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Vierzig Gewehre
Forty Guns
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Regie
Samuel Fuller
Drehbuch
Samuel Fuller
Produzent
Samuel Fuller
Genre Western FSK 16 Filmlänge 79 min Land USA Kinostart 06.12.1958 DVD-Start 01.10.2004 Verleih 20th Century Fox Germany |
Story
Die mächtige Viehbaronin Jessica Drummond regiert mit harter Hand über einen unzivilisierten Landstrich in Arizona. Ihre Männer sind betrunkene Raufbolde und Gesetzlose, die für anarchische Zustände in der angrenzenden Stadt verantwortlich sind. Der alternde Sheriff Logan ist der eiskalten Frau hörig und wird von ihr korrumpiert. Als der verrufene Marshall Griff Bonell mit seinen Brüdern auftaucht, weht bald ein anderer Wind. Jessica verliert ihre Souveränität, als sie sich in Griff verliebt und ihn zum Nachfolger Logans machen will. Doch ihre Gefühle für Griff sind nicht ihre einzige Schwäche. Die bedingungslose Treue zu ihrem gesetzlosen Bruder wird der bemerkenswerten Frau zum Verhängnis...
Schauspieler
Barbara Stanwyck, Barry Sullivan, Dean Jagger, Gene Barry, John Ericson, Robert Dix, Ziva Rodann, Hank Worden, Jidge Carroll, Paul Dubov, Gerald Milton, Chuck Roberson, Chuck Hayward
Filmkritik von Achim Lay
"Vierzig Gewehre" ist ein Meisterwerk des amerikanischen Autorenkinos und ein "echter Fuller". Im düster-bedrohlichen schwarz-weiß und in CinemaScope gedreht, bekommt der Westernfreund hier ungewöhnliche Kameraeinstellungen und ausgefallene Bildkompositionen geboten. Fuller lässt sich nicht verbiegen. Genreunabhängig überzeugt er stets mit morbiden, fatalistischen Stories. Emotional ergreifend, lässt er seine Figuren an ihren eigenen Unzulänglichkeiten scheitern. Sie können nicht aus ihrer Haut. Fuller hat keine Zeit für Helden. Er unterscheidet nicht zwischen gut und böse. Der Marshall ist ein eiskalter Killer, die herrische Diva eine einsame Frau auf der Suche nach dem richtigen Mann, der sie zähmt. Die Figuren tun, was sie tun müssen. Ohne Reue, ohne Aussicht auf ein glückliches Leben, gehen sie über Leichen und machen dabei auch vor den Menschen, die sie begehren nicht halt. Dies wird besonders deutlich, wenn der von Barry Sullivan überzeugend gespielte Griff sogar auf die Frau, die er liebt schießt, um seine Rachegelüste zu befriedigen. Für Sentimentalitäten ist hier nicht der richtige Ort. Die Wesenszüge der handelnden Figuren sind, genau wie der bedrohliche Inszenierungsstil an den "Film Noir" angelehnt.
Authentizität und ungeschönter Realismus sind Fullers Grundlage für das Porträt einer ebenso starken wie einsamen Frau, deren Abstieg gleichbedeutend mit dem Verlust der Individualität im Westen der USA zu deuten ist. Hier ist keine Zeit mehr für Revolverhelden und tyrannische Großgrundbesitzer, die mit Waffengewalt ihr Territorium beherrschen.
Barbara Stanwyck begeistert als "Femme Fatale" mit beinahe königlicher Aura, deren glitzernde Fassade in dem Maße einzustürzen droht, in dem sie zunehmend menschliche Züge an den Tag legt.
Samuel Fuller ist ein kraftvoller, leidenschaftlicher Film gelungen, der seine Intensität nicht aus Schießereien oder Gewaltausbrüchen, sondern aus der Willensstärke seiner Charaktere bezieht.
