Die Friseuse

Filmplakat Die Friseuse
Regie Doris Dörrie  Drehbuch Laila Stieler  Produzent Ulrich Limmer 
Genre Tragik-Komödie  FSK Filmlänge 106 min
Land Deutschland  Kinostart 18.02.2010  DVD-Start 12.08.2010  Verleih Constantin Film

Story

Frisch geschieden, muss die Friseuse Kathi ihr Leben nun neu ordnen. Zusammen mit ihrer pubertierenden Tochter zieht sie zurück in ihre Heimatstadt Berlin, wo sie nun endlich ihren großen Traum verwirklichen will: Ein eigener Friseursalon. Das ist jedoch leichter gesagt als getan. Das Arbeitsamt macht Schwierigkeiten ebenso wie die Bank. Nur sehr langsam nimmt die neue Geschäftsidee Form an. Während Kathie damit beschäftigt ist, möglichst schnell an möglichst viel Geld zu kommen, gerät sie in so einige abenteuerliche Situationen.

Schauspieler

Die Friseuse Gabriela Maria Schmeide, Natascha Lawiszus, Ill-Young Kim, Christina Große, Rolf Zacher, Maria Happel, Maren Kroymann

Filmkritik von Kathrin Lang

Die Friseuse In den 80er Jahren erlebte der deutsche Film einen erheblichen Aufschwung, als eine ganze Reihe deutscher Regisseure erfolgreich damit begannen Komödien zu produzieren. Unter ihnen Doris Dörrie, die mit ihrem „Männer“ die Kinosäle füllte und einen waschechten Kassenschlager landete. Nachdem ihr letzter Film „Kirschblüten - Hanami“ 2008 eher im dramatischen Bereich angesiedelt war, wagt Dörrie mit „Die Friseuse“ nun eine Symbiose aus tragischen und komischen Elementen. Die Gratwanderung zwischen den beiden Genres gelingt ihr jedoch nur bedingt. Während uns der Trailer noch suggerierte, dass wir es bei „Die Friseuse“ mit einer lockerleichten Komödie zu tun haben, gestaltet sich die Wirklichkeit etwas anders. Zunehmend entwickelt sich der anfangs auf lustigem Niveau unterhaltende Film, zu einer tragischtraurigen Geschichte über eine alleinerziehende Mutter auf ihrem Selbstverwirklichungstrip. Zwar hätte man sich dabei des Öfteren eine etwas heitere Atmosphäre gewünscht, dennoch beweist Dörrie wieder einmal ihren Spürsinn für gesellschaftlich relevante Themen und deren Inszenierung. Ohne mit der Wimper zu zucken, setzt sie ihre Protagonistin, die übergewichtige Friseuse Kathi, gespielt von Gabriela Maria Schmeide, in Szene und lässt den Zuschauer damit zu einem heimlichen Voyeur werden. Die Fettpolster schwabbeln ungeniert und 106 Minuten durch das Bild. Ästhetik ist sicherlich etwas anderes und doch rufen die eindringlichen und durchleuchtenden Blicke auf die Speckschwarten keinen Ekel hervor. Unerwartet wird der Blick auf die Protagonistin zu einem Augenschmaus der etwas anderen Art.

Letztlich fehlt „Der Friseuse“ dennoch der durchgängige Witz. Wäre die lustige Linie etwas kontinuierlicher durchgesetzt worden, hätte aus der Tragik-Komödie ein wahres Highlight des deutschen Filmjahres werden können. So jedoch steckt in der Komödie zu viel Tragödie, wodurch der Filmspaß ausgebremst wird.

Bewertungen

Kathrin Lang Kathrin vergibt 3 von 5 Ms


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