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Eine Perle Ewigkeit
La teta asustada
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Regie
Claudia Llosa
Drehbuch
Claudia Llosa
Produzenten
Antonio Chavarrías, José Maria Morales, Claudia Llosa
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 100 min Land Peru, Spanien Kinostart 05.11.2009 DVD-Start 28.05.2010 Verleih Neue Visionen |
Story
Eine Armensiedlung vor den Toren von Lima im heutigen Peru. Die junge Fausta hat von ihrer Mutter die Angst vor Vergewaltigung und Folter mit der Muttermilch aufgesogen. Die Mutter, einst Opfer von solchen Taten, hat ihr Trauma ungefiltert an die Tochter weitergeben und ihr so ein Leben in ständiger Angst beschert. Zum Schutz vor Vergewaltigung trägt Fausta eine Kartoffel in der Vagina. Als die Mutter stirbt, ist es Faustas größter Wunsch, sie in ihrem Heimatdorf zu begraben, doch dazu fehlt das Geld. Ihre Tante besorgt Fausta eine Arbeit bei der reichen Musikerin Aida in der Stadt und diese entdeckt Faustas gesangliches Talent und ihre wunderschönen traurigen Lieder. Sie bietet der jungen Frau eine Perle für jedes Lied, das sie ihr gibt und Fausta lässt sich darauf ein. Doch sie wird betrogen, denn kaum hat Aida was sie will, entlässt sie Fausta. Doch die Arbeit, weg von zu Hause, hat Fausta mutig gemacht und so kommt sie wieder, um sie ihren Lohn einzufordern.
Schauspieler
Magaly Solier, Susi Sánchez, Efraín Solis, Marino Ballón, Antolín Prieto
Filmkritik von Melanie Frommholz
Mit „Eine Perle Ewigkeit“ legt die junge Filmemacherin Claudia Llosa ihre zweite Langfilmarbeit vor, für die sie auch das Drehbuch schrieb. Sie eroberte damit nicht nur die Kritikerherzen bei der Berlinale und einen Golden Bären sondern auch die Jury der OSCARs, die das Werk mit einer Nominierung als bester ausländischer Film bedachten. Ihre Geschichte einer jungen Frau, die gegen das von der Mutter vererbte Trauma ankämpft und sich ihre Freiheit und die schiere Luft zum Atmen erobert, ist an sich eine rührende Geschichte, die Llosa sensibel aufgreift und mit poetischen, teils auch leicht surreal anmutenden Bildern erzählt. Nachhaltig im Gedächtnis bleibt dabei insbesondere die raue und faszinierende Schönheit Perus. Von der Inszenierung der Geschichte bleibt insgesamt dennoch ein sperriger Gesamteindruck zurück. Das Drehbuch mischt alte Mythen mit einem Blick auf die peruanische Gesellschaft und dem Thema der Trauma-Bewältigung. Dabei reißt die Filmemacherin vieles an, bleibt aber überwiegend rätselhaft und undurchsichtig. Vieles wirkt auf atmosphärische Dicht und Bedeutung getrimmt, ohne dass sich diese dann einstellt oder erschließt. Faustas Trauma und Ängste werden zwar insbesondere dank einer fantastisch spielenden Magaly Solier deutlich, aber man wird von der emotionalen Tragweite des Themas zu wenig berührt. Häufig ist man leider mehr damit beschäftigt, sich über den Einsatz von Gemüse zur Verhütung Gedanken zu machen, als der Hauptfigur Fausta emotional zu begegnen. Claudia Llosa hat es versäumt den Blick des Zuschauers für die gefühlsmäßige Dimension des Traumas zu öffnen, in dem sie dessen Wurzeln weiter beleuchtet. So bleibt man ein interessierter, aber emotional weitestgehend unbeteiligter Zuschauer.
"Eine Perle Ewigkeit" wurde 2009 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.
