Welcome

Filmplakat Welcome
Regie Philippe Lioret  Drehbuch Olivier Adam, Emmanuel Courcol  Produzent Christophe Rossignon 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 110 min
Land Frankreich  Kinostart 04.02.2010  DVD-Start 03.09.2010  Verleih Arsenal Filmverleih

Story

Weil seine Freundin Mîna nach England immigriert ist und er sie unbedingt wieder sehen will, hat sich der kurdische 17jährige Bilal vom Irak zu Fuß auf den Weg zu ihr gemacht. Drei Monate war er unterwegs. Nun steht er am Ärmelkanal und blickt von Calais gen englischer Küste. Hier an der französischen Küste findet seine Reise jedoch ein jähes Ende, als er bei dem Versuch, illegal nach England einzureisen geschnappt wird. Der Teenager, der von einer Karriere als Fußballer träumt, kommt auf die abenteuerliche Idee, den Ärmelkanal schwimmend zu durchqueren und nimmt dafür Unterricht bei dem Schwimmlehrer des örtlichen Hallenbades, Simon Calmat. Der ehemalige Leistungsschwimmer steckt gerade mitten in der Scheidung von seiner Frau. Wider besseres Wissen nimmt er sich Bilals an, in der Hoffung, bei seiner bald Ex-Frau Eindruck zu machen, denn diese engagiert sich ehrenamtlich stark für die illegalen Einwanderer. Insgeheim liebt Simon sein Frau Marion immer noch, doch diese ist von Simons ungewohntem Helferengagement wenig angetan.

Schauspieler

Welcome Vincent Lindon, Firat Ayverdi, Audrey Dana, Derya Ayverdi, Thierry Godard, Selim Akgul, Firat Celik, Murat Subasi, Olivier Rabourdin, Yannick Renier

Filmkritik von Melanie Frommholz

Welcome „Welcome“ ist ein leise inszeniertes Drama, das auf mehreren Ebenen funktioniert und mit eindrucksvollen Darstellern überzeugt. Regisseur und Drehbuchautor Philippe Lioret fängt mit seiner Geschichte nicht nur die Tragik einer zerbrochenen Ehe ein, sondern thematisiert auch klar die Problematik der illegalen Einwanderer. Es ist keine große und lautstarke Anklage, die der Filmemacher formuliert, sondern ein stummes Beleuchten der Situation. Er legt damit jedoch nachdrücklich den Finger in eine offene Wunde. Zwischen der aktiven Ignoranz der Bevölkerung und der unbändigen Hoffnung der Illegalen auf ein besseres Leben, zeigt er überforderte Behörden, die mit teils menschenverachtendem Gebaren versuchen, der Lage Herr zu werden und dabei das Problem doch nur mühevoll verwalten können. Franzosen, die Illegalen helfen, müssen mit empfindlichen Strafen rechnen. Die Vielschichtigkeit des Films wird komplettiert mit dem Erzählstrang von Mîna, die bereits im gelobten England angekommen ist und hier, nicht anderes als in ihrer Heimat, ein Spielball der Interessen des Vaters ist. Philippe Lioret hat keine Lösung oder ein rosarotes Happy End im Gepäck, nur die Botschaft, dass Menschen für die Liebe auch ihr eigenes Leben riskieren. Sei es nun indem sie versuchen, durch den Ärmelkanal zu schwimmen oder einem illegalen Einwanderer helfen. Manchmal schenken auch die kleinen Gesten Hoffnung und kleine Augenblicke des Glücks. Indem Philippe Lioret den Fokus auf das Einzelschicksal zweier ganz unterschiedlicher Männer richtet, gelingt ihm eine aufrichtige aber tragische Liebgeschichte, die auch einen Eindruck des sozialen und politischen Dimension vermittelt, die deren Rahmen bildet.

Wissenswertes

Welcome „Welcome“ war 2010 in 10 Kategorien beim französischen Filmpreis César nominiert, darunter beste Regie, bester Film und bestes Drehbuch, bester Hauptdarsteller sowie für Firat Ayverdi, der den Bilal spielt, eine Nominierung als viel versprechender Darsteller.

2009 gewann „Welcome“ den Filmpreis des Europäischen Parlaments „LUX“.

Bewertungen

Melanie Frommholz Melli vergibt 5 von 5 Ms


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