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The Dust of Time
I skoni tou hronou
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Regie
Theo Angelopoulos
Drehbuch
Theo Angelopoulos
Produzent
Phoebe Economopoulos
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 125 min Land Deutschland, Italien, Griechenland Kinostart 29.10.2009 Verleih NFP |
Story
Regisseur A. steht vor einem Scherbenhaufen. Seine Ehe ist gescheitert, die einzige Tochter suizidgefährdet und sein neuer Film droht noch vor der Fertigstellung zu scheitern. Es sollte eine Verarbeitung der eigenen Vergangenheit werden. Vor dem geistigen Auge des gestrandeten Filmemachers ersteht die Geschichte seiner Mutter, die ihr Leben lang zwischen zwei Männern stand. Über mehrere Jahrzehnte verfolgen wir die Reise dieser in den Wirren des Zweiten Weltkriegs heimatlos gewordenen Menschen. In der Gegenwart begegnet A. ihnen noch ein letztes Mal. Doch am Ende eines Jahrhunderts der Suche stranden die Heimatlosen am Ufer der Hoffnungslosigkeit...
Schauspieler
Willem Dafoe, Bruno Ganz, Michel Piccoli, Irène Jacob, Christiane Paul, Tonino Guerra, Andreas Sinanos, Eleni Karaindrou, Andrea Crisanti
Filmkritik von Achim Lay
Die griechische Regielegende Theo Angelopoulos schuf mit "The Dust of Time" einen sperrigen, schwer zugänglichen Autorenfilm über die seelischen Abgründe, die durch die Diskrepanz von idealisierter Hoffnung und bitterer Realität entstehen. Charakteristisch für das Schaffen des Regisseurs ist die Darstellung der inneren Zerrissenheit der Protagonisten. In einer Symbiose aus Gegenwart und Vergangenheit wird die Tragik der Figuren explizit dargelegt. Sie können nicht zueinander finden, wirken hilflos und hadern mit ihrem Schicksal. Einsam und verloren bevölkern sie einen Kosmos, dessen Anforderungen sie nicht gewachsen sind. Die Versäumnisse zwischenmenschlicher Beziehungen münden in Trauer und Melancholie. Wehmütig müssen die Beteiligten die Aussichtslosigkeit ihres Vorhabens erkennen. Eine Rückkehr in die einstige Heimat wird es nicht geben. Auch die Hoffnung auf eine zweite Chance der Geschiedenen erfüllt sich nicht. Wer bei Angelopoulos einmal erfährt, was Verlust bedeutet, wird nie wieder zu alten Ufern zurückrudern können.
Die antiquierte, langatmige Darstellung in ausgesprochen ruhigen Bildern und langen Plansequenzen, erfordert einige Geduld des Publikums. Spärlich ausgeleuchtete Sets, langsame Kameraschwenks und eine befremdlich klagende musikalische Untermalung sorgen für ein Gefühl der emotionalen Armut, die sich auf der Leinwand ausbreitet.
Auch wenn dies kein Schauspielerfilm ist, so ist es doch schön, Willem Dafoe nach seinem Auftritt in Lars von Triers' "Antichrist" erneut in einer europäischen Produktion zu sehen. Neben ihm und einem sichtlich gealterten Michel Piccoli brilliert vor allem der deutsche Charaktermime Bruno Ganz, dem die Folgen der jahrelangen unerwiderten Liebe regelrecht ins Gesicht geschrieben sind.
Angelopoulos geht es nicht primär darum, eine Geschichte zu erzählen. Er will die Verbitterung der Protagonisten spürbar machen. Dies gelingt ihm vor allem in der zweiten Stunde seines Films. Die fragmentarischen Episoden vermengen sich hier zu einer Collage der Tristesse, wobei die vielen Zeitsprünge die Wehmut über die vielen nicht genutzten Chancen, dem Leben eine Wende zu geben, noch vertiefen. Sein Film, der ganz nebenbei auch noch bedeutende geschichtliche Ereignisse, wie den Tod Stalins oder den Fall der Berliner Mauer streift, ist ein Monument der Verzweiflung.
Die europäische Co-Produktion wurde unter anderem in Köln und Berlin inszeniert. 