Miller's Crossing

Filmplakat Miller's Crossing
Regie Joel Coen  Drehbuch Joel Coen, Ethan Coen  Produzent Ethan Coen 
Genre Mafia Epos  FSK 18  Filmlänge 115 min
Land USA  Kinostart 14.02.1991  DVD-Start 10.05.2003  Verleih 20th Century Fox

Story

Es ist das Jahr 1929, irgendwo im Osten der USA. Das Land befindet sich in der Prohibition und in der Stadt herrschen Gewalt und Korruption. Die eigentlichen Herrscher sind die Gangsterbosse. Der irische Bandenchef Leo hat vermeintlich alles unter seiner Kontrolle, sowohl Bürgermeister als auch Polizeichef tanzen nach seiner Pfeife. Als der rivalisierende italienische Gangsterboss Johnny Caspar den Kopf des Kleinganoven Bernie Bernbaum fordert, da der sich in seine Wettgeschäfte einmischt, lehnt Leo das entschieden ab. Schließlich ist er mit Bernies Schwester Verna liiert, die er heiraten möchte. Was er allerdings nicht weiß ist, dass Tom, der zweite Mann seiner Gang, ein heimliches Verhältnis mit Verna hat.

Durch Leos Weigerung, Bernie an Caspar auszuliefern, eskaliert die Situation und es kommt zu einem blutigen Bandenkrieg, zwischen dessen Fronten unwillkürlich Tom gerät. Doch seine Versuche, sowohl Leo als auch Caspar zu manipulieren, enden in einer blutigen Katastrophe…

Schauspieler

Miller's Crossing Gabriel Byrne, Marcia Gay Harden, John Turturro, Jon Polito, Albert Finney, Steve Buscemi, J.E. Freeman, Mike Starr, Al Mancini, Richard Woods

Filmkritik von Stefanie Rufle

Steffi vergibt 4 von 5 Ms Miller's Crossing Dieser frühe Film der Brüder Joel und Ethan Coen zeichnet sich nicht unbedingt durch eine kompliziert angelegte und verschachtelte Geschichte aus, sondern vielmehr durch die Art und Weise, diese zu erzählen. Diese vordergründig übliche Gangsterstory wird von den Coens komplett anders aufgebaut, als man das von Filmen des Genres kennt. Lange ist nicht klar, wer denn nun auf welcher Seite steht – und bei der einen oder anderen Figur bleibt dieses Rätsel auch noch nach dem Abspann bestehen. „Miller’s Crossing“ entwickelt zusehends eine Brutalität, die später zum Markenzeichen der Coen-Brüder gezählt werden soll. Doch gerade diese brutalen und gewalttätigen Szenen verleihen dem Film eine besondere Glaubwürdigkeit und Intensität. Daneben zeichnet sich „Miller’s Crossing“ allerdings auch durch eine melancholische Romantik und viele ironische Sequenzen aus, die den besonderen Humor der Brüder Coen widerspiegeln.

Auch die Darstellerriege ist hier eine Klasse für sich. Gabriel Bryne zeichnet sich in der Rolle des Tom durch ein zurückhaltendes und nuanciertes Spiel aus, das vor allem in den ruhigen Szenen absolut intensiv ist. Dabei gelingt es ihm, den Zuschauer fast unmerklich zu manipulieren, so dass man mehr und mehr mit ihm fiebert – und das, obwohl auch er als Identifikationsfigur kaum geeignet erscheint. Doch auch die anderen Darsteller, allen voran Albert Finney als Gangsterboss Leo, Jon Polito als dessen Widersacher Caspar und John Turturro als feiger Bernie, vermögen in jeder Sequenz zu überzeugen. Sie alle wären aber nichts ohne das großartige Drehbuch, für das ebenfalls Joel und Ethan Coen verantwortlich sind. Eine verschachtelte Erzählweise und großartige Dialoge machen „Miller’s Crossing“ zu einer Perle des Film Noir, auch wenn am Ende dann doch die eine oder andere Frage offen bleiben mag. Auch die Kameraführung ist einfach nur als grandios zu bezeichnen und unterstreicht die tiefe Symbolik, derer sich die Brüder Coen immer wieder bedienen.
„Miller’s Crossing“ ist ein großartig inszenierter und geschickt konstruierter Gangsterfilm, romantisch, brutal und zynisch zugleich. Alle Liebhaber des Genres werden hier ihre wahre Freude haben.



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