Same Same But Different

Filmplakat Same Same But Different
Regie Detlev Buck  Drehbuch Ruth Toma, Benjamin Prüfer  Produzenten Claus Boje, Detlev Buck 
Genre Drama  FSK Filmlänge 107 min
Land Deutschland  Kinostart 21.01.2010  Verleih Delphi

Story

Eigentlich sollte es nur ein kurzer Aufenthalt in Kambodscha werden, doch plötzlich wurde daraus die Liebe des Lebens.

Als der noch sehr junge Ben während einer Backpackertour durch Kambodscha die bildhübsche Sreykeo kennen lernt, ahnt er noch nicht, was ihn in den kommenden Wochen und Monaten erwarten wird. Was als harmloser Urlaubsflirt beginnt, entwickelt sich schon bald zu einer großen Liebe. Als Ben eines Tages wieder nach Deutschland zurückkehren muss, zerreist es ihn fast vor Sehnsucht nach seiner großen Liebe. Selbst als ihn im tristen Hamburg die Nachricht erreicht, dass Sreykeo HIV-positiv ist, ändert das nichts an seinen starken Gefühlen für sie. So schnell als möglich reist er nach Kambodscha zurück, um Sreykeo zu unterstützen – in einem Land, in dem medizinische Versorgung nicht zur Grundverpflegung gehört, ist diese Aufgabe jedoch alles andere als einfach zu bewältigen...

Schauspieler

Same Same But Different David Kross, Apinya Sakuljaroensuk, Stefan Konarske, Jens Harzer, Anne Müller, Michael Otrowski, Marie Jung, Lucile Charlemagne, Wanda Badwal, Julia Primus, Constanze Becker, Olli Dittrich, Mario Adorf

Filmkritik von Kathrin Lang

Same Same But Different „Seit der Filmhochschule will ich einen Film machen, der nicht nur, wie so oft, ein bisschen Liebe beinhaltet, sondern nichts außer Liebe thematisiert“, pflegt Regisseur Detlef Buck zu sagen, wenn man ihn nach seinen Intentionen, diesen Film zu drehen, fragt. Vor dem Hintergrund, dass hier eine tragische Geschichte über ein HIV-positives Mädchen erzählt wird, mag diese Aussage zunächst unbegreiflich erscheinen. Schnell zeigt sich jedoch, dass Bucks „Same Same But Different“ nur vordergründig ein AIDS-Drama ist, dahinter jedoch eine große Liebesgeschichte schlummert, die bald zum zentralen Punkt des Filmes wird. Denn selbst wenn die Krankheit sicherlich den Rahmen für diese Geschichte liefert, so tritt sie doch zugunsten der tiefen Gefühle zwischen den beiden Protagonisten zunehmend in den Hintergrund. Letztlich erzählt „Same Same But Different“ die berührende Geschichte von einem jungen Paar, das sich trotz aller Probleme über alle Kontinente hinweg liebt. Die Tatsache, dass sich die schwere Krankheit im Fortlauf der Geschichte zu einer nur nebensächlichen Sorge der beiden entwickelt, befreit den Film von beinahe jeglichen Klischees. Sentimentale Szenen, die den Zuschauer gewollt berühren sollen, bleiben weitestgehend aus. „Same Same But Different“ thematisiert tatsächlich die pure Liebe - die trotz den vielen Kilometern zwischen Europa und Asien, den kulturellen Unterschieden und enorme Geldsorgen, bestehen kann. Gerade dadurch berührt der Film genau an der richtigen Stelle und geht tief unter die Haut.

Schön auch, wie „Same Same But Different“ die fremde Kultur Kambodschas in Bildern einzufangen weiß. Ein großer Teil des Filmes wurde in der Hauptstadt Phnom Penh gedreht. Die dort entstandenen Aufnahmen sind atmosphärisch dicht und vermitteln einen erschreckenden Eindruck des Lebens in der asiatischen Metropole: Verkommene Wohnsiedlungen, in denen mehrköpfige Familien auf engstem Raum und in Armut leben. Die Straßen sind überfüllt, die Abgase förmlich noch im Kinosessel zu riechen. Eng verbunden mit der AIDS-Thematik, findet auch der Sextourismus seinen Platz in dem Film, der dem Ganzen nur noch dir Krone aufsetzt und klar verdeutlicht, wie groß die kulturellen Unterschiede zwischen den Kontinenten tatsächlich sind.

Hervorragend getragen wird die berührende und bildgewaltige Geschichte von den beiden Hauptdarstellern David Kross und Apinya Sakuljaroensuk. Die beiden geben ein wahrlich tolles Paar ab und harmonieren, vor allem in den ruhigen Momenten des Films, auf ganz hohem Niveau miteinander. Auch in den Reihen der Nebendarsteller finden sich einige bekannte Gesichter wieder, die gewohnt überzeugend auftreten: So ist unter anderem Mario Adorf in einem kurzen Auftritt zu sehen. Der Frage, warum es gerade der Supermodel-Kandidatin Wanda Badwal vergönnt war ihr Leinwanddebüt in „Same Same But Different“ zu feiern, kann und soll an dieser Stelle (lieber) nicht nachgegangen werden.

Letztlich ist „Same Same But Different“ ein sehr berührender und packender Film aus deutschem Hause geworden. Der ein oder andere Spannungstiefpunkt kann leider dennoch nicht gänzlich außer Acht gelassen werden. Angesichts der klischeefreien Handlung, den atmosphärisch dichten Bildern und dem überzeugenden Schauspiel, kann man dem Drama diese Schwäche jedoch leicht verzeihen. „Same Same But Different“ erzählt die überzeugende und berührende Geschichte über eine große Liebe, die mit vielen Problemen zu kämpfen hat und dennoch bestehen kann.

Wissenswertes

Same Same But Different "Same Same but Different" wurde im August 2009 beim Festival Internazionale del Film Locarno vor fast 8.000 Zuschauern uraufgeführt und mit dem „Variety Piazza Grande Award“ ausgezeichnet. Beim Toronto International Film Festival feierte der Film im September 2009 seine Nordamerika-Premiere.

Der Film basiert auf der wahren Geschichte von Benjamin Prüfer und Sreykeo Solvan, die als Roman unter dem Titel "Wohin Du auch gehst" zu lesen ist.

Bewertungen

Kathrin Lang Kathrin vergibt 4 von 5 Ms


Besucherbewertung
0.0 / 5  (0 votes)

Kommentare

+ Kommentar schreiben
Deine Daten
(wird nicht veröffentlicht)
Dein Kommentar*

*Pflichtfeld
Der Kommentar wird von uns vor dem Freischalten geprüft.