The King's Speech

Filmplakat The King's Speech
Regie Tom Hooper  Drehbuch David Seidler  Produzenten Iain Canning, Emile Sherman, Gareth Unwin 
Genre Drama  FSK Filmlänge 118 min
Land USA  Kinostart 17.02.2011  DVD-Start 02.09.2011  Verleih Senator Film

Story

Als zweiter Sohn des englischen Königs George V. hatte Bertie nie damit gerechnet einmal den Thron zu besteigen. Seit seinem vierten Jahr kämpft er mit der Sprachstörung des Stotterns. Öffentliche Redetermine sind für den eher zurückhaltenden Mann eine Qual. Es wurde nichts unversucht gelassen Bertie zu heilen, doch weder Ärzte noch Therapeuten konnten bislang helfen. Letztlich wendet sich seine besorgte Ehefrau Elizabeth an den Sprachtherapeuten Lionel Logue. Logue und seinen Methoden eilt ein zweifelhafter Ruf voraus, doch nach anfänglichen Schwierigkeiten erzielen er und Bertie erste Erfolge. Schon bald entwickelt sich zwischen den beiden unterschiedlichen Männern ein Vertrauensverhältnis, aus dem Freundschaft wird. Als König George V. stirbt und sein älterer Bruder abdankt steht Bertie plötzlich im Rampenlicht. Das Volk und die Regierung erwarteten von ihm vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges Stärke, Zuspruch – kurz: öffentliche Präsenz. Der Druck wächst für den Regenten wider Willen. Als er der Unterstützung von Lionel Logue am meisten bedarf, enthüllt sich dessen zweifelhafte Vergangenheit…

Schauspieler

The King's Speech Colin Firth, Geoffrey Rush, Helena Bonham Carter, Derek Jacobi, Guy Pearce, Robert Portal, Claire Bloom, Eve Best, Timothy Spall, Michael Gambon, Freya Wilson, Ramona Marquez, Jennifer Ehle

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 6 von 5 Ms The King's Speech Eine Stimme besitzt Macht, sie suggeriert Kompetenz und Stärke. Das Medium Rundfunk rückte die Stimme Ende der 1920er in das Zentrum des Interesses und in den Fokus der Mächtigen. Eine tragische Entwicklung für Menschen wie Englands König George VI. genannt Bertie - der das Land zu Beginn des Zweiten Weltkrieges von seinem abgedankten Bruder Edward übernahm und seit seinem vierten Lebensjahr stotterte. Zu einer Zeit, als die Stimme eines Herrschers alles zählte, rang Englands Monarch um Worte. Filmemacher Tom Hooper zeigt diesen Mann – den Vater der heutigen englischen Königin Elizabeth – als einen Mensch voller Ängste und Selbstzweifel. Einen Menschen, der im Schatten seines herrischen Vaters und großen Bruders stand und der in seiner Kindheit gelernt hatte in der zweiten Reihe zu stehen. Doch wie tritt man aus dem Schatten heraus und ist England ein starker Monarch, wenn man nicht einmal einen Satz in der Öffentlichkeit stotterfrei über die Lippen bekommt? „The King’s Speech“ begleitet Bertie durch eine Zeit großer persönlicher wie politischer Umwälzungen bis hin zu seiner ersten wichtigen Kriegsrede. Es wundert nicht, dass „Queen Mum“ lange zögerte, bis sie dem Drehbuch die Freigabe erteilte, zeigt der Film ihren Mann doch weniger königlich und teils auch voller Scham. Tom Hooper ist es jedoch gelungen George VI. als den mutigen und facettenreichen Menschen zu zeigen, der er wohl war. Der Spezialist für historische Formate wählte dafür eine geradlinige und schnörkellose Inszenierung, die den Fokus ganz auf seine beiden Hauptfiguren richtet und deren besondere Beziehung. Neben allen geschichtlichen Wahrheiten ist „The King’s Speech“ nicht nur die Geschichte vom König, der im Kampf gegen sein Stottern über sich hinauswächst, sondern auch die Geschichte einer vertrauensvollen Freundschaft.

Tom Hoopers Drama ist fein ausbalanciert, arbeitet mit den Nuancen der Mimik und perfekt mit der Ausdruckstärke seines Hauptdarstellers. In seiner angestauten Wut ist Colin Firth als George VI. ein explodierender Vulkan, in seinem verzweifelten Ringen um die Worte ein Mensch mit dem man Mitleid hat. Bemitleiden tut man ihn jedoch nie und genau darin liegt eine der großen Stärken seines Spiels. Colin Firth verkörpert zu jeder Zeit glaubwürdig diese historische Persönlichkeit und versteht es den schüchternen Menschen hinter dem Monarchen herauszuarbeiten. In seinen Augen steht die Angst um das Versagen genauso deutlich wie Wut, Entschlossenheit und auch der Schalk. Nicht nur optisch ein vollendeter englischer Gentleman. Als Colin Firth Gegenpart agiert Geoffrey Rush als leicht sonderbarer Sprachtrainer Lionel Logue mit gewohnter Präsenz und Charme. Er gibt Logue’s Part in der Geschichte Raum ohne ihn übermächtig werden zu lassen. Neben diesen beiden Mimen verblieb wenig Screentime für andere schauspielerische Großleistungen. Umso erfreulicher, dass Hooper starke Schauspieler wie Helena Bonham Carter, Derek Jacobi, Michael Gambon oder Timothy Spall für die Nebenrollen gewinnen konnte. Ihr Spiel rundet den stimmigen Gesamteindruck dieses historischen Dramas ab, das mit der sympathischen Geschichte eines Königs berührt, der über sich hinauswächst. Selten war ein Blick hinter die verschlossenen Türen der englischen Royals rührender und dabei so würdevoll, menschlich und angenehm kitschfrei.

Wissenswertes

The King's Speech Der Drehbuchautor David Seidler litt als Kind selbst unter schweren Stottern. Die Reden des britischen Königs George VI., die während und nach dem Krieg in der BBC gesendet wurden, ermutigten ihn seine Sprachstörung zu überwinden. George VI., der stotternde König, der zum öffentlichen Sprechen gezwungen war, wurde ein Kindheitsheld und Vorbild für den Drehbuchautoren.

Auszeichnungen

The King's Speech
Golden Globe-Nominierungen

Bester Film - Drama, Beste Regie, Beste Nebendarstellerin (Helena Bonham Carter), Bestes Drehbuch, Beste Musik

Gewonnene Golden Globes

Bester Schauspieler - Drama (Colin Firth)

OSCAR-Nominierungen

Bester Nebendarsteller (Geoffrey Rush), Beste Nebendarstellerin (Helena Bonham Carter), Beste Ausstattung, Beste Kamera, Beste Kostüme, Bester Schnitt, Beste Musik, Bester Ton-Mix

Gewonnene OSCARs

Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Colin Firth), Bestes Drehbuch (Original)



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Kommentare

Shruikan schreibt am 29.12.11, 22:08
"The Kings Speech" ist ein großartiger Film. Die Schauspieler machen aus einer gelesen eher uninteressanten Handlung ein ,auch über die Länge des Films, spannendes und emotional berührendes Drama. Ein weiterer Beweis dafür, dass gut gemachtes Kino auch ohne Action und Effekthascherei aus kommt.
Kath schreibt am 10.04.11, 18:31
Klasse Film, super Schauspielen. Verdienter Oscar!
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