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Whatever Works - Liebe sich wer kann
Whatever Works
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Regie
Woody Allen
Drehbuch
Woody Allen
Produzenten
Letty Aronson, Stephen Tenenbaumetty
Genre Komödie FSK 12 Filmlänge 92 min Land USA Kinostart 03.12.2009 DVD-Start 24.09.2010 Verleih Senator Film |
Story
Das Leben von Boris, einem ehemaliger Physik-Professor und unverbesserlichen Pessimist, ändert sich schlagartig, als die blutjunge und quirlige Melody in sein Leben tritt. Melody, die aus ihrem Elternhaus in Mississippi nach New York geflüchtet ist, quartiert sich mit verblüffender Selbstverständlichkeit in seiner Wohnung ein. Trotz des großen Altersunterschiedes verliebt sie sich in Boris. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten wird ihre Liebe erwidert und mündet letztlich sogar in einer überraschend glücklichen Ehe. Schnell ist die Idylle jedoch dahin, als Melodys Eltern an die Türe des ungleichen Ehepaars klopfen und eine Kettenreaktion an romantischen Verwicklungen auslösen, die viele erstaunliche Erkenntnisse und Wendungen mit sich bringen…
Schauspieler
Larry David, Evan Rachel Wood, Patricia Clarkson, Ed Begley Jr., Conleth Hill, Michael McKean
Filmkritik von Kathrin Lang
Nachdem Woody Allen in den vergangenen Jahren seinen kreativen Schaffensort nach Europa verlagert hatte, kehrt er mit den Dreharbeiten zu „Whatever Works - Liebe sich wer kann“ nun wieder in seine Heimatstadt New York zurück und beleuchtet dort einige exzentrische Charaktere auf ihrer wilden Odyssee durch das Liebes- und Beziehungschaos der besonderen Art. Das Drehbuch zu dieser Geschichte soll Allen bereits vor rund 30 Jahren verfasst haben. Für die Hauptrolle hatte er damals den amerikanischen Schauspieler Zero Mostel im Visier, der dann jedoch verstarb. Daraufhin verschwand das Drehbuch für lange Zeit in einer versiegelten Schublade, erblickte letztlich aber doch wieder das Licht der Welt, um nun mit einem fantastischen Larry David auf den Leinwänden dieser Welt zu flimmern.
Dabei überzeugt „Whatever Works - Liebe sich wer kann“ sogleich auf mehreren Ebenen. Zunächst einmal zeigt sich Woody Allen auch in seinem neusten Streich wieder von einer experimentellen Seite und spielt ebenso gekonnt wie gelungen mit allen ihm zur Verfügung stehenden filmischen Mitteln. Auf fast schon unverschämt direkte Art wird der Zuschauer gleich zu Beginn darauf aufmerksam gemacht, dass er sich gerade einen Film ansieht. Durch direkte Publikumsansprache in die Kamera, wird die imaginäre und illusionäre Mauer zwischen Zuschauersaal und Leinwand durchbrochen. Gewiss, neu ist das nicht, jedoch nur selten so gut gelungen. Mutig und überraschend häufig wird dadurch das Dispositiv des Kinos reflektiert, ohne den Erzählfluss der Geschichte zu behindern und die eigentlich so wunderbare Kinoillusion wirklich zu zerstören. Durch diesen filmischen Kniff gestaltet sich „Whatever Works - Liebe sich wer kann“ reizvoll und bietet großflächige Interpretationsansätze, die seitens des Zuschauers spannend durchdacht werden können.
Einhergehend mit der vorläufigen Abwendung von Europa, trennt sich Woody Allen auch von seiner Stammschauspielerin Scarlett Johansson. Diese wird in „Whatever Works - Liebe sich wer kann“ durch eine wahrhaft entzückend agierende Evan Rachel Wood ersetzt. Die Rolle des zunächst naiven und einsamen Mädchens, das sich in der großen Stadt in einen um Jahre älteren Mann verliebt, steht ihr wie angegossen. Ihre Figur Melody ist toll und auf vielschichtige Weise überaus abstrus gestaltet. Obwohl ihr Boris (Larry David) immer wieder vorschlaghammerartig zu verstehen gibt, dass er eigentlich nicht sonderlich viel von ihr hält, verliebt sie sich dennoch in ihn und lässt ihn letztlich sogar zu ihrem Lehrmeister avancieren. Seine Ratschläge und Weltanschauungen nimmt Melody gehorsam an und scheut auch nicht, diese an Dritte weiterzugeben. Allein diese Ausgangssituation sorgt bereits für einige vergnügliche Minuten. Das ungleiche Schauspielerpaar Larry David und Evan Rachel Wood harmonisiert großartig auf der Leinwand und stellt sich als durch und durch gute Wahl heraus.
Mit „Whatever Works - Liebe sich wer kann“ beschert uns Woody Allen einen tollen Kinospaß, der so ganz und gar nicht angepasst wirkt. Dieses offensichtliche Leitmotiv spiegelt sich nicht nur in der Inszenierung und im Titel wieder, sondern wird auch in der Geschichte toll fortgeführt: „Das Leben ist oft ein riesiger Kraftakt. Dabei ist alles okay, was funktioniert und andere nicht verletzt. Also kann eine Beziehung ruhig bizarr sein: Wenn's klappt, klappt es.“ (Woody Allen)
„Whatever Works - Liebe sich wer kann“ wurde im englischen Original gesehen und bewertet. 