisch und schlampig organisierten Truppe das heutige FBI auf, führte noch heute angewandte und etablierte Kriminaltechniken ein und galt als routiniert, ehrgeizig und motiviert, die USA vor etwaigen Gefahren zu beschützen. Um dies tun zu können und potentielle Terroristen zu entlarven, schreckte er vor nichts zurück. Seine geheimen Akten, die er unter anderem über Präsident Kennedy geführt haben soll, sind so legendär, wie unauffindbar. Er überlebte acht US-Präsidenten und drei Kriege. Hoover war nie verheiratet, jedoch hielten sich die Gerüchte, er würde eine romantische Beziehung zu seinem Stellvertreter, Clyde Tolson, pflegen. Die Behauptungen blieben bis zu seinem Tod im Jahre 1972 unbestätigt...
Schauspieler
Leonardo DiCaprio, Josh Hamilton, Geoff Pierson, Cheryl Lawson, Kaitlyn Dever, Brady Matthews, Gunner Wright, David A. Cooper, Ed Westwick, Naomi Watts, Kelly Lester, Jack Donner, Judi Dench, Dylan Burns, Jordan Bridges, Jack Axelrod, Jessica Hecht, Josh Stamberg, Michael James Faradie, Christian Clemenson, Billy Smith, Armie Hammer, Michael Rady, Ken Howard, Scot Carlisle, Geoff Stults, Sadie Calvano, Allen Nabors, Ryan McPartlin, William Bebow, Jeffrey Donovan, Joseph Culliton, Scott Johnston, Tom Archdeacon, Mike Vaughn, Miles Fisher, Stephen F. Schmidt, Dermot Mulroney, Josh Lucas, Zach Grenier
Filmkritik von Thomas Ays
Leonardo DiCaprio hat sich freigespielt. Vom Sonnyboy und Milchbubi, über erste ernstzunehmende Rollen in kleinen, aber auch gigantisch großen Produktionen bis hin zu Martin Scorseses "liebsten Jungen". Heute arbeitet DiCaprio mit Regisseuren wie Christopher Nolan ("Inception"), Baz Luhrmann ("The Great Gatsby") und Sam Mendes ("Zeiten des Aufruhrs") und gilt schon seit mehreren Jahren als etabliert und "auf dem richtigen Weg", was auch immer das in Hollywood bedeuten mag. Nun schnappte sich OSCAR-Preisträger und Traumfabrik-Schwergewicht Clint Eastwood den Mimen und setzte ihn als J. Edgar Hoover außergewöhnlich und beeindruckend in Szene. Die Mischung Eastwood/DiCaprio funktioniert einwandfrei, die Zusammenarbeit wird sich lohnen - da ist man sich nach dem Film sehr sicher. Eine Golden Globe Nominierung als bester Schauspieler folgte bereits im Dezember 2011 und auch die OSCAR-Nominierung, wenn nicht sogar der OSCAR selbst wird für DiCaprio im Februar folgen. Die Academy muss schon sehr blind sein, würde sie nicht erkennen, wie fantastisch der Mime in die Rolle des FBI-Chefs schlüpft und ihn in jedem Alter seines Lebens zu spielen in der Lage ist. Dabei tritt DiCaprio selbstsicher und in sich ruhend auf. Er glaubt an sich - und das Publikum an ihn.
Neben diesem eindrucksvollen Mimen ist es an Armie Hammer als Clyde Tolson, das Publikum für sich einzunehmen. Der noch relativ unbekannte Schauspieler konnte zuletzt schon in "The Social Network" unter David Fincher in der Doppelrolle des Zwillingspaares Cameron und Tyler Winklevoss zeigen, zu was er fähig ist. In "J. Edgar" jedoch ist seine Leistung nur als überragend zu bezeichnen. Er spielt seine Rolle leidenschaftlich, beherzt und zurückhaltend - und gibt in seinen Szenen alles. Toll auch Naomi Watts als Hoovers Sekretärin Helen Gandy und Judi Dench als Edgars Mutter Anna Marie Hoover. In Eastwood-Filmen trifft sich die Elite von Hollywood - auch in "J. Edgar" keine Ausnahme von der Regel.
Clint Eastwood ist seit Jahren ein Meisterregisseur, hat sich vom beliebten und international berühmten Schauspieler zum reinen Filmemacher gemausert, der nur noch selten vor die Kamera tritt und uns in den letzten Jahren eindrucksvolles Hollywoodkino beschert. Egal ob "Million Dollar Baby", "Der fremde Sohn" oder "Invictus - Unbezwungen", Eastwood steht für starke Dramen und dafür, sich einer Figur ganz und gar zu widmen. Beste Voraussetzungen also, um auch "J. Edgar" perfekt zu inszenieren. Mit sicherer Hand blickt Eastwood in 50 Jahre amerikanische Geschichte, pickt, dank dem großartigen Drehbuch von OSCAR-Preisträger Dustin Lance Black ("Milk"), wirkungsvolle Standpunkte heraus, um so eindrucksvoll, wie nur möglich in das Leben dieses besonderen Mannes blicken zu können. Dabei sind natürlich auch die heutigen visuellen Hilfsmittel und die authentischen Masken eine große Hilfe, einen solchen Film zu stemmen. DiCaprio glaubt man in diesem Film jedes Alter, was nicht nur an seinem herausragenden Spiel liegt, sondern eben auch an den technischen Möglichkeiten, die heutzutage herrschen. In "J. Edgar" treten diese umso schärfer heraus und lassen einen technisch absolut faszinierenden Film entstehen. Doch Eastwood hat sich nicht nur auf Technik und Schauspieler verlassen, sondern eben auch Atmosphäre geschaffen. Er zeigt sensible Szenen zwischen Hoover und seinem "Mitarbeiter" Tolson und schreckt auch nicht davor zurück, unbestätigte Gerüchte glasklar darzustellen. Die Tragik der Figur Hoover hinter all der FBI-Geschäftigkeit arbeitet Eastwood gemeinsam mit Dustin Lance Black eindrucksvoll heraus. Der Autor konzentriert sich neben all der Karriere eben auch auf die private Situation und macht die Figur dadurch menschlich. Ohne seine unausgesprochene und ein Stückweit auch ungelebte Liebe hätte Hoover wie eine Maschine gewirkt, sodass eine Identifikation mit dieser schwierigen Figur nicht möglich gewesen wäre.
"J. Edgar" ist ein eindrucksvolles, schauspielerisch einwandfreies und beeindruckendes Biopic von Clint Eastwood geworden. Perfekt inszeniert, visuell überzeugend und mit einem Hauptdarsteller besetzt, dem der OSCAR sicher scheint.
Wissenswertes
Judi Dench brach sich während der Dreharbeiten zu ihrem vorangegangenen Film einen Zeh, verschwieg ihre Verletzung und die Schmerzen aber aus Angst, sie könne ersetzt werden. Co-Produzent Robert Lorenz fand es erst heraus, nachdem Dench ihre Szenen beendet hatte.
"J. Edgar" wurde im englischen Original mit deutschen Untertiteln gesehen und bewertet.
Auszeichnungen
Golden Globe-Nominierungen
Bester Schauspieler - Drama (Leonardo DiCaprio)
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Kommentare
Lennart schreibt am 10.01.12, 18:26
Ich bin wirklich sehr gespannt was dieser Film zu bieten hat. Für klasse Besetzungen wurde ja gesorgt durch den Meister Eastwood selbst.
Hoover ist ein sehr schwieriges Thema und ich freue mich zu sehen, wie er als Person und seine Beziehungen zu seinen Untergestellten dargestellt werden
Patrick schreibt am 07.02.12, 04:40
Das mit dem Oscar war wohl nichts! Nicht mal nominiert ist er! Traurig, aber Michael Fassbender ist für Shame auch nicht dabei und das ist das WAHRE VERBRECHEN, man muss aber Anerkennen, dass auch die 5 Nominierten klasse waren, aber den eben zwei genannten (plus Michael Shannon, Take Shelter) hätten es verdienter gehabt. Nächstes Mal Leo, an der Seite von Quentin Tarantino! J. Edgar kommt als Film hier viel zu gut weg, denn er hat einige dramaturgische Schwächen und ist neben Hereafter einer der schwächsten Arbeiten von Eastwood seit Jahren. Judi Dench hingegen spielt hier auch wieder mal grandios, die Szenen mit ihr und Leo sind die Stärksten im Film, wobei die Prügel/Love-Szene mit Armie Hammer auch grandios sind, retten den Film aber nicht von seiner Mittelmäßigkeit - leider!!!
