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Brennendes Herz (TV)
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Regie
Manfred Stelzer
Drehbuch
Manfred Stelzer
Produzent
Nina Klamroth
Genre Drama Filmlänge 90 min Land Deutschland, 2006 Verleih NDR |
Story
Zwei Jahre saß Kurt im Gefängnis. Gemeinsam mit seinen "Kameraden" hatte er damals eine Synagoge angezündet und ist als einziger dafür verurteilt worden. Zurück in Lübeck will er nun einen Neuanfang wagen und sich wieder in die Gesellschaft eingliedern.
Das Dumme ist nur, dass Kurts bester Freund Bomber sich alles andere als geändert hat. Noch immer ist er der Nazi mit der großen Klappe. Aus der kleinen Gruppe von damals ist in den zwei Jahren eine Organisation von mehreren Männern geworden, die "Zeichen setzen wollen!" und nicht nur ausländische Deutsche verprügeln, sondern auch vor Briefbomben und Brandanschlägen nicht zurückschrecken.
Keine 12 Stunden, nachdem Kurt wieder in der Stadt ist, steckt er schon wieder tief drin im Schlamassel. Als seine "Kameraden" ein türkisches Restaurant und das Nebengebäude, das einem Juden gehört, anzünden, geht die Aktion in die Hose. Im Nachbargebäude ist eine Frau in den Flammen eingeschlossen. Während Bomber & Co. abhauen, rettet Kurt ihr das Leben. Als er sich wenig später in die türkisch stämmige Ayse verliebt, eskaliert die Situation...
Schauspieler
Alexander Scheer, Christoph Franken, Ivan Subay, Erhan Emre, Ingeborg Westphal, Martin Kiefer, Marlon Kittel, Max Mauff, Tilo Prückner, Kida Khodr Ramadan
Filmkritik von Thomas Ays
Regisseur und Drehbuchautor Manfred Stelzer erzählt mit „Brennendes Herz“ eine tragischerweise noch immer aktuelle Geschichte. Noch immer gibt es in Deutschland diese verblendeten Anhänger eines abstoßenden Regimes, die, warum auch immer, in ihrem Fanatismus glauben, gegen ausländische Nachbarn etwas „unternehmen“ zu müssen. Dabei sind diese einfältigen Figuren, die hier zu sehen sind, in ihrer Dümmlichkeit schon fast lächerlich. Mit ihren Bomberjacken und Springerstiefeln wollen sie „etwas bewegen“ und bremsen sich ihres beschränkten Geistes wegen selber aus. Tragisch – aber real.
In Scheers Film ist alles zu finden, was ein solcher Film braucht: Fanatische, junge Männer, teilweise arbeitslos, Hartz-IV-Empfänger, „kämpfen“ neben den „heimlichen Nazis“ und den großen Anführern im Hintergrund. Auch die Mutter, die die fragwürdige Gesinnung ihres Bombers nicht sehen will (oder kann) ist vertreten. In diese Kombination kracht Kurt, durch den Knast geläutert, hinein und bringt alles durcheinander. Dabei erinnert alles stark an „American History X“ – nur nicht derart konsequent. Wenn Kurt Briefbomben baut und türkische Restaurants anzündet und gleichzeitig derart unauffällig mit sich ringt, wirkt das irgendwann unglaubwürdig. Auch das Ende bleibt zu inkonsequent und ausdruckslos, als dass es ein wirkliches Statement gegen rechte Gewalt und sinnlose Aktionen solcher Art sein könnte. Dabei steht jeder Film dieses Themas in der Pflicht, nicht missverstanden zu werden!
An den Schauspielern ist jedoch nichts auszusetzen: Alexander Scheer ist ein unglaublich echter Kurt und auch Christoph Franken als Bomber und Martin Kiefer als Wolle liefern glaubwürdige Arbeit ab.
Atmosphärisch einwandfrei bleibt „Brennendes Herz“ am Ende leider zu schwach, dennoch ist hier ein interessantes Portrait eines jungen Mannes ohne Perspektive entstanden, das gegen Schluss weitaus mehr Tiefe verdient gehabt hätte.
