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Vater Morgana
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Regie
Till Endemann
Drehbuch
Till Endemann, Daniel Schwarz
Produzent
Douglas Welbat
Genre Tragik-Komödie FSK 0 Filmlänge 93 min Land Deutschland Kinostart 16.12.2010 DVD-Start 15.07.2011 Verleih Warner Bros. Pictures Germany |
Story
Eigentlich ist das Leben von Lutz und Annette perfekt. Sie lieben sich über alles, stehen gerade kurz vor dem Zusammenzug in eine gemeinsame Wohnung am Hamburger Ufer und Lutz plant bereits innig seinen Heiratsantrag. Dann kehrt jedoch Lutz’ Vater, nach jahrelanger Abstinenz, wieder in das Leben seines Sohnes zurück und richtet ein unheilvolles Chaos an. Wie immer könnte der Augenblick, in dem er auftaucht, unpassender nicht sein. Doch jetzt ist es zu spät: ehe sich Lutz versieht, steckt er mittendrin in dem abenteuerlichen Schurkenleben seines Vaters. Die ärgerliche Situation ändert sich jedoch schlagartig, als Lutz erkennen muss, dass sein Vater als Alzheimer erkrankt ist und für seine absurden Taten nur zu Teilen zur Verantwortung gezogen werden kann. Und so gehen Vater und Sohn gemeinsamen einen turbulenten Weg – während dem Lutz verhaftet, nach seiner Flucht polizeilich gesucht und schließlich auch noch von Annette verlassen wird...
Schauspieler
Christian Ulmen, Michael Gwisdek, Felicitas Woll, Marc Hosemann, Heinz Hoenig, Michael Lott, Harald Maack, Aykut Kayacik, Friederike Kempter, Annalena Schmidt, Alexander Stamm, Hans-Peter Korff, Douglas Welbat
Filmkritik von Kathrin Lang
Erzählt wird die Geschichte von der schwierigen Beziehung eines Sohnes zu seinem Vater. Auf dieser Höhe hört das Grundgerüst von „Vater Morgana“ jedoch noch nicht auf. Regisseur und Drehbuchautor Till Endemann entspinnt seine Vater-Sohn-Beziehungskiste zu einer Komödie, die mit dem schweren Thema Alzheimer humorvoll umgeht, die dabei aber auch einen Blick auf die Kehrseite der Medaille nicht vermissen lässt. Anstatt jedoch auf die leisen Töne zu sezten und eine ebenso lustige wie tragische Geschichte über die einzelnen Phasen der spannenden Vater-Sohn-Beziehung zu erzählen, türmt sich die deutsche Produktion zu einer mal klamaukartigen Komödie, mal zu einem seicht-tragischen Drama im TV-Format auf. Till Endemann nimmt sich zu wenig Zeit, fokussiert sich zu wenig auf die Stärken seiner Geschichte, und liefert damit einen auf Erzählebene reichlich durchwachsenen Kinofilm ab.
Bei der Auswahl seiner Schauspieler hat Till Endemann jedoch ein sicheres Händchen bewiesen. Vor allem Christian Ulmen und Michael Gwisdek liefern als kompliziertes Vater-Sohn-Gespann eine tolle Show ab. Während Ulmen in seiner Standartrolle des verplanten, aber absolut liebevollen Typen von Nebenan zu Hochform aufläuft, gibt Gwisdek den von Alzheimer geplagten Vater herrlich komisch und in seinen Nuancen überaus facettenreich. Zusammen geben die beiden ein durch und durch unterhaltendes, lustiges und zudem sympathisches Leinwandduo ab. Etwas schade ist da nur, dass „Berlin, Berlin“-Star Felicitas Woll nur schwer gegen die starke Harmonie der beiden männlichen Darsteller ankommt. Immer wieder droht sie im Schatten von Ulmen und Gwisdek unterzugehen – was zuteilen auch sicherlich ihrer nur wenig spannenden Rollenkonzeption anzukreiden ist. Während Ulmen und Gwisdek für die gelungenen komischen Parts verantwortlich sind, stemmt Woll als Kommissarin Annette Dierks den aufgesetzt tragisch-schweren und weitgehend auch überflüssigen Part von „Vater Morgana“.
Regisseur und Drehbuchautor Till Endemann brachte uns bereits die Komödie "Fröhliche Weihnachten" und das Drama "Das Lächeln der Tiefseefische" in unsere Kinos.
