Der Kuss der Spinnenfrau

Kiss of the Spider Woman

Filmplakat Der Kuss der Spinnenfrau
Regie Hector Babenco  Drehbuch Leonard Schrader  Produzent David Weisman 
Genre Drama (Gay)  FSK 16  Filmlänge 121 min
Land Brasilien, UAS  Kinostart 03.07.1986  DVD-Start 07.07.2011  Verleih Concorde Film

Story

Ein Knast irgendwo in einer großen Stadt in einem Südamerikanischen Land. Der Homosexuelle Luis Molina hat wegen der Verführung eines Minderjährigen acht Jahre bekommen. Valentin Arregui, ein politischer Gefangener, glaubt nicht mehr an seine Freilassung, hofft aber auf sie. Die beiden unterschiedlichen Männer teilen sich im Knast eine Zelle. Molina macht sich die langen eintönigen Stunden mit Tagträumen erträglicher, in denen er in die Welt seines Lieblings-Liebesfilmes abtaucht und diesen Valentin Stück für Stück erzählt. Dieser ist schon von dem ganzen Schwulst und Kitsch anfänglich genervt und zudem entsetzt, als er erkennt, dass es sich um einen Nazi-Propagandafilm handelt. Luis Molina ist die politische Ausrichtung völlig egal, ihn faszinieren die großen Gefühle. Langeweile und der Wunsch auf Hoffnung machen Valentin mehr und mehr empfänglich für Molinas Träume und so nähern sich die beiden Männer schließlich an.

Schauspieler

Der Kuss der Spinnenfrau William Hurt, Raul Julia, Sonia Braga, José Lewgoy, Milton Gonçalves, Míriam Pires, Nuno Leal Maia, Fernando Torres, Patricio Bisso, Herson Capri, Denise Dumont, Nildo Parente, Antônio Petrin, Wilson Grey

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 2 von 5 Ms Der Kuss der Spinnenfrau Ein Land mit politisch schwierigen Verhältnissen, ein Homosexueller, der sich nicht im Mindesten für Politik interessiert und ein Widerstandskämpfer und Journalist, der die Augen vor den Verhältnissen nicht verschließen kann und nun die Konsequenz dafür trägt – „Der Kuss der Spinnenfrau“ hat den Grundplot eines großen und emotionalen Dramas. Figuren, die unterschiedlicher nicht sein können, eingesperrt auf engem Raum. Das bietet viel Potential für atmosphärische Spannung, große Dialoge und starke Darsteller. Drehbuchautor Leonard Schrader und Regisseur Hector Babenco machen aus den Anlagen jedoch eine spannungsarme Geschichte, die es nicht schafft, dass man für das Schicksal ihrer Figuren entbrennt. Es ist enttäuschend, wie wenig es der Film schafft aus der persönlichen Tragik seiner Figuren und ihre Auseinandersetzung eine dichte und fesselnde Atmosphäre zu formen. Magisch und gefühlsbetont will „Der Kuss der Spinnenfrau“ sein, doch die vor sich hin plätschernde Handlung vermag es nicht in den Bann zu ziehen. Leonard Schrader, der für das Drehbuch das gleichnamige Buch von Manuel Puig adaptierte, hat den beiden Hauptfiguren nur wenige wirklich starke Dialoge geschrieben. Oft kratzen die Worte an der Oberfläche. Man vermisst scharfe Konturen, Kanten, Zuspitzungen. Alles wirkt wie weichgespült. Zwischen Kitsch und Klischee verläuft Szene um Szene in einer seltsamen Gleichförmigkeit, die immer dann von den eingeflochtenen Traumsequenzen unterbrochen wird, wenn sich der Hauch einer Spannungskurve andeutet. Lichtblick in diesem Film ist nur William Hurt, der mit großer Glaubwürdigkeit den femininen Träumer Luis Molina gibt. Er trägt den tuntigen Morgenrock mit selbstverständlicher Würde und Ausstrahlung. Zuwenig, um aus dem gesamten Film ein packendes Drama zu machen.

Wissenswertes

Der Kuss der Spinnenfrau Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Manuel Puig.

William Hurt wurde bei den Filmfestspielen von Cannes 1985 als bester Schauspieler geehrt. Regisseur Hector Babenco wurde für die Goldene Palme nominiert.

Auszeichnungen

Der Kuss der Spinnenfrau
Golden Globe-Nominierungen

Bester Film - Drama, Bester Schauspieler - Drama (William Hurt, Raul Julia), Beste Schauspielerin - Drama (Sonia Braga)

OSCAR-Nominierungen

Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch (Adaption)

Gewonnene OSCARs

Bester Hauptdarsteller (William Hurt)



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