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Up in the Air
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Regie
Jason Reitman
Drehbuch
Jason Reitman, Sheldon Turner
Produzenten
Jeffrey Clifford, Daniel Dubiecki, Ivan Reitman, Jason Reitman
Genre Komödie FSK 0 Filmlänge 110 min Land USA Kinostart 04.02.2010 DVD-Start 04.06.2010 Verleih Paramount Pictures |
Story
Wenn Ryan Bingham einen Flughafen betritt, dann ist er Zuhause angekommen. Seine Heimat ist über den Wolken Amerikas, seine Ruhestätten sind diverse Hotelanlagen im ganzen Land. Auf die langen Reisen wird er von seiner Firma geschickt, die Ryan damit beauftragt hat Mitarbeiter möglichst schmerzfrei über ihre Entlassung zu informieren. Was für viele ein kaum vorstellbarer Lebensentwurf darstellt, ist für Ryan alles was er zum Leben braucht. Dann kommt ihm jedoch die junge und sehr ambitionierte Natalie Keener in die Quere. Sie hat ein neues Geschäftsmodell entwickelt, via dessen Mitarbeiter zukünftig von Bildschirm zu Bildschirm gekündigt werden können. Um weiterhin auf Reisen sein zu können, würde Ryan beinahe alles machen. Und so nimmt der den blutjungen Firmennachwuchs mit auf seine Reisen. Schon bald wird Ryan dabei für Natalie zu einer Art Vaterfigur - die er eigentlich nie sein wollte. Als dann auch noch die attraktive und sympathische Geschäftsfrau Alex auf der Bildfläche auftaucht und ihm ordentlich den Kopf verdreht, steht Ryans bislang ach so perfekte Welt endgültig Kopf. Will er wirklich für den Rest seines Lebens einsam und ohne Zuhause sein Dasein fristen?
Schauspieler
George Clooney, Anna Kendrick, Vera Farmiga, Jason Bateman, Chris Lowell, Tamala Jones, Melanie Lynskey, Danny McBride, Adam Rose
Filmkritik von Kathrin Lang
Nachdem uns Regisseur und Drehbuchautor Jason Reitman bereits 2007 mit „Juno“ einen bewegenden und nicht grundlos OSCAR-preisgekrönten Film in die Kinos brachte, inszeniert uns der Amerikaner mit „Up in the Air“ nun eine ähnlich ungewöhnliche Geschichte – wie gemacht für die großen Leinwände dieser Welt.
„Wir sind so global, dass wir jeden Sinn dafür verloren haben, was eine lokale Gemeinde bedeutet.“ (Jason Reitman)
In den Mittelpunkt wird dabei die Figur Ryan Bingham (George Clooney) gestellt, die in den kommenden Filmminuten spannend betrachtet wird und die in ihrer Fremdheit genügend Spielraum für die Abhandlung interessanter Fragen bietet. Fremd ist Ryan Bingham vor allem durch den für unsereiner ungewöhnlichen Lebensentwurf. Über 320 Tage im Jahr ist er als erfolgreicher Geschäftsmann für seine Firma in ganz Amerika unterwegs: Von der West- zur Ostküste und wieder zurück. Auf die Frage, wo er sich denn heimisch fühlt, antwortet er beinahe hinfällig: „Na, hier!“ und meint damit seinen Platz im Flugzeug. Enge soziale Bindungen pflegt er höchstens zum immer wieder gleichen weiblichen Bodenpersonal beim Check-In am Flughafen oder den netten Empfangsdamen diverser Hotelanlagen. Das verleiht der Figur Ryan eine fremde und faszinierende Ausstrahlung zugleich. Dieser Lebensstil wird in „Up in the Air“ nun jedoch kritisch hinterfragt: Zunehmend entwickelt sich die nüchterne Geschichte über einen geschäftigen Vielflieger, dessen Job es ist Leute zu feuern, zu einer emotionalen Geschichte über einen Mann, der eigentlich alles hat und dem dennoch etwas Entscheidendes im Leben fehlt: Liebe, Freundschaft und eine Familie. Zusammen ergibt das eine spannende Reflexion über das heutige Leben. Unsere zunehmend globalere Welt, in der Kommunikation häufig nur noch via neuer technischer Errungenschaften stattfindet, verursacht einen Wandel der Gesellschaft. „Up in the Air“ wirft einen kritischen und zudem authentischen Blick auf diese Veränderungen und hinterlässt dadurch Botschaften, die vermutlich einen jeden von uns für gewisse Problematiken wieder mehr sensibilisieren.
„George kann mühelos in jede Art von Szenen einsteigen, egal ob sie emotional oder komödiantisch ist.“ (Jason Reitman)
Neben all der Tragik, die dieser Geschichte auf natürliche Weise anhaftet, vergisst Reitman jedoch nicht die lustigen Töne. Mit George Clooney hat er dafür den perfekten Mann gefunden. Seine wie immer charmante, beinahe zärtlich anmutende Ausstrahlung kommt ihm auch bei der Verkörperung des Ryan Bingham wieder zugute. Clooney versteht es die weichen, ebenso wie die stärkeren Szenen überzeugend dazustellen. Er ist ebenso der tüchtige Geschäftmann mit autoritärer Ausstrahlung, wie er der zerbrechliche Mann mit Sehnsucht nach Familie und Liebe sein kann. Beide Seiten seiner ambivalenten Rolle stehen ihm gut und machen wieder einmal deutlich, dass Clooney nicht grundlos zum festen Bestandteil Hollywoods gehört. Auch versteht er es hervorragend mit dem Humor der Geschichte umzugehen. Scheinbar spielend einfach hantiert er mit den ironischen und witzigen Szenen der Geschichte und entlockt dem Zuschauer damit häufig ein wahres Lachen.
Dass „Up in the Air“ so gut funktioniert, liegt aber auch an den guten Darstellern, die sich rund um George Clooney versammelt haben. Mit besonders guten Leistungen glänzen die beiden Damen an Clooneys Seite: Vera Farmiga und Anna Kendrick durften sich bereits über einen Nominierung von der Golden Globe-Jury als beste Nebendarstellerinnen freuen und haben auch beide gute Chancen im Rennen um die beliebte Trophäe. Während die noch junge Kendrick als naive, aber doch sehr clevere Rationalisierungsfachfrau überzeugt und dem Zuschauer durch ihre gelungene Darstellung einige heitere Minuten beschert, versteh es Farminga ebenfalls bestens ihre Rolle vor der Kamera umzusetzen: Sie tritt als Seelenverwandte von Ryan Bingham auf und ist nicht unwesentlich daran beteiligt ihn aus seiner kleinen, eigenen Welt herausreißen. Sie punktet vor allem durch ihre starke weibliche Ausstrahlung – mit der sie nicht nur George Clooneys Herz erobern kann.
„Up in the Air“ ist somit ein echtes erstes Highlight des Kinojahres 2010, das Fans solcher melancholischer und nachdenklicher Geschichten nicht verpassen sollten!
Wissenswertes
Der Roman „Der Vielflieger“ von Walter Kinn bildet die Basis für das Drehbuch von „Up in the Air“.
"Up in the Air" wurde im englisches Original mit deutschen Untertiteln gesehen und bewertet.
Bewertungen
| Kathrin Lang | ![]() |
Thomas Ays | ![]() |
| Melanie Frommholz | ![]() |
Auszeichnungen
Golden Globe-Nominierungen
Bester Film - Drama, Beste Regie, Bester Schauspieler - Drama (George Clooney), Beste Nebendarstellerin (Vera Farmiga), Beste Nebendarstellerin (Anna Kendrick)
Gewonnene Golden Globes
Bestes Drehbuch
OSCAR-Nominierungen
Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (George Clooney), Beste Nebendarstellerin (Vera Farmiga), Beste Nebendarstellerin (Anna Kendrick), Bestes Drehbuch (Adaption)
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