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Nanga Parbat
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Regie
Joseph Vilsmaier
Drehbuch
Sven Severin, Reinhold Messner
Produzent
Joseph Vilsmaier
Genre Biopic FSK 6 Filmlänge 100 min Land Deutschland Kinostart 14.01.2010 DVD-Start 05.11.2010 Verleih Senator Film |
Story
1970 startete unter der Leitung von Karl Maria Herrligkoffer eine Expedition zum Nanga Parbat. Zwei der Teilnehmer sind die jungen Südtiroler Brüder Reinhold und Günther Messner. Nach langen Tagen des Wartens und immer wieder erneutem Verschieben aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse, gelingt Reinhold und Günther schließlich am 27. Juni 1970 erstmals die Durchsteigung der Rupalflanke am Nanga Parbat, der mit 4500 Metern höchsten Fels- und Eiswand der Welt. Doch dann sind die beiden Brüder gezwungen, den Abstieg über die unbekannte andere Seite ins Diamirtal zu wählen. Dieser Abstieg endet äußerst tragisch mit Günthers Tod. Reinhold Messner überlebt mit schweren Erfrierungen und beginnt noch im Krankenhaus, die Erlebnisse am 8124 Meter hohen „Schicksalsberg“ aufzuschreiben.
Schauspieler
Florian Stetter, Andreas Tobias, Karl Markovics, Jule Ronstedt, Volker Bruch, Lena Stolze, Markus Krojer, Sebastian Bezzel, Steffen Schroeder, Lorenzo Nedis
Filmkritik von Stefanie Rufle
Der deutsche Regisseur Joseph Vilsmaier erzählt die Tragödie, die sich 1970 am Nanga Parbat ereignete aus der Sicht von Reinhold Messner, eine Tatsache, die im Verlauf des Films immer deutlicher wird. „Nanga Parbat“ ist die Wahrheit Reinhold Messners – nicht mehr und nicht weniger. Was davon Wahrheit ist, was Fiktion oder Wunschdenken bleibt bis zum Ende offen – „Nanga Parbat“ ist nicht daran interessiert, die Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Das ist wohl der Grund dafür, dass Vilsmaiers Film stets an der Oberfläche bleibt und nie auch nur annähernd die Grenzen eines alpinen Abenteuerfilms überschreitet. Doch für einen Abenteuerfilm hätten die von Reinhold Messner geschilderten Erlebnisse mehr als ausreichend Potential: dramatische Ereignisse rund um den „deutschen Schicksalsberg“, der tragische Tod des einen Bruders, traumhafte und Ehrfurcht einflößende Kulissen. Dennoch will der richtige Kick nie so recht aufkommen. Schon die Schilderungen aus der Kindheit der Messner-Brüder zu Beginn des Films gestalten sich recht langatmig, auch wenn dem Zuschauer natürlich klar ist, dass es hier darum geht zu zeigen, dass die Brüder Hindernisse nie akzeptieren wollten. Diese Langatmigkeit will im Verlauf von „Nanga Parbat“ einfach nicht mehr weichen. Unspektakulär und ohne nennenswerte Überraschungen erzählt Vilsmaier von einer der größten Tragödien der 70er Jahre und schafft es nicht, seine Zuschauer wirklich zu packen.
Auf darstellerischer Seite überzeugt lediglich Florian Stetter, der den jungen Reinhold Messner gekonnt und eindrücklich spielt. Doch alle anderen Darsteller wirken eher wie schmückendes Beiwerk und manchmal sogar hölzern, wie etwa Karl Markovics, der den Expeditionsleiter Karl Herrligkoffer spielt. Man kann einfach nicht anders, als sich durch die Auswahl der Darsteller sehr manipuliert zu fühlen, denn sehr schnell wird klar, wen man als Zuschauer sympathisch finden soll und wen eben nicht. Insgesamt ist keiner der Schauspieler in der Lage, den Zuschauer wirklich mit in die Geschichte zu nehmen, selbst im größten Schneesturm friert man nicht mit ihnen und auch Günthers Tod ruft kaum Emotionen hervor.
Dennoch gibt es einen Faktor bei „Nanga Parbat“, der diesen Film über den unteren Durchschnitt hebt: die großartige Kamera und die beeindruckenden Aufnahmen des „nackten Berges“. Immer wieder darf der Zuschauer, der Kamera folgend, die massiven Felswände mit den Augen erklettern und bekommt so eine Ahnung von der Majestät und Ästhetik dieser höchsten Felswand der Welt. So ist „Nanga Parbat“ unterm Strich ein mittelmäßiger und eher behäbig erzählter Bergfilm, der aber mit faszinierenden Bergaufnahmen punkten kann.
Wissenswertes
Bereits 1971 erzählte Reinhold Messner in einem Buch seine Sicht der verhängnisvollen Expedition zum Nanga Parbat, das damals aber von Expeditionsleiter Karl Herrligkoffer verboten wurde, da er die alleinigen Buchrechte an der Expedition besaß. 2010 erschien dann im Piper-Verlag Messners Neuauflage „Die rote Rakete am Nanga Parbat“, auf der dieser Film basiert. Diese Neuauflage konnte erscheinen, weil die Umstände zu Günther Messners Tod jetzt geklärt scheinen, seine Leiche wurde 2005 am Fuße der Diamir-Wand gefunden.

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