Die Kunst des negativen Denkens

Kunsten å tenke negativt

Filmplakat Die Kunst des negativen Denkens
Regie Bård Breien  Drehbuch Bård Breien  Produzent Dag Alveberg 
Genre Tragik-Komödie  FSK 12  Filmlänge 79 min
Land Norwegen  Kinostart 18.09.2008  DVD-Start 26.06.2009  Verleih Kool

Story

Geirr hat mit seinem Leben eigentlich abgeschlossen. Seit er durch einen tragischen Unfall an den Rollstuhl gefesselt ist, vegetiert er mehr oder minder nur noch vor sich hin. Seine Frau Invild kann diesem Drama nun nicht länger tatenlos zusehen und lädt kurz entschlossen die Therapeutin Tori, mitsamt ihrer vierköpfigen Gruppe, übers Wochenende ein. Tori hat es sich zur Aufgabe gemacht, das „positive Denken“ ihrer Patienten zu fördern. Mit dieser Technik ist sie bei dem mürrischen Geirr jedoch an der vollkommen falschen Adresse. Schnell sprengt dieser die erste Gruppensitzung und reißt das Ruder an sich. Er führt eine neue Therapiemethode ein, in der die „Kunst des negativen Denkens“ in den Mittelpunkt gestellt wird…

Schauspieler

Die Kunst des negativen Denkens Fridtjov Saheim, Kirsti Eline Torhaug, Henrik Mestad, Marian Saastad Ottesen, Per Schaaning, Kari Simonsen, Kjersti Holmen

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 4 von 5 Ms Die Kunst des negativen Denkens Mal wieder ist es ein nordeuropäisches Land, das uns eine rabenschwarze Komödie der Extraklasse beschert. Auf den Spuren des dänischen „Adams Äpfel“ wandernd, präsentiert uns Regisseur und Drehbuchautor Bård Breien einen durchweg frischen und wunderbar unterhaltenden Debütfilm. Die Kunst liegt dabei darin, dass es Bård Breien gelingt ein eigentlich ernsthaftes Thema mit absurdkomischen Einfällen zu unterfüttern und damit eine viel eindringlichere Aussage zu treffen, als es mit der dramatischen „Zeigefingermethode“ überhaupt möglich gewesen wäre. Im Zentrum des Films steht die Frage nach dem Sinn des Lebens, oder anders: Was macht das Leben lebenswert? Um eine Frage auf diese schwere, und zuweilen nur allzu häufig auf der Leinwand thematisierte Frage zu finden, schlägt Breien groteske, aber brillante Wege ein. Er überzeichnet seine Charaktere gnadenlos und lässt den Fortlauf seiner Geschichte ins absolut Schräge abdriften. Die schwierige Gratwanderung zwischen komisch und niveaulos gelingt ihm dabei nahezu fehlerfrei und wird durch einen überraschend ausgereiften Inszenierungsstil weiter positiv unterstützt. Einzig im direkten Vergleich mit seinen Konkurrenten (wie etwa „Adams Äpfel“) muss „Die Kunst des negativen Denkens“ hinten anstehen. Die wirklich großen Lacher sind rar verteilt - zuweilen dominiert sogar eine etwas zu trübe Tragik das Geschehen. Erste Schritte Richtung große Karriere hat Bård Breien mit seinem Debütfilm jedoch sicherlich getätigt. Gespannt darf das nächste Werk des talentierten Regisseurs erwartet werden.

Wissenswertes

Die Kunst des negativen Denkens Vor dem Filmstart in den deutschen Kinos lief "Die Kunst des negativen Denkens" auf dem Fantasy Filmfest 2008. 2007 wurde der Film auf den Nordischen Filmtagen mit dem NDR-Filmpreis ausgezeichnet. Beim Karlovy Vary Filmfestival erhielt Bård Breien den Regiepreis.



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