Die innere Sicherheit

Filmplakat Die innere Sicherheit
Regie Christian Petzold  Drehbuch Christian Petzold, Harun Farocki  Produzenten Florian Koerner von Gustorf, Michael Weber 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 102 min
Land Deutschland  Kinostart 25.01.2001  DVD-Start 06.12.2001  Verleih Kinowelt

Story

Seit etlichen Jahren leben die beiden ehemaligen RAF-Terroristen Clara und Hans nun im Untergrund. An der Situation leidet vor allem ihre fünfzehnjährige Tochter Jeanne, die dazu gezwungen ist ihren Eltern überallhin zu folgen. Während andere Mädchen in ihrem Alter Jungs kennen lernen, abends beginnen um die Häuser zu ziehen und ein ganz normale Teenagerleben führen, muss sie sich mit ihren Eltern verstecken und ständig den Wohnort wechseln. Als die dreiköpfige Familie kurz davor steht nach Brasilien auszuwandern, um dort mit neuer Identität endlich sesshaft zu werden, bricht jedoch alles in sich zusammen. Am Strand von Portugal werden sie als ehemalige Terroristen enttarnt und müssen Hals über Kopf, ohne Geld, zurück nach Deutschland flüchten. Dort erweist es sich als überaus schwer an neues Geld zu kommen. Ehemalige Freunde sind nach all den Jahren rar und Jeanne zeigt sich zunehmend unzufriedener mit der Gesamtsituation.

Schauspieler

Die innere Sicherheit Julia Hummer, Barbara Auer, Richy Müller, Bilge Bingül, Günther Maria Halmer, Katharina Schüttler, Rogério Jaques, Maria Joao, Vasco Machado, Noberto Paula, Bernd Tauber, Inka Löwendorf

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 5 von 5 Ms Die innere Sicherheit Mit „Die innere Sicherheit“ gab Christian Petzold 2001 nicht nur den Startschuss für seine Regie- und Drehbuchautorenkarriere, sondern startete gleichzeitig auch seine mittlerweile berühmte Gespenster-Trilogie. Dabei entpuppt sich die Metapher des ´Gespenstes´ für die Geschichte, die „Die innere Sicherheit“ zu erzählen hat, als wunderbar passend. Jeanne, Clara und Hans leben als RAF-Terroristen im Untergrund, sind daher ständig auf der Flucht und verweilen gespenstig abwesend zwischen ihren Mitmenschen. Entlang dieser Geschichte erzählt Petzold nicht primär einen Film über die deutsche Geschichte der 70er Jahre, sondern viel mehr eine über das Erwachsenwerden in einer Extremsituation, menschliche Bedürfnisse und das schwierige Verhältnis zwischen jungen Teenagern und ihren Eltern. Der Blick, den Petzold auf die RAF-Terroristen wirft, erscheint dabei zunächst vollkommen befremdlich. Kein Wort wird über ihre Taten verloren, kein scharfes Bild ihrer politischen Intensionen gezeichnet. Stattdessen konzentriert sich das Geschehen fast gänzlich auf das Privatleben der Terroristen und die Probleme die entstehen, wenn eine dreiköpfige Familie auf den gemeinsamen Zusammenhalt angewiesen ist, um die brenzlige Situation überhaupt zu überleben.

Dabei überzeugt vor allem die noch junge Julia Hummer mit ihrer intensiven Darstellung der heranwachsenden Jeanne. Als fünfzehnjährige Tochter eines RAF-Terroristenpärchens hat sie zweifelsohne das schwerste Los von allen dreien gezogen. Gezwungen, ihren Eltern in den Untergrund zu folgen, ist es für sie gänzlich unmöglich soziale Kontakte zu Gleichaltrigen zu knüpfen. Darunter leidet sie erheblich, was Hummer mit ihrem mal frühreifen, mal pubertären Spiel beeindruckend versinnbildlicht. Ihr zur Seite gesellen sich die ausdrucksstarke Barbara Auer und der souverän auftretende Richy Müller. Die drei Darsteller ergeben zusammen ein wunderbar ausgewogenes Gespann, innerhalb dem ein jeder von dem anderen profitieren und auf dessen Leistung aufbauen kann.

Wissenswertes

Die innere Sicherheit Christian Petzolds Regiedebüt erhielt 2001 den Deutschen Filmpreis als Bester Spielfilm.

Die von Christian Petzold als Trilogie angelegte Gespenster-Reihe umfasst folgende Teile:
Die innere Sicherheit
Gespenster
Yella




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