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127 Hours
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Regie
Danny Boyle
Drehbuch
Danny Boyle, Simon Beaufoy
Produzenten
Danny Boyle, Christian Colson, John Smithson
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 89 min Land USA Kinostart 17.02.2011 DVD-Start 29.07.2001 Blu-ray-Start 29.07.2001 Verleih 20th Century Fox Germany |
Story
Erzählt wird die wahre Geschichte von dem waghalsigen Abenteurer und Kletterer Aron Ralston, der an einem Freitag im April 2003, im Alter von 26 Jahren, in den Canyonlands National Park in Utah aufbrach, um dort ein für ihn gewöhnliches Wochenende mit Wandern zu verbringen. Alles beginnt auch wie immer: Glücklich mit sich und dem Leben streift er durch die abgelegene Landschaft, fährt abenteuerlich Downhill und begegnet unterwegs sogar zwei hübschen Mädels, denen er für ein paar Stunden die aufregenden Seiten der menschenleeren Landschaft zeigen kann. Obwohl er das Gebiet wie seine Westentasche zu kennen scheint, passiert ihm jedoch später am Tag etwas, mit dem keiner, er selbst am wenigsten, gerechnet hat: Er stürzt in eine Schlucht und bleibt mit seinem rechten Arm zwischen einem Felsbrocken und der Wand stecken. In der klaustrophobischen Enge der Schlucht gefangen, muss er schon bald feststellen, dass es für ihn keinen Ausweg gibt. Sollte nicht innerhalb weniger Tage Rettung eintreffen, stehen seine Chancen zu Überleben, oder der verfahrenen Situation heil zu entkommen, schlecht...
Schauspieler
James Franco, Lizzy Caplan, Kate Mara, Clémence Poésy, Amber Tamblyn, Treat Williams, Kate Burton, Darin Southam
Filmkritik von Kathrin Lang
Nach dem Sensationserfolg „Slumdog Millionär“ aus dem Jahr 2009 startet Regisseur und Drehbuchautor Danny Boyle 2011 erneut OSCAR-verdächtig durch. Mit „127 Hours“ verfilmt er eine schier unglaublichen Geschichte: Erzählt wird von dem 26jährigen Bergsteiger Aron Ralston, der im April 2003 nach Utah aufbrach, um im abgelegenen Canyonland National Park zu wandern. Anstatt nach dem Wochenende jedoch wieder nach Hause zurückzukehren, taucht er erst sechs Tage später wieder auf – mit nur noch einem Arm. Unfassbare 127 Stunden war er mit seinem Arm, nach einem Sturz in eine Schlucht, zwischen Wand und Fels eingeklemmt. Auf Ralstons Biographie „Im Canyon“ basierend, nimmt sich Danny Boyle dieser unglaublichen, aber wahren Geschichte nun an und bringt damit eine One-Man-Show in unsere Kinos, die in ihrer schockierenden Schlagkraft empathischer wirkt, als so mancher Gruselschocker.
Eine Schlucht, ein Fels, ein Mann mitten im Nirgendwo – die Grundelemente, aus denen sich „127 Hours“ zusammensetzt, lassen sich an weniger als fünf Fingern zusammenzählen und doch erscheint Boyles Film unglaublich fulminant. Wo man Stillstand in der Erzählung oder in die Länge gezogene Szenen erwarten könnte, füllt Boyle seine Geschichte gekonnt mit Energie und Spannung: Aron Ralston (James Franco) führt nicht nur einen Kampf ums Überleben, sondern auch einen Kampf für das Leben. Seine ausweglose Situation führt ihn zu Reflexionen über vergangene Zeiten, über Begegnungen, Verluste und Ängste. Je länger er in den Tiefen der Schlucht gefangen ist, desto mehr verbindet sich seine gegenwärtige Situation mit Erinnerungsfetzen aus der Vergangenheit, mit Träumen und zuletzt mit Halluzinationen, die die Grenzen des natürlichen Raum- und Zeitkontinuums aufsprengen. So befindet sich die Erzählung immer in einem Fluss, schreitet stets voran, oder auch zurück, ohne je an Antriebskraft zu verlieren. Währenddessen wächst der Respekt, den man vor der unglaublichen Courage Aron Ralstons entwickelt, immer mehr. Existenzielle Gedankengänge werden entwickelt und führen den Zuschauer letztlich zu sich selbst: „Wie würde ich in dieser Situation handeln? Könnte ich eine ähnliche Courage aufbringen wie Aron Ralston?“ Die Empathie für Aron Ralston steigt ins Unermessliche und geht manchmal sogar weiter als man ertragen kann.
Die Intensität der Inszenierung und des Drehbuchs wird von Hauptdarsteller James Franco toll aufgegriffen und weiter gestärkt. Als leibhaftiges Zentrum des Films überzeugt er mit einer Darstellung, die den Kampf mit und um sich selbst hervorragend wiedergibt. Seine auf Mimik und eingeschränkte Gestik reduzierte Darstellung wirkt in jeder Sekunde authentisch und verdeutlicht die eigentlichen Schrecken der verfahrenen Situation. Der enorme Schock steht James Franco ebenso stark in seinem Gesicht geschrieben, wie leise Hoffnungsschimmer, später die Panik, die totale Verzweiflung oder der allmählich ausbrechende Wahnsinn. Alle Zeichen stehen hier klar auf OSCAR-Gewinn – möge er sich im Rennen um die Trophäe gegen seine starken Konkurrenten durchsetzen.
Mit „127 Hours“ überzeugt Danny Boyle auf ein Neues. Sein Händchen für gute Filmstoffe und das Talent für dazu passende Inszenierungen zahlt sich auch 2011 aus und wird dem Filmemacher erneut ruhmreiche Lobeshymnen und ein begeistertes Publikum bescheren. Beeindruckendes Kino, das eine unglaubliche Geschichte erzählt, die das manchmal unglaubliche Leben höchstpersönlich geschrieben hat.
Wissenswertes
Der Film basiert auf der Biographie "Between a Rock and a Hard Place" (deutscher Titel: "Im Canyon") von Aron Ralston.
Auszeichnungen
Golden Globe-Nominierungen
Bester Schauspieler - Drama (James Franco), Bestes Drehbuch, Beste Musik
OSCAR-Nominierungen
Bester Film, Bester Hauptdarsteller (James Franco), Bester Schnitt, Beste Musik, Bester Titelsong ("If I Rise"), Bestes Drehbuch (Adaption)
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Kommentare
Robert schreibt am 28.01.11, 21:00
Sehr gute Kritik, der wird angeguckt:)
