Men on the Bridge - Köprüdekiler

Filmplakat Men on the Bridge - Köprüdekiler
Regie Asli Özge  Drehbuch Asli Özge  Produzenten Fabian Massah, Asli Özge 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 87 min
Land Türkei, Deutschland, Niederlande  Kinostart 22.07.2010  Verleih Farbfilm

Story

Fikret ist 17, hat keine Ausbildung und verkauft täglich auf der Bosporus-Brücke Rosen. Der Weg, raus dem illegalen Straßenverkäufergeschäft, rein in einen geregelten Alltag, erweist sich für ihn als sehr schwierig. Trotz starkem Willen findet er keinen regulären Job und taucht daher weiterhin jeden Tag in das hupende Automeer auf der Bosporus-Brücke ein. Für die Regelung des turbulenten Verkehrs ist der 24-jährige Murat zuständig. Als Verkehrspolizist genießt er im Grunde kein schlechtes Ansehen, findet aber dennoch keine Frau, die sein Leben mit ihm teilen möchte. Tagtäglich begibt er sich daher im Internet auf die Suche nach der großen Liebe, die er bislang jedoch nicht finden konnte. Währenddessen schlängelt sich der Taxifahrer Umut durch seinen holprigen Alltag und setzt sich mit den Wünschen seiner unglücklichen Frau auseinander. Diese stellt hohe Ansprüche an Umut und ihr gemeinsames Leben. Ansprüche, die von dem Gehalt eines Taxifahrers in Istanbul nicht erfüllt werden können.

Schauspieler

Men on the Bridge - Köprüdekiler Fîkret Portakal, Murat Tokgöz, Umut Ilker, Cemîle Ilker

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 5 von 5 Ms Men on the Bridge - Köprüdekiler Der Bosporus symbolisiert die geografische Trennung zwischen Okzident und Orient und damit zugleich die natürliche Scheidelinie zwischen zwei sehr unterschiedlichen Kulturen. Von dieser Trennung ist vor allem die türkische Hauptstadt Istanbul betroffen, die zu Teilen auf europäischem und zu Teilen auf asiatischem Boden errichtet wurde. Verbunden werden die beiden Stadtteile unter anderem durch die Bosporus-Brücke, die die 1,5km lange Distanz zumindest rein physisch überwindet. Dass die kulturelle Kluft zwischen Ost und West jedoch weitaus schwieriger zu bezwingen ist, bestätigen die zahlreichen und langwierigen politischen Diskussionen über die Zugehörigkeit der Türkei. Dennoch erweist sich die Brücke als geeignetes Sinnbild, um die Türkei nicht nur politisch, sondern vor allem auch gesellschaftlich zu positionieren. Regiedebütantin Asli Özge, die selbst gebürtige Türkin ist, heute jedoch in Berlin lebt, nutzt die symbolische Tragweite der Bosporus-Brücke aus, um vor allem Istanbul als eine Stadt zu zeigen, die sich um Umbruch befindet.

„Men on the Bridge – Köprüdekiler“ erzählt von drei Lebensschicksalen, die einen außergewöhnlich authentischen Einblick in das alltägliche Leben in Istanbul gewähren. Ihre Authentizität gewinnt die Co-Produktion vor allem durch ihre stark dokumentarische Geste. Asli Özge engagierte für die Inszenierung ihres Filmes Laiendarsteller aus Istanbul, die vor der Kamera ihr tagtägliches Leben zeigen dürfen. Bei der Umsetzung ihres Films besinnt sich die Regisseurin und Drehbuchautorin gänzlich auf die wahren Überraschungen, die das Leben beschert und verzichtet vollständig auf aufbauschende Dramatik oder große Überschwänglichkeit. Demzufolge wird Asli Özges Debütfilm zu einem Drama, das primär nicht unterhalten, sondern viel mehr dokumentieren und informieren will. Dieses Konzept geht auch hervorragend auf. „Men on the Bridge – Köprüdekiler“ präsentiert eindrücklich eine Stadt, die Angst um ihre Zukunft hat und sich aus ihren Zwängen befreien möchte. Stellvertretend für das Lebensgefühl einer ganzen Metropole stehen die Geschichten von drei Personen, die den schwierigen Umbruch aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.

2010 wurde Istanbul zur Kulturhauptstadt Europas ernannt. Asli Özge ergänzt die Intensionen, die hinter der Kulturinitiative der Europäischen Union stehen, um eine weitere Komponente und vermittelt mit ihrem „Men on the Bridge – Köprüdekiler“ auf filmischer Eben zwischen der Türkei und dem restlichen Europa.

Wissenswertes

Men on the Bridge - Köprüdekiler "Men on the Bridge - Köprüdekiler" wurde unter anderem als Bester Film in den nationalen Wettbewerben der Filmfestivals Istanbul und Adana ausgezeichnet.

Der Film wurde auf Türkisch mit deutschen Untertiteln gesehen und bewertet.



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