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Antichrist
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Regie
Lars von Trier
Drehbuch
Lars von Trier
Produzent
Meta Louise Foldager
Genre Drama FSK 18 Filmlänge 108 min Land Dänemark, Deutschland, Frankreich, Schweden, Italien, Polen, 2009 Kinostart 10.09.2009 DVD-Start 18.03.2010 Blu-ray-Start 18.03.2010 Verleih MFA |
Story
Es ist der Moment der höchsten Ekstase zwischen Mann und Frau. Während sich ein Ehepaar in ihrem Bett liebt und gerade auf das ereignisreiche Finale ihres Akts zusteuern, klettert ihr kleiner Nic aus seinem Kinderbettchen, steigt auf einen Stuhl, den er zuvor an einen Tisch schob, klettert darauf und springt durch das geöffnete Fenster in den eisigen Tod.
Während die Mutter anschließend in einer psychiatrischen Anstalt liegt und der Trauer kaum entkommt, ist ihr Mann ganz Therapeut. Er holt sie aus der Psychiatrie, damit sie sich ihren Ängsten stellt. Gemeinsam fahren sie in die Wälder, um zu sich selbst zu finden...
Schauspieler
Willem Dafoe, Charlotte Gainsbourg, Storm Acheche Sahlstrøm
Filmkritik von Thomas Ays
Der Titel "Antichrist" schrieb Regisseur und Drehbuchautor Lars von Trier zuerst, noch bevor eine Zeile des Drehbuchs den Weg auf das Papier fand. Er soll den Film in einer schweren Depression geschrieben haben, was am Anfang, inmitten und am Ende des Films nur allzu spürbar ist. Lars von Trier galt schon immer als besonderer, anderer Filmemacher, der für seine Begriffe anspruchsvolles und kreatives Kino den Amerikanern und gezielt Hollywood entgegenwirft.
Gerade "Antichrist" zeigt jedoch, dass es Lars von Trier vollkommen unwichtig ist, ob er seine Zuschauer findet. Wichtig scheint zu sein, seine eigenen Ergüsse zu verarbeiten. Dazu verwendet er Stilmittel, wie gezeigten Sex (mit allem, was dazugehört), das Verstümmeln von Genitalien und natürlich, wie könnte es anders sein, einen Blut ejakulierenden Penis. Das alles ist für den Zuschauer kaum auszuhalten, zumal die Stimmung und die Bilder ungute Gefühle heraufbeschwören, die sicherlich alles andere als gesund sind. Die Frage, die über all dem steht, lautet: Brauchen wir das?
Dennoch hat "Antichrist", neben zwei mutigen und ausdrucksstarken Schauspielern, einen weiteren, echten Pluspunkt zu bieten: Die Kamera. Anthony Dod Mantle gewann für seine Kameraarbeit für "Slumdog Millionär" den OSCAR und zeigt auch in "Antichrist", was für ein fantastischer und beeindruckender Handwerker er ist und welche Bildkompositionen er erschaffen kann. Herausragend!
"Antichrist" ist unterm Strich eine Auflehnung gegen jedwede Konventionen. Spezielles Kino darf gern ebenso speziell sein. Sollte aber das Ego des Filmemachers über all der Kunst stehen, läuft das Projekt Gefahr, mit seiner Wirkung nicht beim Zuschauer anzukommen, wie hier geschehen. Brauchen wir das?
Auf den Filmfestspielen von Cannes erhielt die Hauptdarstellerin Charlotte Gainsbourg den Preis als beste Schauspielerin. Lars von Trier war für eine Goldene Palme nominiert.
